Tour der Hoffnung nach Oggersheim: 1,3 Millionen für krebskranke Kinder
- Die Tour der Hoffnung auf der Strecke: sehr viel Grün – für Hoffnung eben.
- Foto: Christian Schell
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Oggersheim. 150 Radler haben in den vergangenen Tagen auf einer Tour durch Hessen bis ins pfälzische Oggersheim knapp 1,3 Millionen Euro am Wegesrand gesammelt. Der Erlös fließt in die Krebsforschung und neue Behandlungsmethoden für krebskranke Kinder.
In grünen Trikots und gelben Helmen sammelten die Radler bei den 22 Stopps die Spenden ein: auf Firmengeländen, bei der Polonaise quer durch den Springbrunnen auf dem Elvis-Presley-Platz in Friedberg, im Schlosspark, auf Stadtteilplätzen, in einem Autohaus, vor Supermärkten oder vor Kirchen. Fast 250 Kilometer legten sie seit Donnerstag zurück. Bei einer der ältesten und erfolgreichen Wohltätigkeitsorganisationen in Deutschland kamen mit 118 Einzelspenden 2025 wieder 1,273 Millionen Euro zusammen. Die Radler sind Jahr für Jahr ehrenamtlich unterwegs.
„Wir haben drei sehr emotionale Tage hinter uns – und dazu auch noch perfekt sonnige“, berichtete Schirmherrin Petra Behle. Und immer wieder winken Menschen aus Autos, beim Vorbeigehen und vor allem staunende Kinder. „Es hat bei unserer 42. Tour der Hoffnung einfach alles gepasst“, sagte Petra Behle. Die Strecke führte diesmal erst rund um das mittelhessische Gießen, am Folgetag durch Frankfurt über Eschborn, Oberursel, Bad Homburg, Friedberg und Langgöns nach Butzbach. Am Tag drei führte die Benefizradaktion am Samstag von Weiterstadt nach Darmstadt und weiter ins Südhessische über Bensheim, Bürstadt, Lampertheim bis ins rheinland-pfälzische Oggersheim.
Das Ziel eines möglichst hohen Spendenergebnisses steht dabei über allem. Es geht an Krebsforschungsinstitute sowie Institutionen, in Behandlungskonzepte, pflegerische und psychosoziale Betreuung sowie in die klinische Versorgung. Die Spenden kommen zu hundert Prozent bei den Begünstigten an. Sponsoren übernehmen die Kosten und Organisation der Tour. Die Ehrenamtler, viele sind schon viele Jahre mit dabei, genießen das Zusammensein. Wichtig sind auch die Begegnungen mit Menschen am Wegesrand. Die Radler legen bis zu 80 Kilometer am Tag zurück, frühstücken um 6.30 Uhr gemeinsam und sitzen bis spätabends zusammen.
Bei jedem einzelnen Stopp moderierten Eiskunstläuferin Marina Kielmann und Dieter Hämmelmann durch das Programm, die musikalische Botschafterin Jessica Kessler setzte mit der Tour-Ballade „Ein Licht am Horizont“ den Grundton. Kita-Kinder sangen, der Bräuschter Shanty-Chor grüßte zum Start am dritten Tag in Weiterstadt, in Lampertheim riss das musikalische Duo Matthias Karb und Schepper die Radler mit einem eigens getexteten Hoffnungs-Song mit und immer waren Tour-Aktive mit zwei Sparschweinen unterwegs bei den Bürgern. Knapp ein Dutzend Prominente nutzten ihre Bekanntheit, ließen Selfies mit sich machen und fuhren mit. Erstmals mit dabei waren zum Beispiel Schauspieler Johann von Bülow, Radrennprofi Simon Geschke, Skispringer Stephan Leyhe, die Kanutin Nicole Reinhardt oder auch Fußballer Sebastian Rode.
Petra Behle fasste ihre Eindrücke zusammen: „Es war wieder unglaublich, was auch unsere Radlerinnen und Radler selbst mitgebracht haben. Danke an alle, vor allem an unsere engagierten und treuen Sponsoren.“ „Wir, als die Verantwortlichen, sind glücklich über den reibungslosen und unfallfreien Verlauf der 42. Tour der Hoffnung“, sagte der Vorsitzende Dr. Mathias Rinn: „Die minutiöse Vorplanung ist perfekt aufgegangen. Dafür haben neben der exakten Vorbereitung auch unsere 35 Helferinnen und Helfer maßgeblich beigetragen.“ Der zweite Vorsitzende Wolfgang Rinn schaute am Tag danach schon wieder nach vorne: „Wir haben uns schon Gedanken gemacht, wo es im kommenden Jahr hingeht.“
Vom 6. bis 9. August 2026 wird die 43. Tour der Hoffnung wieder rollen – wie immer zum Prolog rund um Gießen. An den beiden Folgetagen führt sie dann in die Region Magdeburg, Halle und Leipzig.
Das Medizinische Kuratorium entscheidet in den kommenden Wochen über gestellte Anträge, 42 an der Zahl mit einem Förderbedarf über rund vier Millionen Euro. Am 15. November werden die Zuwendungen übergeben. „Daran ist deutlich zu erkennen: Der Bedarf besteht“, sagte Schirmherrin Petra Behle. Deshalb lautet ihre wichtigste Botschaft: „Auch wenn die 42. Tour der Hoffnung nun vorbei ist, es kann weiterhin gespendet werden.“ jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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