Amokalarm, Brand, Anschlag: BG Klinik und Polizei absolvieren Großübung
- Planung im Zusammenhang mit einem Massenanfall an Verletzten
- Foto: BG Klinik
- hochgeladen von Julia Glöckner
Ludwigshafen. Die BG Klinik Ludwigshafen hat am 20. Juni ihre bislang größte Krisenübung gestartet. Mehr als 300 Mitarbeitende sowie Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz trainierten parallel mehrere gefährliche Szenarien.
Unter dem Motto „Get Prepared“ liefen innerhalb von 3 Stunden gleich mehrere Krisenlagen gleichzeitig ab, die Einsatzkräfte und Klinikpersonal stark forderten. Geübt wurden unter anderem ein Massenanfall von Verletzten, ein Brand mit Evakuierung einer Station sowie ein teilweiser Ausfall der IT-Systeme.
Auch die Polizeiinspektion Ludwigshafen 2 war mit rund 20 Kräften beteiligt. Die Beamten trainierten eine Amoklage und den Fund eines verdächtigen Gegenstands auf dem Klinikgelände, während Feuerwehr und Hilfsorganisationen weitere Einsatzlagen absicherten.
Die Szenarien liefen bewusst realitätsnah ab, damit die Beteiligten Schwachstellen erkennen und Abläufe verbessern konnten. Vor allem die Kommunikation zwischen Klinik, Polizei und Rettungskräften war herausfordernd und wurde gut gelöst.
BG-Klinik-Geschäftsführerin Susanne Dieffenbach erklärte, man wolle testen, wie die Klinik handlungsfähig bleibt, wenn mehrere Krisen gleichzeitig stattfinden. Die bisherigen Übungen hätten gezeigt, dass das Haus mit schwierigen Einsatzlagen umgehen könne.
Ärztlicher Direktor Professor Paul Alfred Grützner erklärte, dass Krankenhäuser als kritische Infrastruktur zunehmend ins Visier von Anschlägen geraten könnten. Ein Angriff auf Einrichtungen des Gesundheitswesens hätte weitreichende Folgen für die Gesellschaft.
Die Übung sollte deshalb auch die Zusammenarbeit aller Beteiligten stärken, weil im Ernstfall jede Minute zählt. Polizeidirektorin Jacqueline Schröder lobte das gemeinsame Training, durch das Einsatzkräfte schneller und abgestimmter reagieren könnten.
Nach Angaben der Klinik gewinnt Krisenmanagement im gesamten BG-Kliniken-Verbund immer stärker an Bedeutung. Erst Anfang Juni richtete der Konzern eine eigene Stabsstelle für Resilienz und Krisenmanagement ein, die die Widerstandsfähigkeit der Standorte verbessern soll.
Auch Vertreterinnen der Gesundheitsministerien aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg begrüßten die Großübung, weil Kliniken in Krisenzeiten eine Schlüsselrolle übernehmen. Solche Trainings schafften wichtige Erkenntnisse, damit die medizinische Versorgung selbst unter extremen Bedingungen gesichert bleibt. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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