Deutschland braucht neue Versorgungskonzepte – Ludwigshafen liefert Ideen
- Ein Sturz kann bei Senioren Abwärtsspiralen in Gang bringen. Daher bracht es gute Nachsorge, auch Zuhause.
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Ludwigshafen. Bei Älteren tritt häufig der sogenannte Drehtüreneffekt ein. Nach einem Krankenhausaufenthalt ist die Versorgung zuhause unzureichend. Senioren landen schnell wieder auf Station in der Klinik. Beim Projekt "Versorgt Zuhause" erprobten Ärzte, Pflegekräfte und Wissenschaftler, wie Ältere nach langem Krankenhausaufenthalt schneller wieder zu Hause ankommen können – und dabei mit häuslicher Pflege bestens versorgt sind.
Dafür braucht es klar definierte Abläufe, feste Ansprechpartner und digitale Hilfen – es sollen mehrere Sektoren zusammenarbeiten. Das Hochschulprojekt „Versorgt zu Hause“ machte das Klinikum Ludwigshafen deshalb zum Experimentierfeld.
Nach Statistiken aus 2023 gibt es in Deutschland 5,7 Millionen pflegebedürftige Menschen, 86 Prozent davon wurden zu Hause versorgt. Bis 2049 wird ein zusätzlicher Bedarf von bis zu 690.000 Pflegekräften vorausgesagt. „Die Notwendigkeit neuer Versorgungskonzepte ist unübersehbar“, sagt Frank Ratzlaff, Geschäftsführer von MD Medicus.
MD Medicus und die Hochschule Ludwigshafen setzten im Forschungsprojekt gemeinsam dort an: Durch das Projekt „Versorgt Zuhause" sollten ältere Menschen schneller das Krankenhaus verlassen dürfen. Damit bleiben sie länger im vertrauten Umfeld zu Hause, was der Genesung dient. So soll eine Unterbringung in einer stationären Teilzeitpflege im Heim hinausgezögert oder vermieden werden.
Die individuell angepasste Versorgung zuhause ist nahtlos an den Klinikaufenthalt angegliedert. Die Voraussetzungen dafür werden noch während des Klinikaufenthalts geschaffen, Bedarfe und Risken von Ärzten und Pflegekräften ermittelt. Das Klinikum wurde während des Projekts zum Probe- und Experimentierfeld. Gearbeitet wurde mit Patienten, die nach der Entlassung wegen unzureichender Nachsorge und Hilfe bald wieder ins Krankenhaus kommen. Professor Blettners Team brachte seine Expertise in Künstlicher Intelligenz ein. Dazu gehörten KI-gestützte Analysen zur Risikoerkennung, zu Wiedereinweisungsrisiken und Frühwarnsysteme für kritische Situationen.
Klinikärzte berichteten von kürzeren Krankenhausaufenthalten in der Experimentierphase. „Über die Bedeutung der notwendigen Pflege durch die Pflegedienste hinaus, ergänzt MD Medicus mit eigenen Ärzt*innen und weiteren medizinischem Fachpersonal rund um die Uhr in stets erreichbaren Servicezentralen die Patient*innen, wobei hier die Telemedizin, Digitalisierung sowie zeitnah verfügbare ärztliche Videosprechstunden bis hin zur Rezeptverordnung und der Organisation zur Lieferung von Medikamenten eine zunehmende Rolle einnehmen“, sagt Frank Ratzlaff. jg
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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