Handball-Bundesliga - Eulen Ludwigshafen
Die Eulen Ludwigshafen verlieren Krimi beim TBV Lemgo Lippe

Christian Klimek warf in Lemgo zwei Tore für die Eulen (Foto Michael Sonnick)
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  • Christian Klimek warf in Lemgo zwei Tore für die Eulen (Foto Michael Sonnick)
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Die Eulen Ludwigshafen verlieren beim TBV Lemgo Lippe einen Handball-Krimi mit 22:24 Toren, zur Halbzeit führten die Eulen noch mit 11:10. Eine Schwächeperiode der Eulen zwischen der 35. und der 42. Minute ließ das Spiel kippen. Die Eulen waren wieder dran – in der Schlusssekunde machte Lukas Zerbe vor 1.000 Zuschauern den Heimsieg perfekt.

„Letztlich war’s ein verdienter Sieg“, sagte Eulen-Coach Ben Matschke: „Ab Mitte der zweiten Halbzeit bei 18:17 haben wir uns sehr schwer getan gegen die 6:0-Abwehr mit Peter Johannesson. Meine jungen Spieler haben Lehrgeld gezahlt, haben gesehen, was es heißt, auswärts Bundesliga zu spielen. Da werfen wir zu leicht die Bälle weg. Trotzdem habe ich noch einmal eine Leistungssteigerung gesehen.“

Christian Klimeks Wiedersehen

Lemgo hatte bis zum Corona bedingten Saisonabbruch nach dem 8. März 2020 einen Lauf. Im Dezember 2019 hatte der TBV in Ludwigshafen das Pokal-Viertelfinale gegen die Eulen gewonnen, den Einzug ins Final Four geschafft, das nun aber erst 2021 stattfinden wird. Ein Faktor des Pokaltriumphs in der Ebert-Halle: Christian Klimek. Im Sommer kehrte er nach vier Jahren in Lemgo zu „seinen“ Eulen zurück. Am Donnerstagabend gab’s das Wiedersehen. „Ich freu‘ mich mega“, verriet der Kreisläufer am Vortag der Partie in der alten Heimat. Er traf zweimal – und trat dann doch geknickt die Heimreise an. Da war mehr drin.

Jannek Klein – ein Versprechen für die Zukunft. Vor einem Jahr kam er aus dem Talentschuppen des FC Barcelona. Das erste Lehrjahr – hart. Das zweite macht Hoffnung auf eine erfolgreiche Gesellenprüfung. In der Phoenix Contact Arena war Klein ein Aktivposten auf Halbrechts. Selbstbewusst hämmerte er den Ball nach 39 Sekunden zum 1:0 in die Maschen. In der 16. Minute sorgte der 21 Jahre alte Klein für das 6:6. Gegen Ende der ersten Hälfte löste ihn der ein Jahr jüngere Yessine Meddeb ab und trommelte den Ball zum 9:9 in die Maschen (26.). Als Azat Valiullin für das 10:9 sorgte, nahm Florian Kehrmann seinen Torwart Peter Johannesson heraus, der in 27 Minuten nur eine Parade hatte. Timon Mühlenstädt kam, wurde nach der Pause aber wieder abgelöst. Dass die Eulen zur Pause 11:10 führten, daran hatte Torwart Gorazd Škof mit acht Paraden großen Anteil. Grandios wie der Oldie in der 7. Minute eine Doppelchance von Isaias Guardiola und Gedéon Guardiola entschärfte. Die Eulen imponierten wohl mit ihrer sehr flexiblen 6:0-Abwehrwand, sie mussten sich ihre Tore sehr hart erarbeiten. So vergab Jan Remmlinger nach einem vom aus dem Tor geeilten Škof abgefangenen Ball frei (14.). Dreimal stand die Latte im Weg, dann verzeichnete Hendrik Wagner nach einem Aluminiumkracher zwei Fahrkarten. Nach dem 7:9-Rückstand kämpften sich die Eulen wieder zurück. Rechtsaußen Daniel Wernig, in der 22. Minute erstmals für die Eulen aktiv, sorgte nach einem an Max Haider verursachten Siebenmeter für die 11:9-Führung der Eulen und mit 11:10 gingen die Friesenheimer in die Pause.

Dem 11:11 von Isaias Guardiola ließ Pascal Bührer postwendend das 11:12 folgen (34.). Timm egalisierte mit einem fantastischen Rückhand-Fallwurf (35.) und Isaias Guardiola warf Lemgo in Front (36.). Dass der TBV auf 16:13 davon zog lag auch an Peter Johannesson, der in den ersten fünf Minuten nach seiner Rückkehr ins Tor drei Paraden hatte, am Ende sechs. Ein Kempa-Trick Wernig/Grimm misslang (43.). In der 46. Minute neue Hoffnung: Nach Škofs zehnter Parade verkürzte Klimek auf 15:16. Nach 50 Minuten führte Lemgo 20:17, nach 52 Minuten 21:17. Pech, dass Dominik Mappes in der 51. Minute an der Latte scheiterte – der fünfte Aluminiumtreffer seiner Mannschaft. Lemgo hatte zwei. Die Eulen kamen wieder heran: Max Neuhaus, dann zweimal Jan Remmlinger nach Martin Tomovskis Paraden ins leere Tor. Nur noch 21:20 für die Gastgeber, dann aber traf Lukas Zerbe: 22:20! Wernig verkürzte per Heber auf 22:21. Dann Tim Suton – 23:21. Noch 66 Sekunden! Jannek Klein ergänzte seine Leistung im Eulen-Dress mit seinem vierten Tor: 23:22 – noch 33 Sekunden. Zeitspiel des TBV – die Schiris lassen die „Kehrmänner“ gewähren. Mit der Schlusssirene trifft Lukas Zerbe zum dritten Mal: 24:22.

Seit Dezember 2014 ist Florian Kehrmann Trainer des TBV Lemgo Lippe. Der heute 43-Jährige – eine Ikone des Vereins, dessen Trikot mit der Nummer 15 er 15 Jahre trug. Von 1999 bis 2014 spielte der Rechtsaußen für den TBV, vorher war er für TUSEM Essen und Sportring Solingen am Ball. In 223 Länderspielen schoss der Weltmeister von 2007 820 Tore. Dreimal war „Flo“ Kehrmann Deutschlands Handballer des Jahres. Als er am Donnerstag zu seiner Bank schritt kreuzte sich der Weg mit Christian Klimek. Eine kurze Begrüßung, eine schnelle Umarmung. Sportsgeist. Dass er nach vier Jahren keinen Vertrag mehr in Lemgo bekommen hatte, das nagte an Klimek. Vorbei – wenn auch nicht ganz vergessen. „Ich bin glücklich, ich bin daheim“, sagt der geborene Ludwigshafener.

Die Eulen Ludwigshafen bestreiten das nächste Heimspiel am Donnerstag, 15. Oktober um 19 Uhr gegen den SC Magdeburg in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen.

Statistik :

TBV Lemgo Lippe: Johannesson (27. – 30. Mühlenstädt) - Isaias Guardiola (3), Kogut, Carlsbogard (3) - Schagen (1), Elisson (7/2) – Gedéon Guardiola (1) – Timm (3), Baijens (1), Suton (2), Zerbe (3), Reimann

Eulen Ludwigshafen: Škof (50. Tomovski) - Klein (4), Mappes (1), Valiullin (3) - Durak, Remmlinger (3) - Klimek (2) – Dietrich, Wagner, Neuhaus (2), Haider, Wernig (4/3), Meddeb (1), Grimm

Spielverlauf: 0:1( 1.), 4:2 (5.), 5:5 (13.), 6:6 (16.), 9:7 (21.), 9:9 (26.), 9:11 (29.), 10:11 (Halbzeit), 12:12 (35.),13:12 (36.), 16:13 (42.), 16:14 (43.), 20:17 (50.), 21:20 (56.), 22:21 (58.), 23:21 (59.), 23:22 (60.), 24:22 (Ende) - Siebenmeter: 2/2 - 3/3 - Zeitstrafen: 2/2 - Zuschauer: 1000 - Schiedsrichter: Heine/Standke (Wendenburg/Ronnenberg).

Hier die nächsten Heimspieltermine von den Eulen Ludwigshafen in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen :

Donnerstag, 15. Oktober um 19 Uhr Eulen Ludwigshafen gegen SC Magdeburg
Donnerstag, 29. Oktober um 19 Uhr Eulen Ludwigshafen gegen TSV Hannover-Burgdorf
Samstag, 14. November um 20.30 Uhr Eulen Ludwigshafen gegen HC Erlangen

Text Eulen Ludwigshafen und Michael Sonnick

Christian Klimek warf in Lemgo zwei Tore für die Eulen (Foto Michael Sonnick)
Trainer Florian Kehrmann (links) vom TBV Lemgo Lippe mit seinem ehemaligen Spieler Christian Klimek (Foto Michael Sonnick)
Autor:

Michael Sonnick aus Ludwigshafen

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