Nach dem Großbrand: Elis baut in Landstuhl größer als je zuvor
- Ein Neubau mit gewaltigen Dimensionen: Elis-Standortleiter Joerg J. Scherf (Mitte) erläuterte beim Rundgang mit Vertretern aus Politik und Bauwirtschaft die Fortschritte an der neuen Großwäscherei in Landstuhl. Auf rund 10.000 Quadratmetern entsteht eine der modernsten Produktionsanlagen der Unternehmensgruppe.
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Nach dem verheerenden Großbrand entsteht bei Elis in Landstuhl eine der modernsten Großwäschereien der Unternehmensgruppe. Bis zu 450 Menschen sollen hier künftig arbeiten. Ein Baustellenrundgang zeigt die gewaltigen Dimensionen des Neubaus.
Von Erik Stegner
Landstuhl. Drei Tage lang brannte die Großwäscherei, rund 390 Beschäftigte bangten um ihre berufliche Zukunft. Was am 4. Dezember 2024 zu einer der schwärzesten Stunden für Stadt und Verbandsgemeinde Landstuhl wurde, könnte sich heute als Beginn einer neuen wirtschaftlichen Epoche erweisen. Wo das Großfeuer nahezu einen kompletten Industriebetrieb zerstörte, entsteht für mittlerweile mehr als 40 Millionen Euro eine hochmoderne Wäscherei. Größer, leistungsfähiger und mit Platz für bis zu 450 Mitarbeiter. Aus der Katastrophe wächst ein Zukunftsprojekt mit Signalwirkung für die gesamte Region. Wie weit die Arbeiten inzwischen fortgeschritten sind, zeigte Elis-Standortleiter Joerg J. Scherf am Freitag bei einem Rundgang mit einer Delegation um Stadtbürgermeister Mattia De Fazio und Verbandsbürgermeister Dr. Peter Degenhardt. Auf rund 10.000 Quadratmetern entsteht eine Produktionsanlage, die den bisherigen Betrieb deutlich übertreffen wird. Vollständig betriebsfähig soll die neue Fabrik nach Angaben von Scherf um Ostern 2027 sein.
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Ein Grundstück macht den Neubau erst möglich
Dass Elis überhaupt in Landstuhl geblieben ist, war nach dem Brand keineswegs selbstverständlich. Entscheidend war laut Scherf die enge Zusammenarbeit mit Stadt und Verbandsgemeinde. Erst durch die Erweiterung auf ein angrenzendes Grundstück der Pfalzwerke, auf dem sich zuvor ein Photovoltaikpark befand, erhielt das Unternehmen die notwendige Fläche für den Neubau.
Die kommunalpolitischen Verantwortlichen hatten sich intensiv für diese Lösung eingesetzt. Beim Rundgang dankte Scherf allen Beteiligten ausdrücklich für ihre Unterstützung. „Ohne den Zuwachs der Grundstücksfläche wäre die Umsetzung so sicher nicht gelungen“, verdeutlichte der Standortleiter. Stadtbürgermeister Mattia De Fazio hob insbesondere die Bedeutung für die Beschäftigten und ihre Familien hervor. Wohnortnahe Arbeitsplätze seien nicht nur ein großer Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Stück Lebensqualität. Elis biete sowohl hochqualifizierten Fachkräften als auch Menschen ohne spezielle berufliche Qualifikation Beschäftigungsmöglichkeiten.
- Der Blick von der oberen Ebene verdeutlicht die Dimensionen des Neubaus. Auf rund 10.000 Quadratmetern entsteht die neue Produktionsanlage von Elis in Landstuhl.
