Pflegekraft aus Ludwigshafen ist „Pflegerin des Jahres"
- «Das ist eine unglaublich sinnstiftende Arbeit», sagt Bergmann. (Archivbild)
- Foto: Uwe Anspach/dpa
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Ludwigshafen. Eine Pflegekraft aus der BG Klinik Ludwigshafen ist bundesweit als „Pflegerin des Jahres“ ausgezeichnet worden. Die 48 Jahre alte Manja Bergmann arbeitet seit 25 Jahren im Querschnittzentrum der Klinik und wurde von der Initiative Herz & Mut geehrt.
Der Preis wird vom Baden Badener Personaldienstleister Jobtour medical organisiert. Nach Angaben der Initiative waren rund 1000 Pflegekräfte aus ganz Deutschland vorgeschlagen worden. Die Auszeichnung wird anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am Dienstag, 12. Mai, verliehen.
Bergmann lebt im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim. Ihr Arbeitsweg zur Klinik dauert nur wenige Minuten. Geboren wurde sie in Hoyerswerda und wuchs in Cottbus auf. Nach dem Abitur zog sie Ende der 1990er Jahre nach Mannheim und begann dort ihre Ausbildung zur Krankenschwester. Während eines Einsatzes auf der Neurochirurgie lernte sie Patienten mit Querschnittlähmung kennen und interessierte sich für deren weiteres Leben nach der Akutbehandlung. Eine Hospitation im Querschnittzentrum der BG Klinik führte schließlich zu ihrer heutigen Stelle.
Begleitung nach schweren Unfällen
Im Querschnittzentrum betreut Bergmann Menschen, deren Leben sich nach Arbeits oder Verkehrsunfällen grundlegend verändert hat. Viele Patientinnen und Patienten kommen über Jahre immer wieder in die Klinik. Dadurch entstehen enge Beziehungen.
Die Pflegekraft beschreibt ihre Arbeit als sinnstiftend. Neben medizinischer Versorgung gehe es oft auch um Motivation im Alltag. „Ich bin Pflegekraft, aber auch Coach, Friseurin oder Entertainerin“, sagt sie. Auch privat fand sie ihr Glück in der Klinik. Dort lernte sie ihren Mann kennen. Das Paar hat zwei Kinder.
Neue Ideen für den Pflegealltag
Bergmann beschäftigt sich seit Jahren mit Selbstfürsorge und Stressbewältigung. Sie absolvierte eine Ausbildung als Yogalehrerin und entwickelte später Angebote wie Rollstuhl Yoga, Atemtraining und Resilienzkurse.
Während der Corona Zeit begann sie, ätherische Öle auf ihre Maske zu träufeln. Düfte wie Zitrone oder Pfefferminze sorgten für kleine Pausen im stressigen Klinikalltag. Kolleginnen und Kollegen sowie Patienten wurden darauf aufmerksam. Daraus entstand schließlich eine Weiterbildung zur Aromapflegeexpertin.
Überraschung durch das eigene Team
Dass ihre Kolleginnen und Kollegen sie für den bundesweiten Preis vorgeschlagen hatten, erfuhr Bergmann zunächst nicht. Als die Entscheidung feststand, lockte das Team sie unter einem Vorwand in den Aufenthaltsraum. Dort warteten Musik, Torte und Videobotschaften.
„Das war wie eine Hochzeit“, erinnert sie sich. Kraft im Alltag geben ihr vor allem Familie, Freunde und persönliche Begegnungen. Auf soziale Medien und Fernsehen verzichtet sie bewusst. Wichtiger seien echte Gespräche und Umarmungen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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