Sucht, Hilfe, Austausch: Das bot der Gesundheitstag in Kirchheimbolanden
- Beim Tag der seelischen Gesundheit im Kreishaus ging es um Sucht, Prävention und konkrete Hilfsangebote.
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Kirchheimbolanden. Im Kreishaus drehte sich am Freitag, 9. Oktober, alles um seelische Gesundheit, Suchtprävention und konkrete Hilfsangebote. Von 9 bis 14 Uhr kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher zum Tag der seelischen Gesundheit zusammen.
Das Gesundheitsamt des Donnersbergkreises organisierte die Veranstaltung mit vielen Partnern unter dem Motto Verbindung statt Verdrängung: Ein generationsübergreifender Blick auf Sucht und Gesundheit. Auf dem Programm standen ein Markt der Möglichkeiten mit Informationsangeboten und drei Fachvorträge aus Psychotherapie und Suchtberatung.
Zu Beginn trat der Donnersbergkreis außerdem dem kommunalen Partnerprozess Gesundheit für alle bei. Landrat Rainer Guth und Anne Häffner von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz unterzeichneten den Beitritt.
Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen
Der Partnerprozess soll die Gesundheitsförderung in der Kommune niedrigschwellig stärken, besonders für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen und für Personen mit sprachlichen Barrieren. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, gehören dazu auch Weiterbildungen und der Austausch in Netzwerken.
Gesundheitsmanagerin Emily Becker vom Gesundheitsamt des Donnersbergkreises zog eine positive Bilanz: „Heute gab es ganz viel Input und die Möglichkeit, sich zu informieren und zu vernetzen. Danke allen Beteiligten, ohne die der Tag der seelischen Gesundheit so hätte nicht stattfinden können. Man spürt und sieht an einem Tag wie heute auch ganz deutlich, wie viele Unterstützungsangebote es im Kreis und in der Region gibt.“
Becker verwies auch auf Menschen, die Hilfe suchen, aber den ersten Schritt noch nicht geschafft haben: „Wer am 9. Oktober nicht im Kreishaus war und Unterstützung sucht, wer sich fragt, ob er oder sie ein Suchtproblem haben könnte oder wer als Angehöriger Hilfe benötigt: Wir wissen, dass die Schwelle zur Frage nach Unterstützung, gerade wenn es um Sucht geht, groß erscheinen kann und vielleicht von Scham begleitet ist. Aber seien Sie versichert: Wir werden Sie nicht verurteilen, sondern wir sind da, um zu helfen! Kommen Sie gerne auf uns zu, schauen Sie nach Selbsthilfegruppen oder kontaktieren Sie eine der Stellen, die zum Tag der seelischen Gesundheit vor Ort waren.“
Der Markt der Möglichkeiten öffnete ab 9.30 Uhr. Ab 10 Uhr folgten die Fachvorträge. Jonas Goll, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut am Pfalzklinikum, sprach über evidenzbasierte Interventionen bei jugendlichem Substanzmissbrauch. Um 11 Uhr folgte Kerstin Pauly, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am Pfalzklinikum, mit dem Thema Cannabis nach der Legalisierung - was bedeutet das für unsere Gesundheit? Um 12 Uhr sprach Lisa Gödert vom Rehabilitationszentrum am Donnersberg über Suchttherapie.
Während des gesamten Programms lief der Markt der Möglichkeiten weiter und bot Raum für Austausch. Die Vorträge konnten flexibel und unabhängig voneinander besucht werden.
Beteiligt waren neben dem Gesundheitsamt unter anderem der Sozialpsychiatrische Dienst, das Jugendamt, Selbsthilfegruppen im Donnersbergkreis, das Bündnis gegen Depression Region Westpfalz, das Pfalzklinikum, die Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz, die Pflegestützpunkte Donnersbergkreis, die Diakonie Pfalz, das Demenznetzwerk Donnersbergkreis, das Caritas-Zentrum Kaiserslautern und die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Mainz.
Für weitere Informationen nennt die Kreisverwaltung ffuchs@donnersberg.de, Telefon 06352 710 515, sowie ebecker@donnersberg.de, Telefon 06352 710 486. red/anjs
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |