Neues Demenzprojekt am Klinikum Ludwigshafen
„Bushaltestelle“ schenkt Betroffenen Orientierung und Sicherheit
- Dr. Eefje Barber, Medizinische Geschäftsführerin des KliLu
- Foto: Klinikum Ludwigshafen
- hochgeladen von Brigitte Melder
Ludwigshafen. 03. Juni 2026 – Mit einem innovativen und zugleich einfühlsamen Projekt geht das Klinikum Ludwigshafen neue Wege in der Betreuung von Menschen mit Demenz: Eine speziell gestaltete „Bushaltestelle“ im Innenbereich der Klinik bietet Patientinnen und Patienten künftig einen geschützten Ort der Orientierung, Sicherheit und Würde. Gesponsert wird das Projekt von der Druckerei „WIEDMANN Druck und Werbetechnik“ aus Maxdorf.
Die Idee hinter der Installation ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Viele Menschen mit Demenz verspüren den Wunsch „nach Hause zu gehen“ oder „auf den Bus zu warten“. Die gestaltete Bushaltestelle greift diese vertraute Alltagssituation auf und schafft damit eine beruhigende Umgebung, die Ängste reduziert und Unruhe abbaut. Statt Konfrontation entsteht ein Raum für Begleitung, Verständnis und Kommunikation.
„Mit der Bushaltestelle begegnen wir den Bedürfnissen unserer Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe“, erklärt Sabina Funke, die Direktorin der Geriatrischen Klinik des KliLu. „So nehmen wir ihre Wahrnehmung ernst und schaffen eine Umgebung, die Sicherheit gibt, ohne Zwang oder Einschränkungen“, ergänzt Pflegedienstleiterin Claudia Edel.
Spende ist Dankeschön an das KliLu-Pflegepersonal
Platziert wird die Bushaltestelle in der Geriatrischen Klinik, die Umsetzung erfolgt mit Unterstützung regionaler Partner: Die gestalterischen Elemente werden durch WIEDMANN Druck und Werbetechnik realisiert. Dessen Geschäftsführerin Nina Wiedmann dazu: „Als Druck- und Werbetechnik-Betrieb unterstützen wir das Sozialprojekt mit unserem Partner, der Werle Metallbau GmbH, der die Sitzbank realisiert, aus voller Überzeugung – und vor allem aus tiefem Herzen. Die Spende ist ein Dankeschön an das Pflegepersonal des KliLu, das tagtäglich mit großem Engagement, Geduld und Herzlichkeit arbeitet“.
Mehrwert für Patient*innen, Angehörige und Pflegekräfte
Das Konzept ist bewusst niedrigschwellig und orientiert sich an modernen Ansätzen der personenzentrierten Pflege. Studien und praktische Erfahrungen zeigen, dass solche Maßnahmen Weglauftendenzen reduzieren, deeskalierend wirken und gleichzeitig das Pflegepersonal entlasten können. Neben funktionalen Aspekten wurde bei der Gestaltung großer Wert auf Sicherheit, Barrierefreiheit und eine angenehme Atmosphäre gelegt. Warme Farben, klare Kontraste und eine ruhige Platzierung im Stationsbereich tragen dazu bei, den Ort intuitiv erfassbar zu machen.
So bietet die Bushaltestelle auch Angehörigen einen wichtigen Mehrwert. Sie schafft eine würdevolle Möglichkeit, mit herausfordernden Situationen umzugehen, ohne in Konflikte oder korrigierende Maßnahmen gehen zu müssen. Stattdessen entsteht Raum für gemeinsame Gespräche und Verständnis. (KliLu)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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