Verkehrssicherheit für Kinder: Polizei-Aktion „Clever zu Fuß – sichere Kids" holt Gold
- Bei der Verkehrssicherheitsaktion „Clever zu Fuß - sichere Kids“ in Rockenhausen übten 66 Kinder sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Das Polizei-Projekt wurde mit dem „mobil und sicher“-Preis in Gold ausgezeichnet.
- Foto: Polizeiinspektion Rockenhausen
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Rockenhausen. Am Dienstag, 1. September, haben 66 Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren an der Schule am Donnersberg in Rockenhausen an der Verkehrssicherheitsaktion „Clever zu Fuß – sichere Kids“ teilgenommen, wie die Polizeiinspektion Rockenhausen berichtet.
Das Konzept wurde speziell für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf entwickelt. Erst vor wenigen Wochen erhielt es den 27. „mobil und sicher“-Preis in Gold. Bei der zweiten Auflage zeigte sich laut Polizei erneut, warum das Projekt ausgezeichnet wurde: Die Kinder probierten aus, stellten Fragen und meisterten die Aufgaben mit großer Begeisterung. Verkehrssicherheit wurde nicht nur erklärt, sondern direkt erlebbar gemacht.
Entwickelt und ins Leben gerufen wurde „Clever zu Fuß - sichere Kids“ von Yvonne Sittel, Verkehrssicherheitsberaterin der Polizeiinspektion Rockenhausen. Das Angebot richtet sich an Kinder, für die klassische Verkehrserziehung wegen ihrer individuellen Voraussetzungen nicht oder nur eingeschränkt geeignet ist. Im Mittelpunkt stehen drei Säulen: Sehen, hören und selbst erleben. „Die Kinder müssen es selbst tun und selbst erleben. Mittendrin statt nur dabei – das ist unser Motto“, beschreibt Sittel den Grundgedanken.
Die Schule am Donnersberg bietet dafür besondere Voraussetzungen. Die Förderschule vereint die Schwerpunkte Lernen, ganzheitliche Entwicklung, motorische Entwicklung und Sprache. Für den Aktionstag wurden die 66 Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten in fünf Gruppen eingeteilt. Vertraute Lehr- und Betreuungskräfte begleiteten sie durch fünf Stationen. Keine Übung dauerte länger als etwa 30 Minuten, die Wechsel sorgten zugleich für kurze Pausen.
Beim „Toten Winkel“ wartete ein großer Lastwagen. Markierte Flächen zeigten, wo Fußgänger oder Rollstuhlfahrende für den Fahrer nicht zu sehen sind. Die Kinder konnten sich selbst in diese Bereiche stellen und, soweit möglich, auch auf dem Fahrersitz Platz nehmen. An der Station „Sichtlinie“ lernten sie mit geparkten Fahrzeugen, warum sie eine Fahrbahn erst überqueren sollten, wenn sie den Verkehr gut überblicken und selbst gesehen werden.
Auch das sichere Überqueren an Zebrastreifen und Fußgängerampel wurde praktisch geübt. Beim Thema Fahrradhelm ging es darum, warum der Kopf besonders geschützt werden muss und wie ein Helm richtig sitzt. Nach einem kurzen Film stellten die Kinder Helme selbst ein oder erarbeiteten dies gemeinsam mit den Betreuenden. In der „Blackbox“ erfuhren sie, wie wichtig Sichtbarkeit bei Dunkelheit ist. Helle und dunkle Symbole mussten in abgedunkelten Boxen erkannt und gezählt werden.
Begleitend bearbeiteten die Kinder inklusiv gestaltete Arbeitsblätter. Danach folgte ein kleiner Test. Dabei ging es nicht um Bestehen oder Durchfallen, sondern darum, was von den Inhalten bereits hängen geblieben war. Die Arbeitsblätter und Ergebnisse werden zu einer Lernmappe zusammengestellt, damit die Schülerinnen und Schüler das Thema später im Verkehrsunterricht wiederholen können.
Für einen anschaulichen Abschluss sorgte der Melonentest. Eine Melone wurde erst ohne Schutz und anschließend mit Helm aus größerer Höhe fallen gelassen. Der Unterschied beeindruckte die Kinder sichtbar und zeigte die Schutzwirkung eines Helms. Zum Abschluss durften sich alle Teilnehmenden offiziell „Clever zu Fuß – sichere Kids“ nennen. Als Erinnerung erhielten sie eine Goodie-Bag und einen besonderen Ansteckbutton. Das Motiv dafür wurde von einer autistischen Schülerin der Schule selbst gestaltet und gemalt.
Erstmals fand der Aktionstag am Dienstag, 26. August, auf einem abgesperrten Verkehrsübungsplatz in der Nähe der Schule sowie auf dem Schulgelände und im Schulgebäude statt. Möglich wurde das Projekt durch die Zusammenarbeit vieler Beteiligter. Neben Yvonne Sittel wirkten Nadine Ertel von der Polizeiinspektion Kirchheimbolanden sowie die Sonderpädagoginnen Sandra Neri und Eva Becker mit. Die Kreisverkehrswacht Donnersberg e. V. unterstützte mit ihrem Vorsitzenden Maik Braunsdorf, der zweiten Vorsitzenden Andrea Scheel und dem ehrenamtlichen Helfer Thomas Glanzdorf. Andrea Scheel ist zugleich Ansprechpartnerin für Verkehrserziehung an den Grundschulen im Donnersbergkreis.
Für „Clever zu Fuß – sichere Kids“ erhielt die Kreisverkehrswacht Donnersberg e. V. am Freitag, 19. Juni, im Neckar-Forum in Esslingen den 27. „mobil und sicher“-Preis in Gold. Mit Gold, Silber und Bronze werden jedes Jahr herausragende Verkehrssicherheitsprojekte von Verkehrswachten aus ganz Deutschland ausgezeichnet. Preisstifter ist der Verlag Max Schmidt-Römhild GmbH & Co. KG in Lübeck, in dem seit 1994 die Fachzeitschrift „mobil und sicher“ erscheint. Silber ging in diesem Jahr an die Landesverkehrswacht Berlin für den Aktionstag „Fit für die Straße – Reinickendorf“ zu Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Bronze erhielt die Verkehrswacht Solingen für ihr „Großeltern-Enkel-Radfahrtraining“.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |