Neuer Trend auf Social Media: Von der Suffragette zur Tradwife
- Tradwife
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Mannheim. Am Dienstag, 3. März, 17 Uhr, findet eine Veranstaltung in Kooperation mit Soroptimist International
Club Mannheim, Zonta Club Mannheim und Inner Wheel Club Mannheim in der Mannheimer Abendakademie statt.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts kämpfen Frauen für ihr Wahlrecht. Die so genannten Suffragetten waren die ersten organisierten Frauenrechtlerinnen. Sie legten die Grundsteine für das Recht auf gleichwertige Bildung, qualifizierte Berufsausbildung und schließlich das Frauenwahlrecht. Der Kampf um Gleichberechtigung war durch alle Jahrzehnte sehr mühsam und ist bis heute nicht abgeschlossen. Es sollte in Deutschland bis in 1970er Jahre dauern, bis auch im Familienrecht Frauen und Männer die gleichen Rechte garantiert bekamen.
Auch heute noch verdienen Frauen in Deutschland oft weniger als Männer, Führungspositionen und Vorstandsposten sind für Frauen nach wie vor nicht so zugänglich wie für ähnlich qualifizierte Männer. Zudem wird jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Die Zeiten, in den Frauen laut für ihre Rechte eintraten und kämpften, wie in den 70er und 80er Jahren, sind auch vorbei. Im Gegenteil: Die Solidarität unter Frauen bröckelt.
Seit mehreren Jahren suggeriert ein neuer Trend, wie schön es doch eigentlich sei, sich wieder auf traditionelle Hausfrauenwerte zu besinnen. Die so genannten Tradwives gaukeln auf Social Media Plattformen mit gelben Putzhandschuhen und Fönfrisuren die heile Welt der glücklichen Hausfrau vor. Ein Stimmungsbild, das vor allem Mädchen und junge Frauen beeindruckt. Dabei sind Tradwives oft ebenfalls Fake: Hinter der Fassade stehen erfolgreiche Geschäftsfrauen, die als Influencerinnen mit der Rolle, die sie spielen, viel Geld verdienen.
Um Frauen in der Region eine Möglichkeit des Austauschs, der Information und der Diskussion zu bieten, veranstalten Soroptimist International Club Mannheim, Zonta Club Mannheim sowie Inner Wheel Club Mannheim in Kooperation mit der Mannheimer Abendakademie und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Mannheim am Dienstag, 3. März, in der Abendakademie ein Podiumsgespräch mit einem Vortrag und Infoständen verschiedene Frauenverbände und Organisationen. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr, im großen Saal.
Als Impulsgeberin wird Prof. Dr. Sylvia Schraut über die Erfolgsgeschichte der Frauenbewegung sprechen. Der Vortrag schlägt einen Bogen von der Suffragette zur Tradwife und fragt nach der Bedeutung von Netzwerkarbeit. Am anschließenden Podiumsgespräch nehmen Prof. Dr. Andrea Römmele (Vize-Präsidentin an der Hertie School in Berlin), Prof. Dr. Julia Gokel (SRH University of Applied Sciences Heidelberg), Dr. Leila Mekacher (Berufsbildungswerk Neckargemünd), Ina Schlie (Unternehmerin encourageventures) sowie Renate Fehrenbach (Vorsitzende Landfrauen Mannheim Wallstadt) teil. Moderiert wird das Podiumsgespräch von Astrid Jacoby von Radio Regenbogen.
Im Foyer informieren Frauenverbände, Einrichtungen und Organisationen über ihre Arbeit. Mit dabei sind der Deutsche Juristinnenbund e.V. Regionalgruppe Mannheim-Heidelberg, das Frauenzimmer-Netzwerk Mannheim, das GIG7 - Kompetenzzentrum Female Business, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim, der Inner Wheel Club Mannheim, die Kontaktstelle Frau und Beruf Mannheim, die Landfrauen Mannheim, die Mannheimer Abendakademie, das Berufsbildungswerk Neckargemünd mit einem MINT-Stand, der Soroptimist International Club Mannheim sowie der Zonta Club Mannheim. Nach dem Podiumsgespräch gibt es im Foyer die Möglichkeit für einen gedanklichen Austausch bei Getränken und Snacks. Der Eintritt ist frei.red
Autor:Karin Hoffmann aus Ludwigshafen |
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