Gute Laune,Wetten Dass
Wetten, dass“ bei der Frauenfasnacht St. Laurentius in Käfertal
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„Wetten, dass“ bei der Frauenfasnacht St. Laurentius in Käfertal
Wenn die Glocken in St. Laurentius von allein anfangen zu läuten, weil der Kirchturm wackelt, dann steigt im gegenüberliegenden katholischen Gemeinde- und DJK-Sportzentrum die Frauenfasnacht der kfd (katholische Frauengemeinschaft) St. Laurentius - und das bereits seit nunmehr 72 Jahren, als die Frauen der kfd im Jahre 1954 zur Fasnacht in kleinem Rahmen ein Theaterstück aufführten, später kamen Bütten, Sketche und Tänze hinzu, die Frauenfasnacht in der heutigen Form war geboren. Und seit 39 Jahren heizt Unterhalter Markus März, augenzwinkernd auch als „musikalischer Tausendsassa“ bezeichnet, die Stimmung an und sorgte für die musikalische Unterhaltung und Begleitung an beiden Veranstaltungstagen.
Die Kulisse und die Erkennungsmelodie ließen es zu Anfang bereits erahnen, aber als Thomas Gottschalk (Beate Gaddum) in gewohnt schrägem Outfit und die zierliche Michelle Huntziger (Brigitte Teschke) mit wallender blonder Mähne samt ihren Wettpaten bzw. Wettkandidaten die Bühne betraten, war es klar: das beliebte Fernsehformat war zurück und in Käfertal gelandet. Die prominenten Wettpaten Cindy aus Marzahn (Rosanna Masé), die bekannteste Waschmittelfrau der Nation, Klementine (Gaby Stuhlmacher) sowie das bayrische Gesangsduo Marianne (Karin Gwiadowski) und Michael (Lydia Waiditschka) in Dirndl und Lederhose hatten ihre Wettkandidaten dabei, sei es für die Kleiderwette (Sieglinde Feurer und Annette Müller), die Tücherwette (Gisela Schneider) oder die Wäscheklammerwette (Helga Herrwerth), mal erfolgreich, mal weniger erfolgreich. Es gab aber auch eine Saalwette: mindestens 5 Frauen aus dem Publikum können ein Fasnachtslied mit Refrain samt 1.Strophe vorgetragen. Das WoFa-Team der Philippuskirche meisterte diese Aufgabe mit Leichtigkeit. Aber auch das Stadtprinzenpaar, Nadine II und Fabian I, gewann die Prinzen-Wette souverän, acht Fasnachtsvereine an ihren Logos zu erkennen.
Einige flotte Tanzeinlagen bereicherten den Abend. der Die acht jungen Tänzerinnen der Tanzgruppe „Juniors“ der DJK Käfertal unter der Leitung von Sybille Dornseiff begeisterten mit einer flotten getanzten Zusammenfassung des Tanzfilms „Footloose“. In bunten Tutus gekleidet ließen die Fasnachtsfrauen in der flotten Tanznummer „Beach Ball Ballett“ Wasserbälle nahezu schwebelos erscheinen. Letztendlich ließen die Funny Girls (unter der Leitung von Karin Gwiadowski) in Tina Turner-Manier mit „Simply the Best“ und anderen Hits die Bühne beben.
Die Büttenreden und Sketche stammen übrigens alle aus eigener Feder. Da war der Gerichtsprozess „Nichts als die Wahrheit“ (mit Helga Herrwerth und Sieglinde Feurer) gegen eine ältere streitbare Dame, die keine der vorgetragenen Anklagepunkte akzeptieren wollte oder der mit viel Erwartungen auf amouröse Abenteuer mit flotten Italienern angetretene Flug der urlaubsreifen Fasnachtsfrauen nach Capri (Italien). Aber desillusioniert kehren sie heim: „Außer Spesen nix gewesen“.
Auch Tipper Watson, die immer fesche „Pretty Woman“ aus Alabama (Yvonne Jakobi, seit 12 Jahren in ihrer Paraderolle in der Bütt) gibt Einblicke in ihre Ansichten über Menopause, das „orangene Monster“ samt botox-versteinerte Ehefrau Melania aus den USA, die Tücken des deutschen Flaschenpfandsystem oder Überlegungen über die mannigfaltig mögliche Verwendung des auf 15 Mrd. Euro geschätzte Vermögen des Vatikans im schuldengebeutelten Mannheim. Oder die „Butzfraa“ Anne (Brigitte Teschke), deren Göttergatte Gisbert nach einer Einladung bei einer gemeinsamen Freundin mit der abführenden Wirkung von Zwiebelkuchen und Neuem Wein zu kämpfen hat.
In der Bütt, in Sketchen und in Tanzeinlagen und in einem musikalischen Tanzfinale begeisterten die mitwirkenden Frauen, Sieglinde Feurer, Beate Gaddum, Karin Gwiazdowski, Helga Herrwerth, Yvonne Jacobi, Rosanna Masé, Gisela Schneider, Gaby Stuhlmacher, Brigitte Teschke sowie Neuzugang Lydia Waiditschka) mit Tanz und Gesang. Mit Schunkelrunden, Mitmachlieder und Polonaise überbrückte Markus März geschmeidig die Übergänge zwischen den einzelnen Auftritten. Unter die weiblichen Gäste hatte sich an diesem Abend auch Pfarrer Lukas Glocker gemischt, der wie der ganze Saal sichtlich Freude an den Darbietungen des Abends hatte.
Aber auch große Dankbarkeit war Thema dieses Abends, an alle gerichtet, nicht nur an die, die die Bühne mit Musik und Tanzeinlagen bereicherten und allen Besucherinnen einen ausgelassenen Abend geschenkt, sondern gerade auch Dank an die, die hinter den Kulissen, in der Küche oder hinter der Theke, hinter der Garderobe oder Abendkasse, als geduldige Betreuer, Technik- oder Kulissenschieber eine solch tolle Veranstaltung erst möglich machen… und das rein ehrenamtlich. Chapeau und ahoi!
Beate Gaddum betonte neben dem Dank an alle Mitwirkenden vor und hinter der Bühne auch die caritative Seite einer solchen Veranstaltung. Wie jedes Jahr werden mit dem Gewinn dieser Veranstaltung auch soziale Projekte unterstützt wie das St. Agnes Mädchenhaus in Mannheim-Neckarstadt und die Aktion „Frauen in Not“. Käfertals Bezirksbeirätin Andrea Sliwka (SPD) steuerte unter dem tosenden Applaus aller Anwesenden noch einmal zusätzliche 1111 Euro dazu mit dem Verweis, dass solche tollen Traditionen und das gezeigte ehrenamtliche Engagement auch entsprechend honoriert gehörten.
Text: Beate Tilg Bilder: Wolfgang Neuberth
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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