Bistum Speyer stärkt Schulen im Umgang mit psychischen Krisen
- Thomas Stephan vom Bistum Speyer bietet Mental Health First Aid als Präventions- und Frühinterventionsprogramm für Schulen an.
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Speyer. Der Start ins neue Schuljahr bringt für viele Jugendliche Veränderungen mit sich. Neue Klassen, andere Lehrkräfte oder ein Schulwechsel können ebenso belastend sein wie Veränderungen im sozialen Umfeld. Das Bistum Speyer will deshalb Lehrkräfte und Schulteams im Umgang mit psychischen Krisen stärken und setzt dabei auf das Programm Mental Health First Aid (MHFA).
Thomas Stephan, Abteilungsleiter Lernkultur und Schulseelsorge im Bistum Speyer, arbeitet seit Jahren in der Notfallseelsorge und Krisenintervention an Schulen. Als am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim ausgebildeter MHFA-Instruktor bietet er seit einem Jahr entsprechende Präventions- und Frühinterventionskurse an.
Was Lehrkräfte im MHFA-Kurs lernen
Mental Health First Aid orientiert sich am Prinzip der körperlichen Ersten Hilfe. Das Programm richtet sich an Laien und soll ihnen grundlegendes Wissen vermitteln, um Menschen in psychischen Krisen frühzeitig unterstützen zu können.
Der Kurs umfasst nach Angaben von Stephan 14 Stunden. Auf dem Programm stehen unter anderem Depressionen, Angst- und Essstörungen, Traumata, psychotische Episoden und Substanzmissbrauch. Die Teilnehmer lernen außerdem, Krisen einzuschätzen, mögliche Handlungsschritte zu erkennen und einzuschätzen, wann professionelle Hilfe hinzugezogen werden sollte.
Für den schulischen Bereich bietet das Bistum Speyer seit dem vergangenen Jahr MHFA-Kurse mit Schwerpunkt auf Erwachsenen an. Mit dem neuen Schuljahr kommt nun MHFA Youth hinzu. Dieses Angebot richtet sich stärker an Jugendliche und soll ihnen helfen, psychische Belastungen bei Gleichaltrigen wahrzunehmen und Unterstützung anzubieten.
Warum der Schuljahresbeginn eine sensible Phase sein kann
Stephan sieht gerade den Beginn des Schuljahres als eine Phase, in der sich psychische Belastungen zeigen können. Neue Klassen, Lehrkräfte oder ein Schulwechsel verändern den Alltag. Gleichzeitig können sich Rollen innerhalb einer Gruppe verschieben. Hinzu kommen bei Jugendlichen Veränderungen während der Pubertät.
MHFA soll Lehrkräfte und Jugendliche dafür sensibilisieren, frühzeitig hinzuschauen. Ziel sei es, Auffälligkeiten zu erkennen, bevor sich daraus größere Probleme entwickeln.
„Die Enttabuisierung und Entstigmatisierung von psychischen Gesundheitsproblemen ist mir ein Anliegen“, sagt Stephan. „Jeder fünfte Jugendliche ist von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen, und es werden nicht weniger.“
MHFA-Kurse laufen bereits an fünf Schulen
Mental Health First Aid wurde im Jahr 2000 in Australien von Professor Tony Jorm und Betty Kitchener entwickelt. Das Konzept der psychischen Ersten Hilfe wird inzwischen in vielen Ländern eingesetzt.
Im Bistum Speyer haben nach eigenen Angaben bereits fünf bischöfliche und katholische Schulen an MHFA-Kursen teilgenommen. Die Angebote entstehen in Kooperation mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim.
Mit MHFA Youth soll das Angebot im neuen Schuljahr nun um einen Baustein erweitert werden, der Jugendliche selbst stärker in den Mittelpunkt stellt.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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