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Investition fällt deutlich höher aus
Auch finanziell hat das Projekt inzwischen eine neue Dimension erreicht. Waren ursprünglich rund 35 Millionen Euro für den Wiederaufbau vorgesehen, sprach Scherf beim Rundgang mittlerweile von einer „deutlichen Vier“ vor der Investitionssumme. Die Kosten liegen demnach inzwischen oberhalb der 40-Millionen-Euro-Marke. Durch den Grundstückszukauf wächst das Betriebsgelände von ursprünglich rund 21.000 auf etwa 25.800 Quadratmeter. Mit der neuen Anlage schafft Elis die Voraussetzungen für eine Produktionssteigerung um mindestens 30 Prozent gegenüber dem bisherigen Werk. Damit stärkt der internationale Textil- und Hygienedienstleister nicht nur seinen Standort in der Westpfalz, sondern auch die Versorgung von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Kunden weit über Landstuhl hinaus.
- Verbandsbürgermeister Dr. Peter Degenhardt (links) und Stadtbürgermeister Mattia De Fazio verschaffen sich beim Rundgang einen Eindruck vom Baufortschritt der neuen Elis-Großwäscherei.
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Wie Elis nach dem Brand die Arbeitsplätze rettete
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung mit Blick auf die Beschäftigten. Noch während des Großbrandes entschied sich Elis gegen Entlassungen und informierte die Mitarbeiter bei einer Versammlung in der Landstuhler Stadthalle über ihre berufliche Zukunft. Innerhalb kürzester Zeit organisierte das Unternehmen einen Ersatzbetrieb. In Kaiserslautern wurde eine Halle angemietet, weitere Arbeiten wurden auf Niederlassungen in Alsfeld, Hagen, Saarbrücken, Simmern und Sulz verteilt. Ein eigens eingerichteter Shuttleservice ermöglichte den Beschäftigten den Übergang an die anderen Standorte. Später investierte Elis in Kaiserslautern in eine zusätzliche Waschstraße. Die Zahl der dem Landstuhler Betrieb zugeordneten Mitarbeitern stieg zwischenzeitlich sogar von 390 auf rund 400. Mit der Fertigstellung des Neubaus sollen die ausgelagerten Beschäftigten zurückkehren.
- Bildunterschrift: So soll die neue Elis-Großwäscherei nach ihrer Fertigstellung aussehen: Die Visualisierung zeigt die künftige Außenansicht des Neubaus am Standort Landstuhl.
- Foto: Repro: Elis
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Eine der modernsten Großwäschereien der Unternehmensgruppe
Neben der erheblich höheren Produktionskapazität setzt Elis auf moderne Technik und effizientere Abläufe. Bereits beim Spatenstich am 19. März hatte Christopher Beyer, Operations Director bei Elis, angekündigt, dass Landstuhl künftig zu den modernsten Produktionsstandorten der Unternehmensgruppe gehören werde. Auch die moderne Energieversorgung ist Teil des neuen Konzepts. Auf dem Hallendach ist eine großflächige Photovoltaikanlage vorgesehen, die künftig einen Teil des Strombedarfs der energieintensiven Produktion decken soll. Mit dem Rückbau der Brandruine sowie der Planung und schlüsselfertigen Errichtung des Neubaus wurde GSE Deutschland beauftragt.
Eine Großwäscherei brennt nieder. Hunderte Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Was folgt, ist keine Selbstverständlichkeit. Ein international tätiger Konzern hätte seine Produktion auch dauerhaft an andere Standorte verlagern können. Elis hat sich anders entschieden – und investiert nun Millionen in die Zukunft des Standorts Landstuhl.
Das verdient Anerkennung. Ebenso wie die Zusammenarbeit mit Stadt und Verbandsgemeinde Landstuhl, deren Einsatz bei der Grundstückserweiterung eine entscheidende Voraussetzung für den Neubau geschaffen hat. Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Unternehmen und kommunale Verantwortungsträger gemeinsam nach Lösungen suchen.
Mehr als 40 Millionen Euro und Perspektiven für bis zu 450 Beschäftigte: Das sind beeindruckende Zahlen. Vor allem aber stehen dahinter Menschen, deren berufliche Zukunft nach dem Großbrand alles andere als sicher erschien.
Landstuhl bekommt nicht einfach seine Großwäscherei zurück. Die Stadt gewinnt einen Industriestandort, der stärker aus der Krise hervorgeht, als er zuvor war.
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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