Fast 10.000 Bilder von Speyer: Jetzt wird sichtbar, wo die Hitze-Hotspots sind
- Auf heißen Tagen zeigt sich in der Stadt besonders deutlich, welche Straßen und Flächen Wärme lange speichern.
- Foto: Stadt Speyer
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Speyer. Wo bleibt die Stadt auch nachts noch warm und wo kühlt sie gut ab? Genau das - und mehr - sollen neue Thermografie-Luftbilder für Speyer zeigen. Die Messflüge für den Urbanen Digitalen Zwilling sind abgeschlossen. Jetzt startet die Auswertung, die voraussichtlich bis in den Oktober hinein dauert.
Teams haben das Stadtgebiet aus rund 1.500 Metern Höhe gleich zweimal vermessen. Ein Flug fand in den frühen Morgenstunden kurz vor Sonnenaufgang statt. Der zweite folgte am Nachmittag während der starken Aufheizung.
Fast 10.000 Aufnahmen sollen zeigen, wo Speyer die Wärme speichert
Thermografische Luftaufnahmen machen laut Stadtverwaltung die sommerliche Wärmeverteilung flächendeckend und hochaufgelöst sichtbar. Die Doppelbefliegung zeigt nicht nur, welche Flächen sich tagsüber besonders stark aufheizen. Sie soll auch sichtbar machen, welche Bereiche gespeicherte Wärme bis in die Nacht und in die frühen Morgenstunden wieder abgeben.
Wichtig ist dabei die Einordnung. Die Thermalaufnahmen erfassen die Temperatur einer Oberfläche beziehungsweise die von der Oberfläche ausgehende Wärmestrahlung. Sie ersetzen keine Messung der Lufttemperatur. Die Bodenauflösung liegt bei rund 30 Zentimetern pro Pixel.
Für die Messung teilte das Team das Untersuchungsgebiet in 25 Nord-Süd-Streifen auf. Zum Einsatz kam das zweimotorige Messflugzeug Vulcanair P68C mit der Kennung D-GMAP.
Der erste Messflug startete um 3 Uhr am Flughafen Paderborn/Lippstadt. Nach der Messung landete das Flugzeug zunächst in Mannheim, weil eine Landung am Flugplatz Speyer vor 7 Uhr nicht möglich war.
Die zweite Befliegung begann gegen 14.30 Uhr im Westen des Untersuchungsgebiets. Das Flugzeug arbeitete sich von Westen nach Osten durch die Messstreifen. Nach Abschluss der letzten Fluglinie gegen 16.30 Uhr zeigten sich deutlich Wolken über dem Projektgebiet.
Insgesamt entstanden 9.876 hochauflösende RGB-, Nahinfrarot- und Thermalaufnahmen. Die Rohdaten umfassen rund ein Terabyte.
Die Firma Aerowest aus Dortmund verarbeitet jetzt die Daten und integriert sie in den Urbanen Digitalen Zwilling. Stadtwerke Speyer und Stadt Speyer bauen dieses Projekt gemeinsam auf. Die digitale Datengrundlage soll Informationen über Stadtgebiet, Gebäude, Umwelt und Infrastruktur bündeln und für Planung und Stadtentwicklung nutzbar machen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Folgen des Klimawandels besser zu verstehen und Maßnahmen zur Anpassung an zunehmende Hitzebelastungen abzuleiten.
Nach Angaben der Stadt dauert die Verarbeitung und Auswertung voraussichtlich bis in den Oktober hinein. Erst danach stehen die aufbereiteten Ergebnisse für weitergehende Analysen zur Verfügung.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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