Renten
Die große Rentenlüge – was uns Politik und Medien verschweigen
- Demo in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht
- Foto: Dieter Hammann
- hochgeladen von Rudi Birkmeyer
Von Edgar Krieger und Rudi Birkmeyer
Seit Jahren wird den Menschen in Deutschland dasselbe Mantra eingetrichtert: Die Renten sind unsicher, die Kasse ist leer, die junge Generation muss sich auf weniger einstellen.
Doch die Realität sieht ganz anders aus – und das wird in der öffentlichen Debatte systematisch verschwiegen.
Die Fakten sprechen eine andere Sprache
Aktuelle Zahlen für 2024 zeigen: Die Rentenversicherung steht finanziell stabil da. Die Beiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden vollkommen ausreichen, um die Renten zu zahlen – ja, sogar mit Überschuss. Das System wäre also gesund, würden nicht Milliarden zweckentfremdet.
Was kaum jemand offen ausspricht, ist der eigentliche Grund für den angeblichen „Finanzdruck“: Die versicherungsfremden Leistungen.
Ein Griff in die Kasse der Beitragszahler
Unter diesem nüchternen Begriff verbergen sich Ausgaben, die eigentlich mit der Rentenversicherung nichts zu tun haben – etwa Kindererziehungszeiten, Fremdrenten, politisch beschlossene Sonderleistungen oder Sozialausgaben, die der Staat über die Rentenkasse abwickelt, statt sie aus Steuern zu finanzieren.
Das Ergebnis: Milliarden verschwinden aus der Rentenkasse, ohne dass die Versicherten davon profitieren.
Mit anderen Worten: Die Beitragszahler finanzieren staatliche Sozialpolitik – und das auf Kosten ihrer eigenen Altersvorsorge.
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Das Märchen vom Rentenloch
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Trotz dieser Tatsachen wird den Menschen weiterhin erzählt, die Renten seien gefährdet und die Beitragssätze müssten steigen. Man wiederholt diese Botschaft gebetsmühlenartig, um das bestehende System nicht infrage stellen zu müssen.
Aber die Wahrheit ist: Würde der Staat die versicherungsfremden Leistungen selbst tragen, könnten die Rentenbeiträge sinken oder die Renten sogar steigen.
Das Problem ist also kein Mangel an Geld – sondern ein Mangel an Ehrlichkeit.
Zeit für Klartext
Es ist höchste Zeit, dass Medien, Politik und Öffentlichkeit dieses Thema endlich offen diskutieren. Denn die Rentenversicherung ist kein Selbstbedienungsladen für staatliche Nebenhaushalte, sondern das Eigentum der Versicherten.
Wer von „leeren Kassen“ spricht, ohne die versicherungsfremden Leistungen zu erwähnen, verschleiert die Wahrheit – und trägt dazu bei, dass das Vertrauen in unser Sozialversicherungssystem weiter bröckelt.
Ein Appell an die Verantwortung
Als Medienschaffende haben wir die Pflicht, Fakten von politischen Parolen zu trennen. Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, warum ihre Beiträge nicht dort ankommen, wo sie hingehören: bei den Rentnerinnen und Rentnern.
Die Diskussion um die Rente muss endlich ehrlich geführt werden – ohne ideologische Scheuklappen, ohne Schönfärberei, und vor allem: ohne die Bürger zu täuschen.
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Autor:Rudi Birkmeyer aus Offenbach |
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