BriMel unterwegs
zum 14. Festival des deutschen Films auf die Parkinsel

Gut besuchte Rheinterrasse beim Filmfestival | Foto: Brigitte Melder
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  • Gut besuchte Rheinterrasse beim Filmfestival
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Ludwigshafen. Heute, am 27. August, besuchte ich die ersten beiden Filmvorführungen von sechs geplanten. Seit nunmehr 12 Jahren bin ich regelmäßige Besucherin und liebe die Atmosphäre auf der Parkinsel. Dieses Jahr bedauere ich, nicht wie sonst an die 20 Filme anschauen zu können. Zeitlich dieses Jahr nicht machbar.

Der heutige Abend fing jedoch schon mal nicht gut an. Bevor ich um 15.30 Uhr in den ersten Film „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ ging, suchte ich noch schnell das WC auf. Hätte mich doch beinahe das Toilettenfenster erschlagen. Es haben keine 5 cm gefehlt, dann wäre das defekte Fenster auf meinem Kopf gelandet, so war es nur der Hals/Schulterbereich – tat aber ganz schön weh. Hab‘s natürlich gleich bei zwei hilfsbereiten Mädels moniert, die es weitergeben wollten.

Das Kino 3 war sehr mäßig besetzt, ich zählte ca. 20 Besucher. Das ließ mich schon stutzig werden, aber in Anbetracht der Uhrzeit hielt ich es für relativ normal. Ich kann gar nicht genau beschreiben, um was es in dem Film ging. Er war einfach nur schlimm, ganz schlecht und es verließen nach und nach immer wieder Zuschauer ihre Plätze, so dass nur noch 10 Leute im Kino saßen. Dann hatte er, der Film, der nichts aussagte, auch noch Überlänge. Es war 17.30 Uhr als dann auch ich fluchtartig das Kino verließ. Ich blieb zurück mit der Frage „Was war das denn?“ Nur mal so als kleiner Einblick: Der Film mit zwei Geschwistern, sie hieß Elena und er Robert, hatte nicht wirklich Inhalt. Die beiden lagen einmal im hohen Gras, dann im Getreidefeld, holten sich in der nahegelegenen, in der Pampa liegenden Tankstelle etliche Flaschen Bier und etwas zu essen, schwammen im See und bewahrten einen handgroßen grünen Grashüpfer in einer Zigarettenschachtel auf, sie fing Ameisen auf dem Ackerboden und ließ sie über ihre Beine krabbeln. Er wollte ihr ein bisschen für die Abiprüfung helfen und sinnierte über einiges. Sie war mit ihren Gedanken überall bloß nicht bei der Abiprüfung. Die Einstellungen waren sehr lange und es ging einfach nicht voran. Und gerade, wenn man am Einnicken war, schreit sie plötzlich los und man denkt "jetzt kommt was". Nichts kommt, wieder nur Ameisen. Und einen pickeligen Rücken in Großaufnahme brauch ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich fragte mich, wenn der Titel so lautete wie angegeben, was war dann SIE?

Ich freute mich auf den zweiten Film „Styx“ um 18.00 Uhr. Während ich noch da saß und den vorangegangenen Film Revue passieren ließ, fuhr ein Shuttleservice vorbei und die hübsche Hauptdarstellerin Susanne Wolff, der Regisseur Wolfgang Fischer und Produzent Marcos Kantis stiegen aus. Sofort bildete sich eine „Traube“ um die Drei. Filmteam und Autogrammjäger bahnten sich ihren Weg. Das Kino ist diesmal fast ausgebucht und Herr Dr. Kötz (Veranstalter) hieß sowohl das Publikum als auch die Filmemacher plus Schauspielerin Willkommen. Der Film ging einem unter die Haut. Die Darstellerin spielt eine Notärztin, die alleine einen Segelturn die afrikanische Küste entlang machen will. Die Yacht ist bestens ausgestattet. Nach einem gewaltigen Sturm sieht sie am Morgen ein völlig überladenes Flüchtlingsboot und weiß nicht, was sie tun soll. Sie fragt über Funk nach und bekommt die Antwort, dass Hilfe unterwegs sei und sie nichts unternehmen soll. Da kommt ein junger Afrikaner auf ihr Boot zugeschwommen. Sie rettet ihn, aber da sind ja noch viele viele mehr. Der Junge verlangt, auch sie zu retten, zumal seine Schwester noch auf dem Boot sei. Die Ärztin zögert und auf einmal ist es zu spät. Keiner ist mehr auf dem Flüchtlingsboot zu sehen. Zum Schluss muss sie sich auch noch verantworten. Beim anschließenden Filmgespräch erfuhr man, dass sie sich für diese Rolle intensiv vorbereitet hat, indem sie sich bei der Feuerwehr und einem Arzt das nötige know how verschafft hat. Sogar gesegelt ist sie selber und so kam sie sehr glaubwürdig rüber mit ihrem intensiven emotionalen Spiel. Ein toller Film! (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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