Multitalent Monji: Premiere beim Boulevardtheater gelungen
- Christoph Erbach, Uli Zehfuß, Monji El Beji, Frank Schäffer
- Foto: Stephanie Veth
- hochgeladen von Michael Landgraf
Seit über einem Vierteljahrhundert tourt Monji El Beji mit seinen Bands Fine R.I.P. und Woifeschdkänisch durch die Pfalz. Bühne, das kann der röhrige Sänger, keine Frage. Als er 2024 zum Leinwandstar des pfälzischen Blockbusters „Hiwwe wie Driwwe 2“ aufstieg, zogen manche bereits den Hut, denn den meisten gelingt es nur in einem Genre erfolgreich zu sein. Nun also ein Musik-Comedy-Programm im renommierten Deidesheimer Boulevardtheater. „ZU BLEED ZUM ERWE“ – der Titel reizt, sodass alle Veranstaltungen in kurzer Zeit ausverkauft waren. Statt dem Konzept mit Covermelodien wie bei Woifeschdkänisch zu folgen wurden diesmal eigens geschriebene Texte und Songs „uff Pälzisch“ präsentiert. Die entstanden in Zusammenarbeit mit dem Songwriter und Musiker Uli Zehfuß, der bei der Premiere am 12. März 2026 eigens zum Weinkönig geehrt wurde. Ein empfehlenswertes Text-Songbook samt CD und Downloadcode entstand in pfälzisch-orthografischer Zusammenarbeit mit Michael Landgraf, erhältlich bei shop.palzrock.de.
Die Show bestach durch ihr wunderbares Miteinander der sehr eingängigen Mitmach-Songs und den humorvollen Dialogen mit Band-Kollegen und Co-Autor Christoph Erbach. Der gab aus dem „Off“ seine gewohnt trockenen Kommentare ab. Kern des Ganzen war eine wenig durchgestylte Handlungsebene, die sich um das Engagement des Kultsängers als Moderator der Krönungsfeier der Pfälzischen Weinhoheit bewegte, das er wegen seiner klammen Finanzlage annehmen musste. Zwischendrin hört man humoristische Kommentare zur Weltlage sowie Liebeserklärungen an seine Frau, seine Kinder, zur Pfalz und zum Dubbeglas. Das Ganze lebt von der Spontanität des sich permanent ins Publikum bewegenden Hauptdarstellers, der in höchstem Maße motivierend selbst die zum Mitsingen anregte, die behaupten, nicht singen zu können. Auf der mit einem beleuchtetem Dubbeglas-Stehtisch minimalistisch ausgestatteten Bühne saß Frank Schäffer, ein „von der Arbeitsagentur geschickter Musiker“, der eine weitere bekannte Größe der Region ist. Gekonnt begleitete er musikalisch den Auftritt und kommentierte durch Tuschs das, was auf der Bühne abging, gern auch mal mit schrägen Tönen. Lieder wie „Dubbedubbeglas“, „Worschtzippelegal“ oder „Redde mit de Leit, Redde mit de Leit“ hallten auf dem Heimweg noch nach. Wer neugierig ist: Am 20. September gibt es zwei Zusatzshows im Palatinum Mutterstadt (Tickethotline 06326 255 88 55, per Mail an info@boulevard-deidesheim.de oder auf reservix.de), weitere Shows sind angedacht.
Autor:Michael Landgraf aus Neustadt/Weinstraße |
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