Hochwasserschutz in der Südpfalz: Neues Pegelnetz soll früher warnen
- Wenn Bäche anschwellen, zählen schnelle Infos: Ein Pegelmessnetz soll Warnungen in der Südpfalz früher ermöglichen.
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Birkweiler. Wer an Erlenbach, Otterbach oder Dierbach wohnt, soll bei drohendem Hochwasser künftig früher gewarnt werden. Die Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim haben sich bei einem Treffen der Hochwasserpartnerschaft in Birkweiler über ein gemeinsames Pegelmessnetz in der Südpfalz ausgetauscht.
Die Landkreise Südliche Weinstraße, Germersheim und Südwestpfalz sowie die Stadt Landau arbeiten seit dem Jahr 2012 in einer Hochwasserpartnerschaft zusammen. Einmal im Jahr treffen sich die beteiligten Kommunen, um Erfahrungen zu teilen und den Hochwasserschutz weiterzuentwickeln.
Landräte Dietmar Seefeldt und Martin Brandl erinnerten in ihrer Begrüßung an die Flutkatastrophe an der Ahr und betonten die Bedeutung einer guten Vorbereitung über Verwaltungsgrenzen hinweg.
24 bis 26 Pegel sollen an bestehenden Bauwerken entstehen
Das Pfingsthochwasser vom vergangenen Jahr, das unter anderem die Stadt Wörth schwer getroffen hatte, gab den Anstoß für das Vorhaben. Die Beteiligten wollen den kompletten Verlauf der Gewässer von der Quelle bis zur Mündung betrachten, mit besonderem Blick auf Erlenbach, Otterbach und Dierbach.
Geplant sind 24 bis 26 Standorte. In der Regel sollen die Pegel an bestehenden Bauwerken wie Brücken oder Wehren entstehen. Die Verbandsgemeinden Bad Bergzabern, Kandel und Jockgrim sowie die Stadt Wörth wollen die Pegel installieren. Ziel ist eine möglichst frühzeitige Warnung für Unterlieger, also Orte flussabwärts.
Jan Pfirrmann von der Verbandsgemeindeverwaltung Kandel koordiniert das Projekt nach Angaben der Beteiligten federführend.
Ein weiteres Thema beim Treffen waren Möglichkeiten und Grenzen einer ökologischen Gewässerunterhaltung und Gewässerentwicklung, um Klimawandelfolgen zu dämpfen. In einem Vortrag nannte Dr. Marcus Werum von der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG)mbH Beispiele wie dezentralen Wasserrückhalt im Wald, Beschattung im Oberlauf zur Senkung der Wassertemperatur, Vorlandwälle oder die Anbindung von Gewässern an eine Aue. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Gewässerunterhaltungspflichtigen, der Oberen Wasserbehörde und der GfG soll sich nach der Idee der Teilnehmenden damit befassen.
Wie die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße mitteilt, sind Hochwasserpartnerschaften in Rheinland-Pfalz freiwillige Zusammenschlüsse von Gemeinden, Städten und Landkreisen. Sie sollen durch Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit die kommunale Hochwasservorsorge effizienter machen und die Solidarität zwischen Ober- und Unterliegern stärken.
Autor:Annina Ksionsek aus Landau |