Stadtführung in Pirmasens erinnert an die Reichspogromnacht
- Eine Kerze steht sinnbildlich für Erinnerung, Trauer und Gedenken.
- Foto: Stadt Pirmasens
- hochgeladen von Frank Schäfer
Pirmasens. Wer mehr über die Reichspogromnacht und ihre Folgen in Pirmasens erfahren möchte, kann sich am Samstag, 7. November, einer offenen Stadtführung anschließen. Der Rundgang beginnt um 14.30 Uhr an der Lutherkirche in der Fußgängerzone in der Hauptstraße 58.
Ute Jaquet-Wagner und Penelope de Koning-Schwöbel beleuchten unter dem Titel Erinnerung bewahren – Die Reichspogromnacht in Pirmasens die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, zeigen die beiden Gästeführerinnen den Verlauf der Ereignisse, die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe sowie die konkreten Auswirkungen auf das jüdische Leben vor Ort.
Die Führung macht an mehreren Stationen im Stadtgebiet halt. Dort geht es darum, wie eng das jüdische Leben mit dem wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Alltag in Pirmasens verbunden war und wie Verfolgung, Boykott und Gewalt diese Strukturen systematisch zerstörten.
Rundgang führt zu früheren Orten jüdischen Lebens
Beginnend in der Hauptstraße verläuft der Rundgang entlang früherer jüdischer Geschäfte, darunter das Kaufhaus Bähr in der Fußgängerzone. Weitere Stationen sind die Friedhofstraße und die Landauer Straße mit dem früheren Geschäft der Familie Katz, der jüdische Friedhof an der Ottostraße und zum Abschluss der ehemalige Platz der Pirmasenser Synagoge.
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Pirmasens reicht laut Stadtverwaltung bis in die Landgrafenzeit zurück. Viele jüdische Mitbürger prägten die Stadt unter anderem in Vereinen, als Geschäftsleute, in der Schuhindustrie, als Ärzte oder im Kulturleben. Mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten vertrieb das Regime viele Pirmasenser Juden. Mehr als 270 Menschen wurden in Konzentrationslagern ermordet oder in den Tod getrieben.
Bei schlechtem Wetter findet die Führung virtuell an der Lutherkirche statt. Wer teilnehmen möchte, meldet sich beim Stadtarchiv unter 06331 842299 an.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |