Gewerkschaft IGBCE bemängelt den Verkauf von 4400 Wohnungen durch BASF
- Blick von Rhein-Neckar-Mündung auf BASF (Hafenviertel Mannheim)
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Ludwigshafen. Die Gewerkschaft für Chemie und Bergbau hat heute den geplanten Verkauf von 4.400 werkseigenen Wohnungen kritisiert. Die Gewerkschaft sieht die derzeitige Entwicklung zudem als bedenklich an, den Standort Ludwigshafen zu schwächen beziehungsweise sich von ihm weg zu verlagern.
Bislang habe BASF trotz aller Globalisierungspläne soziale Werte vertreten, so die Gewerkschaft. Das nun verkündete Vorhaben, die sogenannten „Werkswohnungen“ zu verkaufen, stelle die soziale Wirkung der BASF auf die Belegschaft und die Region infrage. Die BASF zeige damit keinen regional verantwortungsbewussten Schritt.
Noch im Dezember hatte die IGBCE den Arbeitgeber für das Festhalten an der Standortvereinbarung gelobt. BASF hatte sich erneut mit 2 Milliarden Euro Investitionen in das Stammwerk Ludwigshafen zum Standort bekannt.
„Die BASF als größter Arbeitgeber der chemischen Industrie in Ludwigshafen und der Metropolregion muss sich ihrer Verantwortung bewusst sein und bleiben“, erklärte der Sprecher der IGBCE.
BASF gab heute bekannt, 4.400 Wohnungen an einen Käufer verkaufen zu wollen, der sich zu nachhaltigen Investitionen verpflichtet und mieterfreundliche Klauseln akzeptiert, die den Mietern langfristige Sicherheit bieten.
Laut IGBCE leben in den Wohnungen vor allem ehemalige BASF-Beschäftigte, die dem Unternehmen stets treu gewesen seien. Die BASF zeige mit diesem Schritt, dass soziale Werte nicht mehr so wichtig seien wie früher, und stelle sich finanzgetriebener auf, sagte der Vorsitzende der rund 1.000 IGBCE-Vertrauensleute in der BASF SE, Stephan Güldner. Hier würden Immobilienwerte vermeintlich ohne Not verkauft und die Bindung der Menschen an das Unternehmen aufgegeben. Die Signale, dass man sich auf das Kerngeschäft ausrichten und stabil aufstellen wolle, seien ein Signal gegen die Menschen. Gleichzeitig würden Milliardenbeträge für ein Aktienrückkaufprogramm sowie für Personalabbaumaßnahmen eingeplant.
Er warnte davor, alles in Deutschland schlechtzureden und weiter an Verlagerungsvisionen zu arbeiten. Es brauche stattdessen neue Ideen.
Laut BASF will man sich mit dem Verkauf der Wohnungen weiter auf das Kerngeschäft konzentrieren, um langfristig am Standort wettbewerbsfähig zu bleiben und diesen möglichst in seiner Größe zu halten und weitere Abbauprogramm zu verhindern.
Die Stadtverwaltung teilte heute mit, dass sie plane, 3.300 der Wohnungen über die Stadttochter GAG zu erwerben. Über die Verkaufskonditionen müsse jedoch noch verhandelt werden. Das Verkaufsvorhaben stehe daher noch nicht mit letzter Sicherheit fest. Weitere Wohnungen könnten bald an die Stadt Mannheim und den Rhein-Pfalz-Kreis gehen. Das Kaufinteresse sei bereits von allen Stellen signalisiert worden. Die Verkaufsgespräche sollen bald aufgenommen werden. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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