Ernte in Rheinland-Pfalz trotz Hitze durch Bewässerung zufriedenstellend
- Erntezeit auf dem Feld: Gute Erträge helfen wenig, wenn die Preise niedrig bleiben.
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Rheinland-Pfalz. In Rheinland-Pfalz fällt die Ernte insgesamt besser aus, als es die ungewöhnlich trockene und heiße Witterung zunächst erwarten ließ. Gleichzeitig geraten viele Höfe wirtschaftlich unter Druck: Niedrige Erzeugerpreise stehen deutlich gestiegenen Kosten gegenüber.
Wintergerste, Winterweizen und Raps bringen laut den Winzerverbänden Rheinland- Nassau und Rheinland-Pfalz Süd vielerorts gute bis überdurchschnittliche Erträge und Qualitäten.
Das Frühjahr lag mit durchschnittlich 10,8 Grad rund 2,7 Grad über dem langjährigen Mittel. Die Niederschläge fielen allerdings seit Februar unterdurchschnittlich aus. Im Frühjahr fielen rund 124 Liter je Quadratmeter statt der üblichen 191 Liter. In der Hitze reiften das Getreide schneller. Das Getreide konnte schon Ende Juni bis Anfang Juli geerntet werden.
Die Witterung führte zu einer kompakten Ernte: Unterschiede zwischen Gebieten mit hohen und niedrigen Temperaturen wurden durch die Hitze angeglichen. Das führte zu Hoflagerungen und drückte die Preise. Bei der Wintergerste liegen Ertrag und Qualität nach Angaben der Verbände über dem Durchschnitt. Die Preise für Wintergerste steigen laut den Verbänden aktuell wegen der kriegerischen Auseinandersetzung am Schwarzen Meer und der Beschädigung von Hafenanlagen. Schwieriger bleibt die Lage bei Sommerbraugerste. Viele Bestände sind dünn. Vor allem in Höhenlagen liegen die Vollkornanteile häufig zu niedrig. Bessere Ergebnisse erwarten die Verbände an der Nahe sowie in Rheinhessen und der Pfalz.
Beim Winterweizen fällt die Bilanz überwiegend positiv aus. Erfreulich entwickelt sich der Raps. Die Anbaufläche stieg um sieben Prozent auf rund 46.000 Hektar. Die trockene Witterung hielt Unkräuter, Pilzkrankheiten und Schädlinge weitgehend zurück.
Sorge bereitet der Mais. Die Entwicklung fällt regional extrem unterschiedlich aus. In Teilen der Eifel, des Westerwaldes und der Südpfalz profitierten die Bestände zunächst von Gewitterschauern. Auf leichten Böden am Oberrhein, in der Vorderpfalz und in Rheinhessen zeigen sich deutliche Trockenschäden. Entscheidend sind nach Angaben der Verbände zeitnahe Niederschläge. Bleiben diese aus, drohen beim Silomais erhebliche Ertrags- und Qualitätseinbußen für die Futterversorgung der Viehbetriebe.
Auch Kartoffeln leiden unter der Hitze. Auf bewässerbaren Flächen waren die Bedingungen zuletzt günstig, nicht bewässerte Bestände zeigen teils deutliche Einbußen.
Im Weinbau sind die Reben weit entwickelt, der Gesundheitszustand der Trauben ist bislang gut. Ein früher Lesebeginn Anfang bis Mitte September zeichnet sich ab. In jungen Anlagen und flachgründigen Steillagen nehmen Trockenstress-Symptome zu. Bleibt der Regen aus, könnten Menge und Qualität leiden.
Im Obstbau ergibt sich ein gemischtes Bild. Bei Äpfeln erwarten die Verbände eine mittlere Ernte, Sonnenbrandschäden verursachen Ausfälle und zusätzliche Sortierarbeit. Erdbeeren erzielten im geschützten Anbau überwiegend gute Ergebnisse, während Freilandbestände durch Pilzkrankheiten und Sonnenbrand beeinträchtigt wurden. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |