Pirmasens lädt wieder zum Pflücken ein: Gemüse und Kräuter wachsen in der Stadt
- Wer durch die Innenstadt läuft, kann an einigen Beeten Gemüse und Kräuter entdecken und direkt vor Ort probieren.
- Foto: Stadt Pirmasens
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Pirmasens. Gurken, Tomaten oder Kräuter direkt in der Innenstadt pflücken und probieren. Das geht auch in diesem Sommer wieder. In Pirmasens wachsen Nutzpflanzen in kommunalen Beeten und Pflanzkübeln, die Bevölkerung und Gäste dürfen ernten und naschen.
Die Stadt verbindet das Projekt mit mehr Blühflächen für Insekten. Wiesen und Grünstreifen sollen zu bunten „Landeplätzen“ für Bienen, Schmetterlinge und andere Nützlinge werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, will Pirmasens damit auch Zugänge zu bewusster, gesunder Ernährung und mehr Artenvielfalt schaffen.
Neuer Nutzgarten an der Kaffeetreppe startet mit Hochbeeten
In diesem Sommer wachsen unter anderem Snack- und Salatgurken, Mini-Paprika und Tomaten. Dazu kommen Zucchini, Aubergine und als „wiederentdeckte“ Sorte erstmals Pastinaken. Auch Lollo und Pflücksalat gehören zum Angebot. Bei den Kräutern nennt die Stadt Schnittlauch, Petersilie und Salbei.
Neu ist ein Nutzgarten mit Hochbeeten im Park an der Kaffeetreppe. Dort können Anwohnerinnen und Anwohner aus der zentralen Innenstadt die Fläche in dieser Saison erstmals gemeinsam bepflanzen. Der eingezäunte Bereich hat einen Geräteschuppen und eine Wasserzapfstelle. Workshops und Seminare begleiten das partizipative Konzept, beteiligt sind die Humboldt-Universität Berlin und die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Bürgermeister Michael Maas nennt mehrere Ziele: „Wir möchten mit dem Anbau von Nutzpflanzen im Herzen unserer Stadt Lebensmittel sprichwörtlich erlebbar machen. Gleichzeitig soll ein Bewusstsein für gesunde Ernährung mit regionalen Produkten geschaffen werden. Wo sich Generationen und Kulturen beim gemeinsamen Gärtnern begegnen, entsteht automatisch ein Austausch und somit eine Weitergabe an Wissen.“ Zudem hätten lokal und regional produzierte Lebensmittel einen besonderen ökologischen Wert, so Maas.
Auch bei der Bepflanzung spielt der Klimawandel eine Rolle. Die Stadt gestaltet Beete etwa auf dem Dr.-Robert-Schelp-Kreisel, vor dem Carolinensaal oder am Schloßplatz so, dass die Pflanzen länger mit Hitze klarkommen. Genannt werden dafür unter anderem Petunien, Verbenen und Lantanen. Auf dem Waldfriedhof setzt die Stadt Fuchsien ein, weil sie Schatten mögen.
Für Insekten setzt Pirmasens auf eine spezielle Sortenauswahl und auf Nisthilfen in den Beeten. Außerdem wandelt die Stadt ungenutzte Grünstreifen und Rasenflächen in Parkanlagen in Blühflächen um, zuletzt entlang der Kaffeetreppe. Dafür nutzt sie eine Samenmischung aus inländischen Wildgräsern und Wildblumen. Maas sagt dazu: „Auch hier übernehmen wir als Kommune Vorbildcharakter“, und ermutigt Menschen, auch zu Hause im Garten, auf dem Balkon oder vor dem Fenster blühende Flächen für Nützlinge zu schaffen.
Wer die Stadtverwaltung erreichen will, kann sich an das Rathaus Pirmasens, Exerzierplatzstraße 17, wenden. Telefon: +49-6331-84-00. E-Mail: info@pirmasens.de. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Freitag 8.30 bis 12 Uhr. Einzelne Dienststellen können abweichende Zeiten haben.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |