Weltfrauentag 2026 - Idee einer deutschen Sozialistin

Weltfrauentag: US-Statue zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts in den USA. Millicent Garret Fawcett, Aktivistin und Frauenrechtlerin, engagierte sich seit 1874 fürs Wahlrecht.  | Foto: dimitrisvetsikas1969
  • Weltfrauentag: US-Statue zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts in den USA. Millicent Garret Fawcett, Aktivistin und Frauenrechtlerin, engagierte sich seit 1874 fürs Wahlrecht.
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Auch am Weltfrauentag 2026 machen Kirchen, Wissenschaftlerinnen, Organisationen und Verbände weltweit auf die Ungleichstellung von Mann und Frau aufmerksam. Welchen geschichtlichen Hintergrund hat der Aktionstag und was hat die Frauenbewegung bis heute bewirkt? 

Deutsche Sozialistin ruft internationalen Feiertag ins Leben

Die Erfinderin des weltweiten Festtags ist tatsächlich eine Deutsche. Die berühmte Sozialistin Clara Zetkin forderte seit 1904 das Frauenwahlrecht in Deutschland. Auf ihren Antrag wurde auf der Weltkonferenz der Sozialistinnen 1910 die Einführung eines internationalen Frauentags beschlossen. Frauen auf der ganzen Welt sollten an diesem Datum ihr Wahlrecht einfordern. Die Konferenz legte den Festtag bewusst auf dieses Datum. Denn am 8. März gedachte man gefallenen Separatisten der Märzrevolution 1848. Grundidee der Revolution war gerade die Gleichheit und der Umsturz althergebrachter Systeme. Schon am 28. Februar 1909 war ein nationaler Kampftag fürs Frauenwahlrecht in den USA ein voller Erfolg gewesen, weil neben Arbeiterinnen auch viele Bürgerliche bei den Demonstrationen in New York mitmarschierten. Die Großdemonstration hatten Mitgliederinnen der Sozialistischen Patei Amerikas organisiert und geplant, die seit 1908 eine Frauenkomitee hatte. Unter Sozialistinnen glaubte man, dass es sich lohne, den Aktionstag zu wiederholen. 

Der Aktionstag brachte in den Folgejahren die erzielten Fortschritte: Zwischen 1914 und 1918 beschlossen die Regierungen einiger europäischen Länder das allgemeine Wahlrecht, darunter auch Deutschland 1919. Doch bis heute gibt es viele Staaten ohne Frauenwahlrecht, wie etwa einige arabische Länder Asiens und teils auf Afrikas.

Nach 1919 gerieten in Europa andere Forderungen auf die Agenda des Weltfrauentags: Frauen besuchten oft keine weiterführenden Schulen oder Universitäten und es gab erhebliche Lohnungleichheiten. Weltweit demonstrierten Frauen für Bildungsgerechtigkeit und gleiche Löhne. 

Weltfrauentag während NS-Zeit und kaltem Krieg

Nach der NS-Ideologie sollten Frauen Kinder gebären und ihrem Mann den Rücken freihalten, der in Politik und Arbeitsleben die wichtigen Rollen einnahm. Während des Nationalsozialismus wurde ihnen das Wahlrecht abgesprochen. Das Regime forderte die Entlassung aus dem Arbeitsleben. Mit Organisationen und Gewerkschaften wurde auch der internationale Frauentag verboten. Kriegswirtschaft und Männer an der Front machten Frauenarbeit später jedoch wieder notwendig.

Nach Kriegsende und noch vor der Neugründung der Parteien wurde 1948, von den vier einzigen Frauen im Parlament forciert, der Gleichstellungsparagraph ins Grundgesetz aufgenommen. Im gespalteten Deutschland wurde der Weltfrauentag in Ort und West ganz unterschiedlich zelebriert: Clara Zetkin wurde in der BRD als Kommunistin und Extremistin abgetan. Die Bedeutung des Feiertags verblasste, nur für die Kommunisten nicht, die weiterhin am 8. März den Frauentag feierten. In der BRD gab es zudem einen sozialdemokratischen Frauentag, der jedes Jahr auf ein anderes Datum fiel.

In der Ex-DDR verliehen hochrangige Politiker der einzigen Partei und des Staats Medaillen an große, talentierte Frauen, zur Ehrung der Arbeit und des politischen Engagements. Die Empfänge und Feste wurden weiterhin unter dem Motto der Gleichstellung begangen. Kein anderes Land hatte eine so hohe Quote an arbeitenden Frauen wie die DDR. In die hohen politischen Ämter kamen Frauen jedoch nicht.

In Westdeutschland wurde der Weltfrauentag zu einem pazifistischen Feiertag, den Minderheiten gegen die Wiederaufrüstung veranstalteten. Während den 50er und 60er Jahren, die viele Frauen als Heimchen am Herd verbrachten, weil der Mann in den Wirtschaftswunderjahren genug verdiente, verblasste die Bedeutung des 8. März immer mehr.

Erst nach 68, also in den 70er-Jahren wurde der internationale Frauentag wieder symbolhaft gefeiert, von der Jugendbewegung aufgewertet und verbreitet als Fest der Gleichstellung und des Zusammenhalts unter Frauen aus der ganzen Welt. Er widmete sich Themen wie Gewalt in der Ehe, Rechte von Ausländerinnen oder Lohnlücken zwischen Männer und Frauen.

Nach der Wiedervereinigung und bis heute, besonders nachdem 1975 die Vereinten Nationen den 8. März offiziell zum Internationalen Frauentag erklärten, behielt er diese Bedeutung. Vor allem Frauengruppen, Gleichstellungsbeauftragte und Gewerkschaften, aber auch Organisationen, Kirchen, Verbände, Unternehmen und Wissenschaftler organisieren an diesem Tag Events gegen Gewalt an Frauen, sexuelle Belästigung, Menschenhandel, für Gleichheit am Arbeitsplatz. In Europa gilt zumindest die rechtliche Gleichstellung, auch wenn sie kulturell, sozial und wirtschaftlich noch nicht erreicht ist. In Institutionen sorgt die Frauenquote für gleiche Jobchancen, während in Führungspositionen in der freien Wirtschaft Männer deutlich dominieren. Auch die Lohnlücke ist enorm. Der Staat hat sich 1994 mit einer Klausel im Grundgesetz verpflichtet entgegenzusteuern. In vielen arabischen Ländern gibt es nach wie vor eine Art Patriachat in den Familien, unabhängig von der religiösen Gesinnung.

Kaum zu glauben, dass die Frauen im Mittelalter auch in Deutschland noch unter der rechtlichen Vormundschaft des Mannes standen. Der Mann nahm der Frau alle wichtigen Entscheidungen ab und hatte ihr gegenüber eine Rechtstellung wie heute gegenüber seinen Kindern. Bis 1962 durften Frauen kein Bankkonto führen, ohne dass ihre Männer vorher zugestimmt hatten. Bis Ende der 70er waren Frauen per Gesetz dazu verpflichtet, den Haushalt zu führen. Die Männer entschieden, ob sie arbeiten durften oder zu Hause bleiben mussten.

Weltfrauentag: Der internationale Frauentag als gesetzlicher Feiertag

2019 führte Berlin den internationalen Feiertag als gesetzlichen Feiertag ein. Mecklenburg-Vorpommern will ab 2023 nachziehen.

In ehemaligen osteuropäischen sozialistischen Staaten ist der internationale Frauentag gesetzlicher Feiertag, an dem man nicht arbeitet, wie etwa in Bosnien, Serbien, Kroatien. Dort schenken Männer ihren Frauen Blumen und schreiben Karten.

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Autor:

Julia Glöckner aus Ludwigshafen

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