Bewegende Amtsantrittsrede von OB Blettner: Gemeinsam den Wandel schaffen
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Ludwigshafen. Vor 1.200 Gästen aus Sport, Bildung, Handwerk, Wirtschaft, Kultur und Politik hat OB Klaus Blettner am 7. Januar seinen Eid abgelegt.
Von Julia Glöckner
„Ludwigshafen wieder stark machen“ war der Wahlkampfslogan des neuen OB gewesen. Dementsprechend rief Klaus Blettner bei seinem Amtsantritt im Pfalzbau die Stadtgesellschaft auf, diese Zeit voller noch offener Probleme, Aufgaben und ungelöster Themen gemeinsam als Aufbruch zu nutzen. An diesem sollte jeder einzelne mitwirken.
Der Wirtschaftsprofessor thematisierte, dass Ludwigshafen mitten im Stadtumbau und Strukturwandel steckt. Die Stadt sei wie viele andere auch betroffen von einer strukturellen Unterfinanzierung, was ein Problem des Systems sei. „Nicht alles geht. Aber einiges geht trotzdem. Und genau daran werden wir arbeiten“, sagte Blettner.
In vergangenen Legislaturen habe sich gezeigt, „wir können Krise. Und wir gehen dabei nicht unter. Diese Kraft – Ihre Kraft – verdient Respekt“, sagte der neue OB.
Wandel und damit verbundene Krisen bedeuten immer auch eine Chance, sie richtig zu nutzen. Blettner rief zu Mut und Zuversicht auf, den Wandel zu gestalten, der so vielen Sorgen macht. „Wir sollten den Mut haben, dazu zu stehen, dass diese Stadt Aufbruch gut kann“, sagte Blettner. „Unsere Stärke liegt nicht darin, in der Vergangenheit zu verharren, oder diese zu romantisieren. Ludwigshafen wartet nicht auf bessere Zeiten – wir gestalten sie.“
Laut dem Wirtschaftsprofessor hat Ludwigshafen viele Standortvorteile, mit BASF ist die Stadt immer noch großer Industriestandort. Der Chemiekonzern bekennt sich trotz der ehrgeizigen Pläne Chinas weiterhin jährlich mit 2 Milliarden Investitionen zu dieser Stadt. Der Mittelstand ist zudem Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Und mit Abbvie wächst Vertrauen in den Forschungs- und Entwicklungsstandort. Der OB will bei der Wirtschaftsentwicklung, die Chefsache bleibt, weiterhin auf starke Industrie, einen starken Mittelstand, neue Ideen sowie gute Arbeitsplätze setzen.
Er betonte die Stärken und Chancen Ludwigshafens, etwa die Entstehung des neuen lebendigen Quartiers um die Kohl-Allee, das Lebensqualität in die Stadt bringt – oder die Möglichkeit, die Stadt weiter an den Rhein heranwachsen zu lassen. „Die 4.000 Kolleg*innen in der Stadtverwaltung und die einige Tausend in städtischen Tochterunternehmen erlebe ich in Begegnungen und Gesprächen als hochkompetent, hochmotiviert und wirklich interessiert am Wohle dieser Stadt“, so Blettner.
„Was braucht’s also, damit das heute ein Aufbruch wird?“, fragte er. „Dann wäre heute der Moment, an dem wir nicht auf bessere Zeiten warten – sondern sie selbst gestalten. Diese Stadt kann mehr und wir sind bereit, das gemeinsam zu zeigen.“
Der Wirtschaftsprofessor glaubt fest daran, dass es bald schon besser werden wird. Viele Städte haben nicht nur 20, sondern 30 oder sogar 40 bis 50 Jahre gebraucht, um den Strukturwandel zu schaffen. In den vergangen 30 Jahren, seit Ende der 80er mit der Globalisierung und Steuergesetzen absehbar wurde, dass die BASF immer weiter abwandern wird, hat sich schon vieles getan. So haben sich etwa viele Mittelständler neben BASF in Ludwigshafen angesiedelt. Mit den weiteren Aufgaben der Transformation, der ökologischen, nachhaltigen sowie der digitalen, hat Ludwigshafen begonnen. Er rief zur Zuversicht auf und zur Lösung der gemeinsamen Aufgabe. Er selbst habe dafür einen Plan und Haltung sowie Vertrauen in die Transformation.
Mögen seine vielen guten Kontakte in die Wirtschaft sowie zu Wirtschaftsweisen dem engagierten Wirtschaftsprofessor zur Seite stehen. jg
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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