Kulturpreisverleihung der Stadt Neustadt
Gedenken und erinnern

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Von Markus Pacher

Neustadt. Am vergangenen Sonntag nahmen der Förderverein Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt und sein langjähriger Vorsitzender Eberhard Dittus für ihre Verdienste um das Wachhalten der Erinnerung an die ehemaligen Gauhauptstadt Neustadt als einen zentralen Ort im menschenverachtenden Machtgefüge der NS-Zeit den Kulturpreis der Stadt Neustadt von Pascal Bender, dem Vorsitzenden des Stadtverbandes für Kultur, entgegen.„Der Förderverein Gedenkstätte für NS-Opfer hat viele Unterstützer aber nur einen Vater“, betonte Oberbürgermeister Marc Weigel in seiner Laudatio auf Eberhard Dittus. Wie kein anderer hat er die Erinnerungskultur bezüglich des dunkelsten Kapitels in der Geschichte Neustadts geprägt und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt – „und damit die Grundlage dafür gelegt, dass Neustadt als wichtiger Erfahrungsort wahrgenommen werden kann“, wie der Oberbürgermeister in seiner Laudatio formulierte. Im Rahmen der Veranstaltung würdigten Moderator Michael Landgraf, Dieter Burgard von der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten sowie Pascal Bender das unermüdliche Wirken des Fördervereins und seines Spiritus Rector, der aus gesundheitlichen Gründen vor wenigen Wochen den Vorsitz an seinen langjährigen Wegbegleiter Kurt Werner weitergereicht hatte.

Dem Ungeist der Unmenschlichkeit im Lande der Dichter und Denker und die Erinnerung an die Antikultur der NS Zeit in all ihren Facetten nachzuspüren, habe sich die Gedenkstätte und Eberhard Dittus verschrieben, sagte Michael Landgraf, der bereit zum dritten Mal die Kulturpreisverleihung moderierte. Pascal Bender lobte in einem Interview mit ihm die herausragende Arbeit, die die Gedenkstätte vor allem mit Jugendlichen geleistet habe.

Geschichtswerkstatt und außerschulischen Lernort

Auch Marc Weigel, der das Projekt seit 2009 unterstützt, hob die Bedeutung der Gedenkstätte als Geschichtswerkstatt und außerschulischen Lernort hervor. Der Sitz der Gedenkstätte, die ehemalige Turenne-Kaserne, zählte zu den ganz frühen, bereits 1933 errichteten Lagern in Rheinland-Pfalz und diente zunächst dazu, politische Gegner einzuschüchtern, informierte Weigel.

Zwischenstation auf dem Weg in die Vernichtungslager

„Über 500 Männer aus 80 Orten wurden dort gedemütigt, erniedrigt und misshandelt, so Marc Weigel über das sogenannte Neustadter „Schutzhaftlager“, das für viele Häftlinge nur eine Zwischenstation auf der todbringenden Fahrt in die Vernichtungslager war. Dittus habe es außerdem verstanden, viele Institutionen wie das Land Rheinland-Pfalz, das Landesarchiv in Speyer, das Neustadter Stadtarchiv oder den Historischen Verein der Pfalz in sein Projekt einzubinden, so Weigel. Der besondere Dank von Eberhard Dittus galt an dieser Stelle seinem Arbeitgeber, der Evangelischen Kirche der Pfalz, der ihm stets den Rücken für seine Gedenkarbeit frei gehalten habe. „Deine unerschütterliche Dickköpfigkeit haben meine eigenen Ansichten und Arbeit gestärkt“, bemerkte Weigel schmunzeln in Anspielung auf den Preisträger, der, wenn es um die Sache ging, auch streitbar und nicht immer bequem sein konnte.

Neuer Vorsitzender Kurt Werner

Mit seinem Nachfolger Kurt Werner als neuen Vorsitzenden des Fördervereins ist Eberhard Dittus seit Jahrzehnten eng verbunden. Beide kommen aus der Friedensbewegung, beide verbindet eine „gemeinsame Grundüberzeugung im ethischen Denken“, wie Kurt Werner betonte.

Bundesweiter Botschafter für Gedenkarbeit

Als „bundesweiten Botschafter für Gedenkarbeit, der Menschen begeistern kann“, charakterisierte Dieter Burgard den Kulturpreisträger und verwies auf dessen überregionale Außenwirkung in Sachen Erinnerungskultur.
Nach der Entgegennahme des Kulturpreises äußerte Eberhard Dittus den Wunsch, am Hambacher Schloss ein auf die Gedenkstätte ausgerichtetes Fernglas fest installieren zu lassen und versprach, auch künftig dem Förderverein mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Für eine abwechslungsreiche musikalische Umrahmung der im Festsaal der Herrenhofs Mußbach durchgeführten Veranstaltung sorgten Schüler des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums unter der Leitung ihres neuen Direktors Fritz Burkhardt. pac

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Autor:

Markus Pacher aus Neustadt/Weinstraße

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