Kreis SÜW testet neuen Altenhilfebericht: Was sich für Senioren ändern soll
- Mehr Überblick, bessere Planung: Ein Forschungsprojekt soll zeigen, wie Altenhilfe im Kreis SÜW künftig verlässlicher erfasst werden kann.
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Kreis SÜW. Wie lassen sich Angebote für ältere Menschen besser planen, ohne dass wichtige Informationen fehlen. Genau das will ein neues Forschungsprojekt klären, das im August gestartet ist und bis Oktober läuft. Der Kreis Südliche Weinstraße gehört neben Neustadt an der Weinstraße zu zwei Modellstandorten in Rheinland-Pfalz.
Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Goethe-Universität Frankfurt am Main entwickelt und erprobt dabei, wie ein Standard-Altenhilfebericht für Rheinland-Pfalz aussehen kann. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Vorhaben.
Warum der Bericht nötig ist
Im Kreis Südliche Weinstraße sind 24,6 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre. Rechnet man die Altersgruppe ab 60 Jahren dazu, kommt der Kreis auf 33,5 Prozent ältere Menschen.
Die Verwaltung sieht beim Thema Altenhilfe ein Problem bei der Datenbasis. Für die Pflege gibt es laut Kreisverwaltung umfangreiche statistische Daten, weil Leistungen gesetzlich festgelegt sind. Für die Altenhilfe fehlen vergleichbare Datengrundlagen. Deshalb will das Forschungsprojekt qualitative Daten auswerten und gemeinsam mit den Modellkommunen testen, welche Informationen sich künftig einheitlich erheben und darstellen lassen.
Aus dem Kreis Südliche Weinstraße und aus Neustadt an der Weinstraße arbeiten dafür Fachkräfte aus der Senioren-Sozialplanung, der Pflegestrukturplanung sowie aus Gesundheits- und Planungsämtern eng zusammen. Sie wollen Daten aus verschiedenen Fachbereichen erstmals systematisch zusammenführen. Dabei klären sie auch Fragen der Datenverfügbarkeit, Datensparsamkeit und des Datenschutzes.
Landrat Dietmar Seefeldt sagt: „Wir sind stolz darauf, als Modellstandort für dieses wichtige Forschungsprojekt ausgewählt worden zu sein. Unser Landkreis ist dafür genau der richtige Ort: Die Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels beschäftigen uns seit vielen Jahren, und wir haben früh begonnen, gemeinsam mit den Menschen vor Ort sowie den Orts- und Verbandsgemeinden nach guten Lösungen zu suchen.“
Seefeldt ergänzt: „Bei uns an der Südlichen Weinstraße gehören ältere Menschen ganz selbstverständlich zur Mitte der Gesellschaft. Vieles, was im Alltag trägt, entsteht dabei informell – in Nachbarschaften, Vereinen, Familien und im ehrenamtlichen Engagement. Zugleich gibt es bereits vielfältige Angebote und Strukturen, auf denen wir aufbauen können. Das Forschungsprojekt bietet uns die Chance, diese Erfahrungen sichtbar zu machen, weiterzuentwickeln und neue Ansätze zu erproben. Ich freue mich sehr darauf, dass unser Landkreis dabei als Modell für andere Regionen Impulse geben kann.“
Auch die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler ordnet das Ziel ein: „Altenhilfe ist eine gesetzliche Aufgabe der Kommunen. Damit Kommunen ihre Verantwortung gut wahrnehmen können, brauchen sie einen Überblick darüber, welche Strukturen und Angebote vor Ort bereits bestehen. Die Lebenswirklichkeit älterer Menschen ist vielfältig und genauso vielfältig sind die Strukturen vor Ort. Mit dem Altenhilfebericht wollen wir diese Vielfalt sichtbar machen und eine verlässliche Grundlage für die weitere Planung schaffen.“
Das Projekt ist in der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße im Referat Demografie mit Schwerpunkt Senioren in der Abteilung Soziales angesiedelt. Weitere Informationen gibt es online unter Senioren und Demografie im Kreis SÜW.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |