Finstertaler Brunnen im Heidenbrunnertal renaturiert

Gemeinsame Aktion von NABU, Agilent Technologies und der städtischen Umweltabteilung im Heidenbrunnertal. | Foto: Stadt Neustadt
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Neustadt. Umweltabteilung und Forstbetrieb der Stadt Neustadt an der Weinstraße haben in Zusammenarbeit mit der NABU-Ortsgruppe Neustadt und Freiwilligen der Firma Agilent Technologies aus Waldbronn (Lkr. Karlsruhe) die Finstertaler Brunnen im Neustadter Heidenbrunnertal renaturiert.

Die Maßnahme ist eine naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahme für die Anlage einer Weihnachtsbaumkultur in der Talaue am Naturfreundehaus. Ziel war die Freistellung der beiden natürlichen Quellen und des kaum 100 Meter langen Quellbächleins von Beschattung durch Douglasien. Mehr Sonnenlicht, der Abbau des sauren Rohhumus aus Nadelstreu und die Pflanzung standorttypischer Laubgehölze sollen die biologische Vielfalt der quelltypischen Lebensgemeinschaften in diesem gesetzlich geschützten Biotop verbessern.

Die beiden Quellen entspringen in etwa 290 Meter Höhe im Kleinen Finstertal, einem nördlichen Seitental des Heidenbrunnertals, etwa einen Kilometer westlich des Neustadter Naturfreundehauses. Großes und Kleines Finstertal sind eher unauffällige, steile Hangmulden und dürfen nicht mit dem breiten und flachen Finstertal oberhalb der Kaltenbrunner Hütte verwechselt werden; letzteres liegt auf Hambacher Gemarkung, erstere auf der Gemarkung der Kernstadt. Die namensgleichen Täler in unmittelbarer Nachbarschaft mögen Zufall sein; nähere Erkenntnisse zu diesem Umstand fehlen bislang.

Im Oktober hatte der städtische Forstbetrieb eine größere Anzahl 65-jähriger Douglasien auf der den Quellen gegenüberliegenden Seite des Tälchens entnehmen lassen. Standorttypische Buchen sollten stehen bleiben. Mitglieder des NABU und 14 Beschäftigte der Firma Agilent machten sich dann am 29. November, angeleitet von Mitarbeitern der städtischen Umweltabteilung, an die Freiräumung der Quellen und des Baches von einer großen Menge Astwerks, das bei der Holzernte angefallen war. Entlang des Quellbachs pflanzten die Helfer anschließend Salweiden, Espen, Hasel- und Faulbaumsträucher. Auch ein kleiner Tümpel, der sich hinter einer großen Fichtenwurzel gebildet hatte, wurde von Steinen und Ästen freigeräumt. Zum Schluss wurde entlang des Wasserlaufs noch Regio-Saatgut blütenreicher Ufer-Hochstauden eingebracht.

Dank der großen Zahl von Helfern waren die Maßnahmen an den Finstertaler Brunnen schon gegen Mittag fertig. Nach dem Mittagessen im Naturfreundehaus gab es daher noch eine „Zugabe“: Im alten Steinbruch am Stenzelberg sollten Totholz auf Haufen zusammengetragen und abgestorbene Robinien-Schösslinge abgeschnitten werden. Bis wenige Tage vorher waren in dem Steinbruch noch Ziegen unterwegs gewesen, um den Gehölzaufwuchs im Zaum zu halten. 2016 war der Steinbruch von beschattenden Gehölzen freigestellt worden, auch damals schon in einer Gemeinschaftsaktion von Stadt und NABU. Seit 2021 wird das Gelände mit Ziegen beweidet, um es offen zu halten. Davon profitieren neben Gräsern und Blühkräutern auch Amphibien, Reptilien und Insekten sowie ein Wanderfalkenpaar, das seit 2017 in einem Nistkasten in der Steinbruchwand brütet.

Hintergrundinformationen:

Agilent Technologies ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen, das sich u. a. mit Analysegeräten, klinischen Testverfahren, biowissenschaftlicher Forschung und Labormanagement beschäftigt. Die Firma bietet seinen Beschäftigten die Möglichkeit, an sechs Arbeitstagen im Jahr in gemeinnützigen Projekten zu arbeiten. Das Engagement zählt als Arbeitszeit bzw. zusätzlicher, bezahlter Urlaub. Für jede darüber hinaus ehrenamtlich geleistete Stunde spendet Agilent 25 Euro. Zwei Beschäftigte der Firma sind NABU-Mitglieder und haben schon öfters ihre „Voluntary Time Off“ (VTO) in NABU-Projekten eingesetzt. Diesmal konnten sie zwölf weitere Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit bei der Quellenrenaturierung gewinnen. VTO, auf Deutsch „Freiwillige Freistellung“, ist eine freiwillige Leistung von Arbeitgebern, die es Beschäftigten ermöglicht, die persönliche Entwicklung und emotionale Intelligenz zu verbessern, neue Fähigkeiten zu entwickeln, das Stressniveau zu senken und die Arbeitszufriedenheit zu verbessern, ohne auf Lohn verzichten zu müssen.

Der Außeneinsatz hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht und man konnte hinterher tatsächlich sehen, was man geleistet hatte. Und alle waren sich einig: Es dürfte nicht der letzte ehrenamtliche Einsatz von Agilentlern im Neustadter Naturschutz gewesen sein.

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Autor:

Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße

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