Soroptimistinnen spenden an Wohnungslosenhilfe
Frauen helfen Frauen in der Obdachlosigkeit

Von den Soroptimistinnen gab  es eine Spende über 1500 Euro für die Obdachlosenhilfe (von links): Kerstin Jordan und Antonia Böhl von den Soroptimistinnen, Lisa Traunmüller, Einrichtungsleiterin des Caritas-Zentrums, und Michael Jessel von der Obdachlosenhilfe Im Hintergrund ist die Obdachlosenunterkunft vom Prießnitzweg zu sehen.
  • Von den Soroptimistinnen gab es eine Spende über 1500 Euro für die Obdachlosenhilfe (von links): Kerstin Jordan und Antonia Böhl von den Soroptimistinnen, Lisa Traunmüller, Einrichtungsleiterin des Caritas-Zentrums, und Michael Jessel von der Obdachlosenhilfe Im Hintergrund ist die Obdachlosenunterkunft vom Prießnitzweg zu sehen.
  • Foto: Caritas
  • hochgeladen von Thomas Klein

Landau. Laut Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Obdachlosenhilfe leben rund 100.000 Frauen auf der Straße. „Diese besonders verletzliche Zielgruppe haben wir anlässlichunserer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in den Blick genommen“, erklärt Antonia Böhl, Präsidentin der Soroptimistinnen aus Landau und übergab daher eine Spende über 1500 Euro der ambulanten Wohnungslosenhilfe des Caritas-Zentrums Landau. Der zu diesem Anlass gezeigte Film beschäftigte sich mit obdachlosen Frauen in Frankreich und löste eine große Spendenbereitschaft bei den Kinobesuchern aus. „Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von SI ist es, Frauen in Notsituationen zu helfen. Mit dem gespendeten Geld können wir nun Frauen in Landau, die sich in ähnlicher Situation befinden wie die Protagonistinnen des Films und von Caritas betreut werden, unterstützen“, so Böhl weiter.

In der städtischen Obdachlosen-Unterkunft in Landau leben regelmäßig fünf bis acht Frauen, die meisten in einem Alter ab 50 Jahren. Diese Gruppe stellt die Caritas-Sozialarbeit vor besondere Herausforderungen, denn es bedarf spezifischer Maßnahmen und Angebote, die dem Hilfebedarf der Frauen in einer Wohnungsnotfallsituation gerecht werden. Zum einen gleicht „Weiblich und wohnungslos“ oft einer doppelten Stigmatisierung. Frauen erhalten, stärker noch als Männer, negative Zuschreibungen. Zudem wird Wohnungslosigkeit häufiger als persönliches Versagen und daher als enorme psychische Belastung erlebt.

Einer Unterbringung in einer Obdachlosenunterkunft gehen zumeist Gewalt geprägte Lebensumstände vorweg. Der Zusammenhang von Gewalt, weitreichenden gesundheitlichen Risiken und Wohnungslosigkeit lässt sich eindeutig nachweisen. Gewalt geprägte Lebensumstände machen Frauen nicht nur häufig arm und wohnungslos, sondern machen auch körperlich und seelisch krank. Gerade Frauen auf der Straße oder in prekären Wohnsituationen sind jedoch gezwungen, nicht auf ihren Körper zu hören, Schmerzen oder Warnsignale ihres Körpers und der Psyche zu missachten, um zu überleben. Sie gehen immer wieder psychisch und physisch über ihre Grenzen; sei es durch den Gebrauch von Suchtmitteln, das Erleiden und Aushalten von Gewalt, das Ignorieren von Schmerzen oder sogar durch das selbständige Zufügen von Schmerzen, um die schwierigen Lebenssituationen aushalten zu können.

Einen eingeschränkten Zugang zur medizinischen Versorgung haben insbesondere Frauen, die in Obdachlosenunterkünften oder auf der Straße leben. Zusätzlich erschwerend sind die immer höheren Eigenbeteiligungen bzw. Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung, die von armen und/oder wohnungslosen Frauen nicht geleistet werden können. So begegnen Mitarbeiterinnen der Wohnungslosenhilfe immer mehr Frauen mit geflickten Brillen, erbärmlichem Zahnstatus und unversorgten Krankheiten. Trotz der ähnlichen Problemstellungen der betroffenen Frauen, soll mit der großzügigen Spende der Soroptimistinnen ganz individuell Hilfe geleistet werden.

„Jede Frau bekommt individuelle Unterstützung, wir teilen keine Einheitspakete aus. Von guter Sozialarbeit ist zu erwarten, dass jeder Mensch in seiner Besonderheit wahrgenommen wird“, betont Elisabeth Traunmüller, Leiterin des Caritas-Zentrums. Bedarf zeige sich individuell etwa im Bereich der Zahn/Mundhygiene so Michael Jessl, zuständig für die sozialpädagogische Betreuung der betreffenden Gruppe. Schlecht Zahnhygiene führe in einigen Fällen zum Verlust der Zähne und damit zu einer eingeschränkten und zumeist Mangelernährung. Weitere Bedarfe zeigten sich in der medizinischen Fußpflege, der Frauenhygiene, Hauptpflegeprodukten und Erste-Hilfe-Sets. Aber auch „Wohlfühlprodukte“ dürften nicht fehlen. Shampoo, Wärmflaschen, Deo, Seife oder auch ein Gutschein für den Friseur oder die Drogerie, um sich individuelle Wünsche zu erfüllen seien ebenfalls angedacht. kl/ps

Autor:

Thomas Klein

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