BriMel unterwegs
Coldplay-Gottesdienst mit stimmgewaltiger Lorena Huber
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Ludwigshafen. Am Abend des 23. Januar fand in der Friedenskirche in Ludwigshafen ein ganz besonderer Gottesdienst statt. Da die Friedenskirche auch Kulturkirche ist, finden dort des Öfteren Veranstaltungen statt, heute mit einem ganz besonderen Event wie man es vielleicht noch nie erlebt hat. „A tribute to Coldplay“ wurde durch die grandiose Sängerin Lorena Huber mit ihrer Band zum Leuchten gebracht. Besonders auch, da man nur den Frontsänger Chris Martin im Ohr hat und die weibliche Stimme das i-Tüpfelchen war. Der Eintritt war frei, aber nicht umsonst, denn erstens wurde für die Kollekte gesammelt und zweitens bekam man einen unvergesslichen Abend dargeboten. Die Kirche war mit 300 Sitzplätzen und teilweise stehenden Menschen jeglichen Alters prall gefüllt. Für den Ton war der Gitarrist Marcus Volpert zuständig und hatte die komplette Soundtechnik gestellt und für die Lichttechnik sorgte der ehrenamtliche Helfer Manfred Storck. Begleitet wurde der gesamte Abend durch ein SWR-Team, das sich dieses besondere Ereignis nicht entgehen ließ.
Ich war das erste Mal in dieser atemberaubend schönen Rundbau-Kirche im Stadtteil Friesenheim mit einem außergewöhnlichen Bühnenbild. Punkt 19.30 Uhr fing das Quintett mit dem Intro „We Pray“ an. Die Sängerin Lorena Huber unterstützten Timo Gerstner (Percussion), Marcus Volpert (E-Gitarre), Luca Sciandrone (E-Bass) und Tobias Ruf (Piano). Die Mannheimerin Lorena Huber mit neuer frechen trendigen French-Curt-Frisur und obligatorischem Hut hat einen besonderen Bezug zu Ludwigshafen, wo sie den Großteil ihrer Jugend verbrachte. Sie ist eine preisgekrönte Sängerin und hat schon bei vielen semiprofessionellen Musicals mitgewirkt. Im Jahre 2017 wurde sie als beste Rocksängerin mit dem Deutschen Rock- und Pop-Preis ausgezeichnet. Ihre vielseitige, kraftvolle Stimme kann es mit vielen ausländischen Sängerinnen ohne Wenn und Aber aufnehmen. Warum denn in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah!
Die anschließende Begrüßung erfolgte zuerst durch Prädikant Tassilo Grün und wurde dann von Pfarrerin Cornelia Zeissig abgelöst. „Konzert trifft Gottesdienst“ als neues Konzept mit Musik und Gottes Botschaft traf den Geschmack. Kleiner Hinweis von Tassilo Grün, dass heute gefilmt würde, also bezüglich „Kiss-Cam“ aufpassen müsse, woraufhin das Publikum in Gelächter ausbrach. Cornelia Zeissig ging auf die Musik ein - In die Songs von Coldplay eintauchen, sei ein bisschen so, wie über eine Schwelle gehen. Mit der Überleitung vom göttlichen Paradies performte die Band „Paradise“ von Coldplay und das Publikum klatschte begeistert mit.
Mit den Worten des Eingangssongs forderte Tassilo Grün das Publikum auf zu beten. Mit dem Coldplay-Song aus dem Jahre 2005 „Speed of Sound“ ging es weiter, um dann mit einem Impuls über den Glauben von Pfarrerin Frauke Fischer weitergeführt zu werden. Mit dem Gänsehaut bescherenden „Fix you“ sang sich Lorena Huber in die Herzen der andächtig lauschenden Gäste. Jeder Ton saß da wo er hingehörte. Tosender Applaus nicht nur bei diesem Song, sondern nach jedem. Nach dem Song „Clocks“ sprach Pfarrer und Dekan Paul Metzger über seine Gedanken. „Ich kann machen was ich will und am Ende geht doch alles schief“, „Gott kann mitfühlen, Gott gibt mir Kraft, Gott ist bei mir.“ Beim Song „Viva la Vida“ hielt es das Publikum fast nicht mehr auf ihren Sitzen und manche sprangen begeistert auf, feierten, klatschten und sangen mit. Lorena Huber forderte dazu auf den Refrain mitzusingen „Oh-oh-oh, oh-oh, oh“! Da war mächtig Stimmung in der Kirche! „….. but that was when I ruled the world“
Paul Metzger beschrieb die Songs von Coldplay, was hinter ihnen steckt. „Ich lebe das Leben und hole mir Kraft indem ich nach oben schaue, indem ich mich loslasse, weil mich ein anderer hält. Und so finde ich die Balance zwischen Himmel und Erde und über mir tut sich der Himmel auf „A sky full of stars“ gefolgt vom Song „Yellow“.
Alle vier Geistlichen hatten eine kleine Predigt vorbereitet mit dem Kernsatz „Wir schauen auf die Sterne, wir sehen, wie Du sie für uns leuchten lässt“, Bitten um Frieden, um dann mit den Fürbitten und „Vater unser im Himmel“ zu enden. Die anfangs erwähnte Kollekte war für die Band und die Auslagen des Gottesdienstes gedacht. Ankündigungen für kommende Konzerte folgten. Dank an die großartige Band und alle ehrenamtlich Mitwirkenden und die Einladung zur anschließenden After-GoDi-Feier mit Ausschank an der Theke und weiteren musikalischen Highlights der Band machten den vorläufigen Abschluss. Nach dem Song „Adventure of a Lifetime“ wurde der Segen von Pfarrerin Frauke Fischer verkündet. Nachdem Lorena Huber ihre Bandkollegen vorgestellt hatte war der Himmel voller Sterne „Sky full of Stars“ und die Menschen klatschten begeistert und stehenden Ovationen mit. Die Feuerzeuge und Handys hoch über die Köpfe gehalten. Oh mein Gott, war das ein fantastischer Anblick und ein unvergesslicher Genussabend für alle Sinne gespickt mit vielen Gänsehautmomenten.
Manche gingen nach Hause, andere blieben noch und feierten, holten sich Getränke und tanzten sogar und ließen sich von der Musik mitreißen. „Mercy“ von Duffy konnte Lorena Huber genauso stark singen wie „Like the way i do“ von Melissa Etheridge und Tina Turner „Simply the best“ – wie wahr, Lorena Huber ist einfach die Beste.
Mit einem wunderbaren Abend gesegnet ging es für das Publikum mit einem lächelnden Gesicht heimwärts und auch für die Band war es nach 21 Uhr Zeit ihr Equipment einzupacken. Danke für diesen grandiosen Gottesdienst-Abend gepaart mit Musik. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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