Strategische Wahl: Entscheidung für Plan B oder bestimmte Koalitionen
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Rheinland-Pfalz. Immer mehr Leute wählen strategisch, vor allem bei Stichwahlen oder wenn die präferierte Partei abfällt in Umfragen. Wähler stehen vor der Frage: Soll ich die Partei wählen, die ich wirklich am besten finde, oder strategisch wählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen?
Bei der strategischen Wahl geht es darum, die eigene Stimme so einzusetzen, dass sie möglichst großen Einfluss auf das Ergebnis der Koalitionsbildung hat. Ausgehend von den Wahlumfragen lässt sich schon grob erahnen, welche Koalitionen möglich sind.
Will man verhindern, dass eine Partei die stärkste wird, die von eignen Interessen und Werten weit entfernt ist, macht man das Kreuz bei der Partei, die ihnen am zweitnächsten steht. Beispiele dafür wären bei der anstehenden Landtagswahl die Wahl der CDU als FDP-Stammwähler oder die Wahl der SPD als überzeugter grüner Wähler. Da beide großen Volksparteien nach Wahlumfragen fast gleich auf sind, könnte man so beeinflussen, wer die Regierung bildet.
Politikwissenschaftler sprechen hier von „strategischem Wählen“. Dabei geht es darum, die eigene Stimme so einzusetzen, dass sie möglichst großen Einfluss auf das Ergebnis hat.
Auch wäre es möglich, einer kleinen Partei die Stimme zu geben, etwa den Linken, damit sie die 5-Prozent-Hürde schaffen. Dafür könnten sich Wähler entscheiden, die sich gegen den Rechtsruck der Politik bewusst entscheiden. Wichtig ist, nicht aus Protest zu wählen. Informieren Sie sich über Programme und Debatten anhand seriöser Medien. Oder nutzen Sie den Wahl-O-Mat. Am häufigsten ist der Fall, dass Wähler ihre Stimme bewusst einer größeren Partei geben, um zu verhindern, dass eine unerwünschte Partei gewinnt.
Strategisch Wählen – Was spricht dafür?
Fragen Sie sich: Möchte ich meine Überzeugungen möglichst direkt ausdrücken oder eher ein bestimmtes politisches Ergebnis beeinflussen? Wer strategisch wählt, priorisiert oft die Koalition über die reine Präferenz für eine Partei. Damit kann man auch künftige Gesetze beeinflussen, etwa in Richtung Klimaschutz, Wirtschaft oder Schuldenbremse, die künftig Kommunalentschuldung und kommunale Finanzhilfen sowie Investitionen beeinflussen wird.
Lassen Sie sich nicht nur von Umfragen leiten: Was spricht gegen strategische Wahl?
Umfragen können Hinweise geben, sind aber keine absolute Garantie für den Wahlausgang. Die Ergebnisse lassen sich nie vorab genau abbilden. Wenn sich zu viele Wähler ausschließlich nach Umfragen richten, kann das sogar das Ergebnis verzerren. Auch das Selbstbewusstsein von Parteien, die sich nicht in der Mitte positionieren, kann die strategische Wahl beeinflussen. Auch kleinere Parteien können durch Stimmenanteile langfristig politisch stärker werden. Wer immer nur strategisch wählt, könnte unbeabsichtigt dazu beitragen, dass politische Vielfalt abnimmt.
Bleiben Sie kritisch gegenüber Kampagnen und Social Media
Im Internet verbreiten sich Informationen – und auch Desinformationen – schnell. Prüfen Sie Quellen und hinterfragen Sie emotionale Kampagnen oder stark vereinfachte Botschaften. jg
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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