Umweltministerium setzt auf Prävention gegen Afrikanische Schweinepest
Für den Krisenfall gewappnet

Ein festinstallierter Zaun kann die Ausbreitung des Virus durch wandernde Wildschweine verhindern.
  • Ein festinstallierter Zaun kann die Ausbreitung des Virus durch wandernde Wildschweine verhindern.
  • Foto: Peggy Choucair/Pixabay
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Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz hat den Bund mehrfach, auch in einer Bundesratsinitiative aufgefordert, vor dem Hintergrund der Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die Rechtsgrundlage für einen festen Zaun an der Grenze zu schaffen. Diesen Vorschlag hat das Bundeslandwirtschaftsministerium bis heute abgelehnt. Das bedauert die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken. Aus deren Sicht müsse alles dafür getan werden, um das Virus aufzuhalten. So würde man dazu beitragen sowohl Tierleid zu vermeiden als auch die Marktfähigkeit schweinehaltender Betriebe aufrechtzuerhalten. Ein festinstallierter Zaun kann die Ausbreitung des Virus über wandernde Wildschweine verringern. Aus ihrer Sicht ist eine intensive Vorbeugung das A und O.

„Rheinland-Pfalz ist für den Krisenfall gewappnet. Wir setzen seit Jahren auf Prävention und haben den Katastrophenfall mehrfach mit allen Beteiligten geübt, mobile Zäune eingelagert, tausende an Wildschweinkadavern auf das Virus beprobt und die Bejagung von Wildschweinen deutlich erhöht. Für Schweinehalter haben wir ein Früherkennungs-Programm entwickelt. Zudem stehen wir mit anderen Ländern in ständigem Wissensaustausch“, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken. Heute wurde in Deutschland der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bekannt. In Brandenburg fand man einen infizierten Wildschweinkadaver.

Das Risiko, dass die ASP auch nach Rheinland-Pfalz kommt, ist nach wie vor hoch. Denn der größte Risikofaktor, der sich auf die Verbreitung der für Wild- und Hausschweine meist tödlichen Krankheit auswirkt, ist der Mensch. Deshalb appelliert Höfken: „Werfen Sie keine tierischen Produkte ins Freie, nutzen Sie dazu verschlossene Mülltonnen. Denn bereits ein infiziertes Wurstbrötchen, das ein Wildschwein frisst, kann zum Ausbruch der Krankheit führen.“ Auch Jagdtrophäen solle man nur präpariert transportieren und mit Blut in Kontakt gekommene Jagdutensilien stets gründlich desinfizieren.

Es ist nicht auszuschließen, dass sich der ASP-Fall in Brandenburg auch auf rheinland-pfälzische Betriebe mit Schweinehaltung auswirkt. Drittstaaten wie China können Deutschland per se als ASP-Gebiet einstufen und keine regionale Unterscheidung treffen.
Daher fordert Höfken das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, sich für eine Regionalisierung einzusetzen und so den Betrieben, die in ASP-freien Gebieten liegen, die Möglichkeit eröffnen auch weiterhin Schweinefleisch verbringen zu dürfen.
„Deshalb – und auch aus Tierschutzgründen – ist es unser oberstes Ziel, die Einschleppung der ASP in die hiesige Hausschweine- und Wildschweinpopulation zu verhindern“, so Höfken. Für uns Menschen ist die Krankheit im Übrigen ungefährlich. ps

Autor:

Jessica Bader aus Ludwigshafen

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