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SAP-Sinfonieorchester mit hochkarätigem Benefizkonzert
- SAP-Sinfonieorchester in der Friedenskirche
- Foto: Brigitte Melder
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Ludwigshafen. Am 12. April war das SAP-Sinfonieorchester in der Friesenheimer Kultur-Friedenskirche angekündigt, die zugunsten des Fördervereins Hospiz und Palliativ für die Stadt Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz-Kreis e.V. spielten. Bereits zum fünften Mal machte das ca. 50 Personen umfassende Orchester zu diesem Zweck Ludwigshafen seine Aufwartung. Unter dem Titel „Schicksal und Sehnsucht“ beinhaltete das Programm Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Edward Elgar und Peter Tschaikowsky und spannte damit einen eindrucksvollen Bogen von heiterer Leichtigkeit bis zu tief bewegender Romantik.
Nach seiner Gründung 1997 entwickelte sich das SAP-Sinfonieorchester unter der musikalischen Leitung und Geschäftsführung von Johanna Weitkamp zu dem heute etablierten kulturellen Leuchtturm der SAP SE. In über 20 Jahren bildeten sich musikalische Formationen wie z. B. die Kammeroper, die Kammerphilharmonie und kleinere Ensembles heraus, welche – je nach Bedarf der sozialen Veranstalter – deren kulturelles und gesellschaftliches Engagement musikalisch im Sinne ihrer Mission „making the world sound better“ umsetzen. Es ist ein Ensemble, das sich durch sein Engagement für Benefizkonzerte auszeichnet und besteht primär aus Amateuren.
Die Friedenskirche erfreute sich regen Zuspruchs und zum Einlass um 18.30 Uhr hatte sich bereits eine lange Menschenschlange zum Eingang hin gebildet. Ein paar Ärzte vom benachbarten Klinikum waren vor Ort, unter ihnen Dr. Ferdinand Fischer (Oberarzt und Leiter der Palliativmedizin) und Herr Professor Dr. Peter Paschka (Direktor Hämato-Onkologie) mit seiner charmanten Lebensgefährtin. Das SAP-Sinfonieorchester nahm viel Platz ein und die Bestuhlung musste ein wenig nach hinten ausweichen. Der Vorsitzende des Fördervereins Hospiz & Palliativ Tobias Wrzesinski begrüßte das zahlreich erschienene Publikum im Namen der Vorstandskollegen. Bereits zum dritten Mal spiele das Orchester in der Friedenskirche, worauf man sehr stolz sei. Er begrüßte die beiden aus Speyer angereisten Ordensschwestern Gertrud und Simone von der St. Dominikus-Stiftung, den 1. Kreisbeigeordneten Frank Pfannebecker, die ehemalige Sozialdezernentin Beate Steeg und ihren Nachfolger David Guthier sowie die Ärzte als Ehrengäste.
David Guthier dankte dem gut aufgestellten Förderverein, der gut vom Ehrenamt getragen wird und freute sich über die 150 bis 200 Gäste, die den Weg hierhin gefunden haben. Er lobte das tolle Ambiente in dieser Kulturkirche. Es geht darum, dass man auf diese Menschen aufmerksam macht, damit sie sich in dieser Lebensphase am Lebensende nicht alleingelassen fühlen, kurzum es geht um Menschlichkeit. Auch in seinem engsten Familienkreis gebe es so einen Fall und gerade deshalb sei es für ihn eine Herzensangelegenheit hier zu sein. Er dankte allen Ehrenamtlichen, denn es sei keine leichte Aufgabe und manchen begleiten Eindrücke und Gedanken bis nach Hause. Er dankte im Namen von Ludwigshafen allen und freute sich auf einen hochkarätigen Abend. Christian Stumpf, seit 2020 Geschäftsführer des SAP-Sinfonieorchesters, begrüßte ebenfalls die Gäste bevor der musikalische Leiter Markus Neumeyer aus Meckesheim die „Bühne“ betrat und mit ein paar humorvollen Worten das Publikum willkommen hieß und eine Geigerin die Musik anstimmen ließ. Übrigens kamen alle Musikerinnen und Musiker aus allen Himmelsrichtungen und nur das Ehepaar Pister aus Ludwigshafen mit dem Fahrrad und kürzester Anreise. Als das Orchester dann zur Ouvertüre der Oper „Le Nozze de Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozar einsetzte klang es phänomenal. Mozart verstand den Wahnsinn des Lebens. Die lockere Moderation des Dirigenten Markus Neumeyer leitete zum Cellokonzert über, welches tiefer und melancholischer klinge und stellte den Solisten David Neuhaus mit dem Konzert für Violincello und Orchester e-moll. Op. 85 von Edward Elgar vor. Wie gebannt hing man an seinem erstklassigen Cellospiel mit dem getragenen Stück, das im nächsten Augenblick pompös und durchdringend klang. Die ganze Partitur spielte der junge Musiker ohne Noten, weil er es konnte. Er ist ein vielseitig interessierter Musiker, der von Barock bis Modern und von Klassik bis Jazz alles spielen kann. Man hätte eine Stecknadel fallen hören so andächtig lauschte das Publikum, das anschließend frenetisch applaudierte und David Neuhaus einen Blumenstrauß überreicht bekam. Dafür gab es noch eine kleine Soloeinlage von ihm.
Nach der Pause ging es mit der im Jahre 1888 geschriebenen 5. Sinfonie in e-moll, auch als „Schicksalssinfonie“ bezeichnet, von Tschaikowsky weiter, die Markus Neumeyer zuerst wieder erklärte. Kritiker hätten das Stück mit „aufgeblasenem Jubel“ bezeichnet. Die Sinfonie gilt als musikalischer Spiegel einer krisenhaften Zeit im Leben des Komponisten, in der er mit Zweifeln an seiner schöpferischen Kraft und existenziellen Ängsten rang. Die Akustik hier in der Friedenskirche war hervorragend, das Spiel mit brillanten Musikerinnen und Musikern ein vollendeter Genuss. Auch das Horn spielte einmal eine herausragende, solistische Rolle in diesen vier Sätzen. Ein fulminantes Ende mit Pauken und Trompeten nahte. Der Dirigent musste immer wieder kommen und das Publikum applaudierte ständig weiter mit stehenden Ovationen. Ob dieser Begeisterungsbekundung verneigte er sich vor dem Publikum. Was für ein grandioser Abend, der noch lange nachhalten wird. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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