BriMel unterwegs
CleanUp-Event des Clean River Project e.V.
- Alle Helferinnen und Helfer beim CleanUp am Kiefweiher
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Ludwigshafen. Der Kiefweiher mit seiner Landzunge stand am 14. September von 10 bis 14 Uhr im Fokus eines fleißigen Säuberungstrupps von ganz klein bis ganz groß. Das sogenannte „CleanUp-Event“ vom Clean River Project e.V. hatte für dieses Jahr dieses Gewässer auserkoren und was da alles zutage kam, ist unbeschreiblich. Aber der Reihe nach. Veranstaltungsort war am Bootshaus der Paddlergilde Ludwigshafen e.V. in der Großwiesenstraße 3 nahe Altrip.
Nach dem Aufbau und Eintreffen der fleißigen Helferinnen und Helfer ging es um 11 Uhr entweder mit Kanus auf den Kiefweiher oder zu Fuß in die Natur zum Saubermachen. Ca. 13 Uhr wurden die Fundstücke begutachtet und vorsortiert in den Anhänger vom Clean River Project verstaut. Und es war nicht nur eine Fuhre, die es wegzuschaffen galt.
Herr Dr. Thomas Grommes (13 Jahre Geschäftsführer beim Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen GmbH, kurz GML) kam extra aus seiner neuen Heimat Bremen zurück in die Pfalz, um sich als Beirat im Clean River Project e.V. für die Umwelt einzusetzen. Die Motivation beim Clean River Project dabei zu sein: „Ich bin Paddler und bin gerne in der Natur, die das Clean River Project bewahren möchte. Im Beirat kann ich meine Kontakte, kreative Ideen sowie mein unternehmerisches Know-How einbringen.“
Bereits einen Tag zuvor gab es den „RhineCleanUp“ in Ludwigshafen, den dem auch ein paar Helfer heute hier vor Ort waren, nämlich Uwe Franken und Judith Mörschel. Sie sind beim Verein „Surfrider Baden Pfalz“ von der Kanugesellschaft Neckarau und hatten gestern vom Kanu aus mit Jugendlichen zusammen unterwegs Müll gesammelt. Patrick Preißler von den Surfridern und Frau Kasak haben unter anderem zwei riesige Kabelrohre und einen großen Sonnenschirm gefunden, die sie zu zweit anschleppten. Familie Kasak kam komplett zum helfen. Herr Kasak war ehemaliger kaufmännischer Prokurist bei GML und hält bis heute Kontakt zu Dr. Grommes. Und überhaupt war die GML stark vertreten: Vier Ex-GMLer, die früher im Müllheizkraftwerk arbeiteten, haben tatkräftig mitgeholfen, wie das anhängende Foto zeigt. Die vier zusammen stehen für 56 Jahre Engagement und Erfahrung für LU und die Region. Ihr Motto: Gern was tun für LU! Darunter auch Dr. Wolf-Günther Druckenbrodt, ehemaliger GML-Geschäftsführer, und Conrad Tschersich, ehemaliger technischer Leiter der GML.
Von den Cleaning Birds war Daniel Kroh vom Streicherquartett der Deutschen Staatsphilharmonie zuerst zwischen den Bäumen unterwegs bevor er sich seiner Violine widmete. Das sind nur ein paar Beispiele der 70 bis 80 Teilnehmenden, von denen kein einziger mit leeren Händen zur Paddlergilde zurückkehrte. Und der Müllberg wuchs und wuchs. Der Phantasie über die Funde sind keine Grenzen gesetzt. So fragt man sich, wo kommt das Brustimplantat her – befindet sich hier eine geheime Schönheitsfarm? - und wieso liegt ein quadratischer großer Käfig im Gebüsch? Der Bestsellerautor Sebastian Fitzek könnte daraus bestimmt wieder einen Thriller machen. Der Geschäftsführer vom Clean River Project e.V. Stephan Horch war heute ebenfalls mit seiner Frau Kerstin Ax vor Ort, suchte dieses Mal jedoch keine Objekte, die er zu Kunst verarbeiten wollte (seine beiden Ausstellungen sind im ehemaligen Hallenbad Nord).
Einen ganzen Hänger voll gab es mit den Kabelummantelungen, wohlgemerkt leere, denn die Kupferkabel wurden von Kabeldieben vorher herausgenommen und verhökert. Auf dem Wochenendhausgebiet scheint es auch eine oder mehrere Renovierungen gegeben zu haben, denn mehrere Farbeimer und Teppichunterlagen wurden gefunden. Plastik, Styropor und jede Menge Kippen wurden gesammelt. Nach getaner Arbeit wurden dann alle mit Getränken und Wienerle mit Kartoffelsalat belohnt. Hier sei nochmals der Paddlergilde für ihre Gastfreundschaft gedankt.
Herr Dr. Grommes bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern sowie den Sponsoren. Er kündigte das Streichquartett mit den Worten an, dass sie nicht nur professionelle Musik machen, sondern auch bei vielen Umweltaktionen mitmachen. Sie wollten zwei Musikstücke spielen, aber nur wenn ein Hund das Konzert begleitet, das war Daniel Krohs Wunsch. Und deshalb saß Gonzo die ganze Zeit brav bei seinem Herrchen und kein Jaulen war zu hören. Das Streichquartett nahm seine Instrumente zur Hand: Daniel Kroh und Kira Kohlmann mit Violine, Karoline Markert mit Viola und Mechthild Andre mit einem Cello. Zuerst spielten sie „The Entertainer“ von Scott Joplin und danach „Libertango“ von Astor Piazzolla.
Nur Dank finanzieller Unterstützung durch die Bürgerstiftung Ludwigshafen, Contargo Wörth-Karlsruhe GmbH, TWL KOM GmbH und verschiedener Spender anlässlich der Verabschiedung von Herrn Dr. Grommes Anfang 2024 war dieses Event möglich. Dank an den Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen durch Containergestellung und Abfallentsorgung sowie durch Sammelausrüstung. Danke auch an folgende Vereine, die vor Ort tatkräftig unterstützt haben: Paddler-Gilde Ludwigshafen e,V., WCC KiefweiherMannheim-Ludwigshafen e.V., NABU Ludwigshafen, Förderverein Waterkids beim WSV Ludwigshafen e.V., Surfrider Baden Pfalz und last but not least die „CleaningBirds“ und das „Orchester des Wandels“ der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, von denen es zum Abschluss noch den musikalischen „Leckerbissen“ gab. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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