Kunstaktion an der Landauer Stiftskirche mit Ballons, Schmetterlingen und Musik
Eins, zwei, drei - und Schuss

Mit der kleinen Armbrust auf die Ballons zielen – so können alle mitmachen.
  • Mit der kleinen Armbrust auf die Ballons zielen – so können alle mitmachen.
  • Foto: Christine Kraus
  • hochgeladen von Thomas Klein

Landau. Bunt und lebendig war es auf dem Platz vor der Landauer Stiftskirche. Die Tagesförderstätte Waffenstraße des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus hatte im Rahmen der inklusiven Kunstwoche „Wunschkunst“ zu einer Mitmachaktion eingeladen. Mit dabei waren auch Kinder der Kindertagesstätte des Diakonissenvereins Langstraße.
Zwei große Leinwände sind auf dem Platz aufgebaut, die zarte Silhouette eines Baumes, beziehungsweise eines Logos zeichnet sich auf ihnen ab. Aus ihnen sollen die Kunstwerke mit Hilfe der Kinder, der Besucher der Tagesförderstätte und der Passanten entstehen. Die erste Aufgabe ist vergleichsweise einfach: Vor der großen Leinwand mit den angedeuteten Symbolen liegen an langen Stielen befestigt fünf Pinsel vor Wannen mit roter, gelber, blauer, grüner und weißer Farbe. Ganz nach Lust und Laune darf die Leinwand damit bemalt werden. Die langen Stiele machen das Malen nicht ganz so leicht, wie es aussieht. „Die Kinder können so die Bewegungseinschränkungen der Menschen mit Behinderung ein bisschen nachfühlen“, sagt Ines Querido. Die Designerin und Fotografin macht gerade eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin im Tagesförderzentrum. Sie hatte die Idee zu den beiden Aktionen vor der Stiftskirche, bei der Umsetzung wurde sie von den Mitarbeitern der Tagesförderstätte und von Ehrenamtlichen der von „LiLi – Leben in Landau inklusiv“ unterstützt. 
Die zweite Aufgabe ist ein bisschen schwieriger: Vor der Leinwand mit dem ange-deuteten Baum hängen viele kleine Luftballons an Schnüren herab. Sie sind mit Farbe gefüllt und müssen mit Dart-Pfeilen zum Platzen gebracht werden. Da es weder für die ganz Kleinen noch für Menschen mit Behinderung einfach ist, Pfeile gezielt zu werfen, liegt eine kleine Armbrust bereit, mit der die Pfeile abgeschossen werden können. Pfeil einlegen, eins, zwei, drei und Schuss. Drei Versuche hat jeder zunächst. Das macht allen viel Spaß, auch wenn es sich zeigt, dass es gar nicht so einfach ist, die Ballons zu treffen.  
Auch um die Leinwände herum herrscht Leben. Einige Besucher haben an den Tischen Platz genommen und lauschen der Musik. Auch das ist Teil der „Inklusiven Kunstwoche“: Leonardo Ronchetti hat mit Besuchern des Tagesförderzentrums in Queichheim eine kleine Band gegründet. An der Trommel begleitet von Hüsseyin Kilincarslan, einem Besucher des Queichheimer Tagesförderzentrums macht er Musik mit einem Didgeridoo oder einer Obertonflöte. Lutfi Abdo fängt spontan an zu tanzen und zu singen, bevor er zu der zweiten Trommel greift. Er besucht das Tagesförderzentrum in der Waffenstraße.
Die Kunstaktion auf dem Stiftsplatz und die Musik sind nur zwei Aktionen von ins-gesamt 45 Projekten mit mehr als 700 Teilnehmern. Alle Teilbereiche des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus haben sich in irgendeiner Form an der Inklusiven Kunstwoche beteiligt. Die Idee dazu habe Thomas Moser, der Leiter des Förderzentrums, schon vor etwa einem Jahr gehabt, erklärt Alexander Hahn, der LiLi seitens der Caritas koordiniert. „Bei der Umsetzung gab es nur drei Vorgaben: die Aktionen sollten freiwillig, inklusiv und nachhaltig sein.“ Hahn ist selbst über-rascht, wie viele unterschiedliche Aktionen daraus entstanden sind. Allen gemein-sam ist das Motto: „Was ich mir wünsche“.
Auch bei der Mitmachaktion vor der Stiftskirche finden Wünsche ihren Platz: Alle, die mitgemacht haben, dürfen ihren Wunsch auf einen grünen Papierschmetterling schreiben, die die Kindergartenkinder zuvor ausgeschnitten hatten. Von Eulenaugen über Gesundheit bis Toleranz sammeln sich im Laufe des Vormittags eine ganze Reihe von Wünschen an. Die Schmetterlinge werden später an dem Wunschbaum befestigt. Doch das Ergebnis sehen Kinder und Besucher der Förderstätte erst später. Sie sind längst beim Mittagessen, als Ines Querido an die bunten Leinwände tritt und beginnt, die fast nicht sichtbaren Klebebänder abzuziehen. In strahlendem Weiß erscheint nun ein Baum auf der mit Farbkleksen übersäten Leinwand. Hier sollen die Schmetterlinge befestigt werden. Auf der zweiten Leinwand erscheint nach entfernen der abgeklebten Stellen ein Logo: Ein Rollstuhlfahrer eingerahmt von anderen Personen. Inklusion eben, denn darum geht es ja bei der Aktion. kl/ck

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