Mitreißendes Gastspiel von „Sacambaya“ in Kindsbach
Viel mehr als Folklore

Weit mehr als nur eine indianische Folkloreband: „Sacambaya“  Foto: PS
Weit mehr als nur eine indianische Folkloreband: „Sacambaya“ Foto: PS

Kindsbach. Ein eindrucksvolles Gastspiel boten die Musiker der bolivianischen Band „Sacambaya“ in der katholischen Kirche in Kindsbach. Einheitlich gekleidet mit dunkelgrünen Ponchos begannen die sechs Musiker aus der Region Cochabamba, eine Frau und fünf Männer, ihr Konzert mit einem alten indianischen Lied.

Drei Panflöten, eine Blockflöte, eine kleine Gitarre mit dem Korpus aus dem Rücken eines Gürteltieres und eine große Trommel - also eine indianische Folkloreband? Weit gefehlt. Die Gruppe „Sacambaya“ repräsentiert die Gemeinschaft des „Centro Cultural Ayopaya“ in Independencia. Ihr Bandleader, der Agraringenieur Jorge „Coco“ Aquino, hat vor vielen Jahren in Deutschland studiert, ist zurückgekehrt in sein Heimatland und hat mit seinen Gesinnungsgenossen unzählige Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die ländliche Bevölkerung in der Region um Independencia angestoßen und umgesetzt.
Zurzeit steht der Aufbau neuer Photovoltaik-Module ganz oben auf der Projektliste. Auch der Hungermarsch Ramstein-Landstuhl, der in diesem Jahr am 14. Oktober zum 39. Mal startet, unterstützt „Coco“ fast von Beginn an.
Die Musiker erzählten in ihren Liedern von der Schönheit ihrer Heimat, man erfuhr von der „Urreligion“, der „Pacha Mama“ und der Ehrfurcht der Campesinos vor allem Leben in enger Harmonie mit der Natur. Die Musiker besangen auch den Amazonas und das Amazonasgebiet, die bedrohte grüne Lunge der Welt. Sie sangen ein Lied „für das Leben“ einer Chilenin, die in den 1970er Jahren vor der Militärdiktatur nach Bolivien fliehen musste. Ein weiteres Lied kündigte „Coco“ wie folgt an: „Bevor der letzte Inka von den spanischen Eroberern ermordet wurde, verkündete er: ich werde wiederkommen, aber nicht allein, sondern mit Tausenden. Und wir werden für soziale Gerechtigkeit kämpfen.“.
Mit einem Kurzfilm in der Pause stellten die Musiker ihr Land, ihre Projekte und ihre Anliegen vor. Dazu führte „Coco“ in charmanter Weise durch den Abend, gab Erklärungen und Übersetzungen der Lieder und Texte ab. Im zweiten Teil des Konzerts traten die Musiker dann in heute üblicher Kleidung mit bolivianischen Elementen auf. Die verwendeten Musikinstrumenten zeigten die gegenseitige Bereicherung verschiedener Kulturen: die alten indianischen Instrumente wurden ergänzt durch verschiedene Zupfinstrumente und ein Saxophon.
Gegen Ende des Konzertes hatte Schwester Christella Emling für die Sozialpädagogische Fachschule 500 Euro überreicht. Hier hatten die Musiker vor kurzem ein Konzert gegeben. ps

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