Ein Leben für die Kommunalpolitik - Abschied von Ludwig Faulhaber

Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Landstuhl, Ludwig Faulhaber, ist im Alter von 95 Jahren zum Jahresbeginn gestorben.   | Foto: Richter
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Von Eckhard Richter

Landstuhl. Am 8. Januar wäre Altbürgermeister Ludwig Faulhaber 96 Jahre alt geworden. Jetzt hat er sich für immer aus seiner Sickingenstadt verabschiedet. In Kaiserslautern geboren, besuchter er die Volks- später die Fachschule für Verwaltung und Wirtschaft. Nach Kriegsende trat er in den Dienst der Stadtverwaltung Kaiserslautern als Inspektorenanwärter. Seine erste und zweite Verwaltungsprüfung legte er mit dem besten Prüfungsergebnis ab und besuchte danach die Verwaltungs-und Wirtschaftsakademie Rheinland-Pfalz.

1964 begann die politische Laufbahn des Ludwig Faulhaber in Landstuhl. Er wurde vom Landstuhler Stadtrat im Oktober zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Das Ende seiner ersten Amtszeit fiel mit der damaligen Gebietsreform im Jahre 1972 und der damit verbundenen Bildung der Verbandsgemeinde Landstuhl zusammen. Danach führte er die Geschicke der Sickingenstadt als ehrenamtlicher Stadtbürgermeister bis 1974.

Schon zu Beginn seines Wirkens als Stadtbürgermeister sah er einen wesentlichen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, die Völker Europas zusammenzuführen. Daher bemühte er sich vor allem um die Aussöhnung mit dem Nachbarn Frankreich. Faulhabers Bestreben ist es zu verdanken, dass Landstuhl, nachdem 1964 erste Kontakte geknüpft worden waren, schon frühzeitig, nämlich im Jahr 1967, offiziell eine partnerschaftliche Beziehung mit der französischen Stadt Pont-à-Mousson eingegangen werden konnte. Solche Partnerschaften waren damals noch selten.

Beziehungen zu Partnerstadt mit Leben gefüllt

In den Folgejahren gelang es Faulhaber diese Beziehungen mit Leben zu füllen. Bei vielen Begegnungen, nicht nur auf offizieller Ebene, sondern auch bei Treffen der Kirchengemeinden, Organisationen und Vereinen, war er immer wieder Motor und Mentor des freundschaftlichen Austausches zwischen den Nationen. In den nächsten beiden Legislaturperioden zwischen 1974 und 1984 gehörte er dem Stadtrat als Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergruppe (FWG) Landstuhl an. Nach den Kommunalwahlen des Jahres 1984 wurde Faulhaber erneut zum ehrenamtlichen Stadtbürgermeister gewählt und 1989 im Amt des Stadtbürgermeisters von den Wählerinnen und Wählern bestätigt.

Ludwig Faulhaber hinterließ während seiner hauptamtlichen Tätigkeit große Spuren. Unter seiner Führung entstand unter anderem die Theodor-Heuss-Schule. Die Schule in der Neugasse wurde modernisiert, Realschule mit Turnhalle gebaut. Die Feuerwehr zur Stützpunktfeuerwehr umfunktioniert, Förderungen zum Wohnungsbau angegangen. Das Neubaugebiet an der Langwiedener Straße entstand. Die Liste seines kommunalen Wirkens ist sehr lang und man könnte viele Seiten füllen.

Politiker mit ausgeprägtem Bürgersinn

Im Jahr 1994 kandidierte er nicht mehr. Nach zwei weiteren Jahren als Ratsmitglied zog er sich auf eigenen Wunsch aus der Politik zurück. Ludwig Faulhaber hat in all den Jahren seines kommunalen Wirkens immer einen ausgeprägten Bürgersinn gezeigt. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt er 1989 die Ehrenplakette der Stadt Landstuhl. Bundespräsident Roman Herzog zeichnete ihn mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Ludwig Faulhaber war mit Ehefrau Anneliese seit 1952 verheiratet, hatte vier Kinder und fünf Enkelinder. Durch seine menschliche und bescheidene Art war er während seiner Amtszeit stets ein „Bürgermeister zum Anfassen“ mit einer ausgeprägten Liebe zur Heimat.

Die Beerdigung findet am Montag, 13. Januar, 14 Uhr, auf dem Friedhof in Landstuhl statt.

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Autor:

Erik Stegner aus Landstuhl

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