Bau grüner H2-Anlage in Frankenthal: Bioenergie entlastet Kommunen
- Der Vorstand von Bhyo mit Staatssekretärin Dick-Walther bei der Übergabe des Förderbescheids
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Ludwigshafen/Frankenthal. Bhyo, das Frankenthaler Unternehmen für grüne Technologien, baut eine Anlage, um Wasserstoff aus Bio-Reststoffen herzustellen. Den Förderbescheid hat Bhyo aus den Händen von Staatssekretärin Dick-Walther im Innovationszentrum Ludwigshafen erhalten.
Mit der neuen Pilotanlage in Frankenthal werden mehr CO₂-Emissionen aus der Atmosphäre reduziert, als produziert werden. Sie stellt grünen Wasserstoff aus Bioabfällen, Reststoffen aus Kläranlagen sowie Grünschnitt her.
Die Mittel stammen aus dem kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI). Dieses sieht Klimaschutz als Teil der kommunalen Infrastruktur. Es hilft Kommunen einerseits, durch technischen Fortschritt klimaneutral zu werden. Gleichzeitig soll es die regionale Wertschöpfung durch nachhaltige Neuerungen stärken, etwa durch grüne Energien. Das Programm fördert Projekte, die Treibhausgasemissionen senken – bei gleichzeitigem wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Mehrwert.
Es wird die erste Anlage innerhalb einer Energieinfrastruktur sein, die Bio-Reststoffe zu einem Energieträger umwandelt, anstatt sie zu entsorgen.
Aus den Mitteln wird die Anlage fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Technik dafür entwickelte Bhyo. Dabei entsteht H2 durch anaerobe Fermentation, bei der Mikroorganismen bei Temperaturen zwischen 20 und 56 Grad arbeiten.
Dabei zielt Bhyo auf eine dezentrale, modulare Struktur, die dort installiert wird, wo Reststoffe anfallen und Energie gebraucht wird. Die Pilotanlage in Frankenthal ist darauf ausgelegt, das Zusammenspiel aller Prozessstufen unter realen Bedingungen zu demonstrieren, zu optimieren und für den späteren Einsatz in kommunalen und industriellen Anwendungen zu standardisieren.
Kommunen mit Anlagen wie heute in Frankenthal werden später profitieren, da Entsorgungsaufwand und Transportkosten reduziert werden. Gleichzeitig steht Energie für Wärme, Strom und Mobilität bereit, und die Importabhängigkeit wird verringert. Gerade im Kontext kommunaler Klimaschutzstrategien ist dies ein zentraler Aspekt, da Kommunen zunehmend Lösungen benötigen, die Emissionsminderung und Versorgungssicherheit gleichermaßen adressieren.
„Die Förderung durch KIPKI ist für uns von zentraler Bedeutung“, erklärt Rolf Schmidt, Geschäftsführer, Gründer und Patentinhaber von Bhyo. „Sie ermöglicht es uns, die Pilotanlage als dauerhafte Infrastruktur am Standort aufzubauen und die Technologie konsequent in Richtung Markteinführung weiterzuentwickeln. Unser Ansatz zeigt, wie Klimaschutz, kommunale Wertschöpfung und regionale Kreislaufwirtschaft konkret zusammenwirken können – aus Reststoffen wird lokal grüner Wasserstoff.“
Die Standardisierung der Pilotanlage für den Einsatz in weiteren Kommunen ist bereits geplant. Somit können Kommunen in ganz Rheinland-Pfalz profitieren – nicht nur von den genannten Vorteilen. Die Anlagen stärken den Wirtschafts- und Innovationsstandort, schaffen Arbeitsplätze, binden hochqualifizierte Fachkräfte sowie lokale Unternehmen ein. Die Pilotanlage dient zunächst als Referenzprojekt und Lernplattform für weitere Kommunen im Land und zeigt, wie technologische Innovationen erfolgreich in die kommunale Praxis überführt werden können.
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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