Rote Blöcke vor dem Abriss: Das plant die Stadt für die Bewohner
- In der Bayreuther Straße bereitet die Stadt den Abriss der sogenannten Roten Blöcke vor. Damit die rund 100 Menschen dort während der Arbeiten weiter untergebracht bleiben, entstehen in den nächsten Monaten Ausweichquartiere in Modulbauweise.
- Foto: Walter
- hochgeladen von Stephanie Walter
Ludwigshafen. In der Bayreuther Straße bereitet die Stadt den Abriss der sogenannten Roten Blöcke vor. Damit die rund 100 Menschen dort während der Arbeiten weiter untergebracht bleiben, entstehen in den nächsten Monaten Ausweichquartiere in Modulbauweise.
Die Roten Blöcke sind zwei viergeschossige Gebäude mit 84 Wohneinheiten. Die Stadt baute sie 1957. Sie gelten als nicht mehr wirtschaftlich sanierbar. Voraussichtlich im August beginnt die Stadt mit Arbeiten für Strom, Wasser und Abwasser. Ab dem Herbst startet der Aufbau der Ausweichquartiere.
Drei Containergebäude und Umzug als nächster Schritt
Die Ausweichquartiere bestehen aus drei dreigeschossigen Gebäuden mit Einzelzimmern. Auf jeder Etage plant die Stadt Gemeinschaftsbäder und Gemeinschaftsküchen, dazu Räume für Waschmaschinen. Die Stadt Ludwigshafen mietet die Containergebäude.
Die Stadt baut die Gebäude nacheinander und macht sie schrittweise bezugsfertig. Sie stellt sie zwischen den Weißen und Roten Blöcken sowie auf dem nahe gelegenen Bolzplatz auf. Erst nach dem Umzug der derzeit rund 100 Menschen aus den Roten Blöcken kann der Abriss beginnen.
Die Stadt Ludwigshafen plant im Einweisungsgebiet eine umfassende Umgestaltung und Modernisierung der Notwohnungen. Nach dem Abriss der Roten Blöcke will sie Ersatzneubauten errichten. Danach soll die Sanierung der benachbarten Weißen Blöcke folgen. Die Weißen Blöcke entstanden 1971. Sie bilden ein viergeschossiges hufeisenförmiges Gebäudeensemble mit elf Eingängen und 93 Wohneinheiten.
Für die Ersatzneubauten der Roten Blöcke plant die Stadt nach aktuellem Stand Einzelwohneinheiten für etwa 150 Personen, jeweils mit eigenem Bad. Vier bis acht Plätze reserviert die Stadt als Kurzaufenthaltsplätze. Vier Einheiten sollen barrierefrei sein. Geplant sind außerdem Räume für die Betreuung, darunter Gemeinschaftsräume, Büros für Sozialarbeitende und ein Raum für die Street Docs. Die Gebäude im Einweisungsgebiet schließt die Stadt an das Fernwärmenetz der TWL an.
Sozialdezernent David Guthier sagt: "Die Roten Blöcke sind in die Jahre gekommen. Auch wenn es für Notunterkünfte rein rechtlich gesehen wenig Vorgaben gibt, außer dass den Menschen ein Dach über dem Kopf gegeben werden soll, welches vor Witterungseinflüssen schützt, wollen wir den Standard unserer Notunterkünfte deutlich anheben. In den Ersatzneubauten für die Roten Blöcke wird es daher beispielsweise keine Gemeinschaftsduschen mehr geben. Gleichzeitig bleibt es unsere Strategie, alle präventiven Möglichkeiten zu nutzen, um das Entstehen von Wohnungslosigkeit zu verhindern, wie das unsere Fachstelle für Wohnraumsicherung bereits seit vielen Jahren durchaus erfolgreich macht".
Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt ergänzt: "Ich bin sehr froh, dass wir es nach vielen Jahren der Vorbereitung nun mit den ersten Vergaben für die Ausweichquartiere in die Umsetzung geschafft haben. Der Anschluss der Neubauten an die Fernwärme von GML und TWL ermöglicht das Heizen ohne veraltete Ölöfen in den Räumen. Zudem wird sich die Berücksichtigung der Richtlinie für klimaneutrale städtische Gebäude beim Bau der neuen Unterkünfte in den Nebenkosten positiv niederschlagen".
Den aktuellen Planungsstand stellt die Stadt in der nächsten Sitzung des Ortsbeirats Nördliche Innenstadt vor.
In Ludwigshafen ist für Einweisungen in Notunterkünfte die Fachstelle für Wohnraumsicherung im Sozialdezernat zuständig, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Es gibt zwei Einweisungsgebiete, in der Bayreuther Straße und in der Kropsburgstraße. Insgesamt sind derzeit rund 500 Menschen in beiden Einweisungsgebieten untergebracht.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |