Plakataktion in SÜW-Freibädern: Hilfe holen, wenn Grenzen überschritten werden
- Wer im Freibad belästigt wird oder etwas beobachtet, soll schnell wissen, wo es Hilfe gibt.
- Foto: Trifelsbad Annweiler
- hochgeladen von Katharina Wirth
Landkreis Südliche Weinstraße. Wer sich im Freibad unwohl oder bedrängt fühlt, soll schneller wissen, was zu tun ist. In mehreren Schwimmbädern im Landkreis hängen ab sofort neue Plakate, die auf sexualisierte Belästigung, Grenzverletzungen und übergriffiges Verhalten aufmerksam machen und konkrete Handlungsmöglichkeiten zeigen.
Die Aktion hat die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Isabelle Stähle, angestoßen. Sie arbeitet dabei mit den Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinden Annweiler am Trifels, Bad Bergzabern, Herxheim und Offenbach an der Queich zusammen. Entsprechend hängen die Plakate dort ab sofort in den Bädern.
Was auf den Plakaten steht und was das für Badegäste bedeutet
Die Plakate nennen Beispiele für Verhalten, das Grenzen überschreitet. Dazu zählen aufdringliches Anstarren, anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Berührungen oder Fotografieren und Filmen ohne Zustimmung. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass solche Übergriffe Konsequenzen haben können, bis hin zu Hausverbot oder strafrechtlicher Verfolgung.
Die Aktion soll Betroffene ermutigen, sich an das Schwimmbadpersonal zu wenden und Unterstützung zu holen. Auch die übrigen Besucherinnen und Besucher ruft sie dazu auf, nicht wegzusehen, aufmerksam zu sein und Hilfe zu holen.
Isabelle Stähle sagt: „Sicherheit und Respekt müssen für alle Menschen selbstverständlich sein – auch und gerade in unseren Schwimmbädern. Niemand sollte aus Angst vor Belästigung auf einen unbeschwerten Schwimmbadbesuch verzichten müssen. Mit der Plakataktion wollen wir sensibilisieren, Betroffene stärken und deutlich machen: Grenzverletzungen werden nicht toleriert, und wir stehen an der Seite derjenigen, die Unterstützung brauchen.“
Kreisbeigeordneter Uwe Huth sagt in Vertretung für Landrat Dietmar Seefeldt: „Die Botschaft ist klar: Alle Menschen sollen sich beim Besuch der Freibäder sicher, respektiert und willkommen fühlen. Sexualisierte Belästigung hat dort keinen Platz. Die Plakate stärken das Bewusstsein für gegenseitigen Respekt und tragen dazu bei, dass Schwimmbäder Orte bleiben, an denen sich alle Menschen sicher und wohlfühlen können“.
Neben Verhaltenstipps verweisen die Plakate auch auf Beratungs- und Unterstützungsangebote. Genannt werden das Gleichstellungsbüro des Landkreises, das FrauenZentrum ARADIA e. V., der Kinderschutzbund Landau-SÜW sowie die Polizei für akute Notfälle. Weitere Infos bietet die Kreisverwaltung online unter www.suedliche-weinstrasse.de/sichereschwimmbaeder.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |