Georg-von-Neumayer Realschule plus sucht Ehrenamtler - Der Bedarf nach Hilfe ist groß
„Bildung, das Tor des Lebens“

Roland Heinemann, Sophia Herrmann und Christina Hurtz, von links nach rechts
  • Roland Heinemann, Sophia Herrmann und Christina Hurtz, von links nach rechts
  • Foto: Claudia Bardon
  • hochgeladen von Claudia Bardon

Von Claudia Bardon/Ehrenamt in Kirchheimbolanden. Corona hat die Fenster noch weiter geöffnet, um zu sehen und zu spüren, wie wichtig Ehrenamtler sind. Das sind Menschen, die ohne Bezahlung genau dort helfen, wo die Not am größten ist und wo jede helfende Hand benötigt wird.
Ehrenämter gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen. Sei es als Hospizbegleiter, Betreuer jeglicher Art oder auch im Schulwesen, als „rechte Hand des Lehrers“.
Viele Menschen wurden in der Pandemie vor neue Herausforderungen gestellt. Lehrer zum Beispiel mussten kurzer Hand vom Präsenz-Unterricht zum Online-Unterricht wechseln. Dass die Kinder den Anschluss und den Unterrichtsstoff nicht aus den Augen verlieren und nichts verpasst haben, lässt Ehrenamtler zu wahren Helden werden.

Helden in der Georg-von-Neumayer Realschule plus in Kirchheimbolanden

Seit circa sechs Jahren gibt es die Ehrenamtshilfe an der Georg-von-Neumayer Realschule plus in Kirchheimbolanden, die aus der Not heraus geboren wurde. „Die erste Helferin war Ende 60. Sie erzählte mir privat, dass sie gerne ehrenamtlich tätig sein möchte. Also überlegten wir auch erst einmal im privaten Bereich, was in Frage kommen könnte und dann dachte ich, Mensch, in der Schule könnten wir sie brauchen. Sie war Erzieherin und zwei Jahre bei uns, bis wir sie wegen eines Umzugs verabschieden mussten. Bei ihrer Verabschiedung kamen glücklicherweise die nächsten Ehrenamtler: Christina Hurtz und Dieter Fritsche. Beide sind nun schon drei Jahre bei uns und Roland Heinemann seit letztem Jahr. Die drei engagieren sich so stark bei uns, dass sie eigentlich eine halbe Stelle ausfüllen würden, denn sie arbeiten nachmittags oder auch im Online-Unterricht, sei es in Mathe, Englisch und Deutsch, so viel für uns“, erzählt Sophia Herrmann, Konrektorin und pädagogische Koordinatorin. Roland Heinemann ist gelernter Deutsch- und Englischlehrer für die Realschule, war 35 Jahre beim Hörfunk tätig und befindet sich nun in passiver Altersteilzeit. Zu Hause „Däumchen drehen“ ist nicht sein Ding, deshalb ist er jetzt Ehrenamtler an der Georg-von-Neumayer Realschule. „Ich habe mich aktiv beworben und prompt kam der Anruf und hier bin ich. Ich unterrichte Englisch, biete aber auch Deutsch und alles andere an. Während des Lockdowns haben wir die Klassen aufgeteilt und online unterrichtet. Ich habe erlebt, dass Schüler trotz der Barriere „ich spreche in den Computer“ große Entwicklungen durchlebt haben. Schlechtere Schüler zum Beispiel haben mehr Selbstbewusstsein erlernt und sich selbst auch mehr zugetraut.“

Motivation durch Fernunterricht

Schüler und Schülerinnen wurden selbstständiger. Der eigene Leistungsdruck konnte durch den Online-Unterricht von den Schultern genommen werden. Die Gruppen waren kleiner und die Kinder hatten mehr Mut, sich auch einmal zu Wort zu melden. Ablenkung oder Versagensangst war in diesen Momenten nicht da.
„Wir sind trotzdem froh, dass wir jetzt wieder in den Präsenz-Unterricht wechseln. Sollte allerdings nochmals ein Lockdown kommen, dann sind wir online sehr gut aufgestellt und auch vorbereitet. Wenn wir nachmittags die Klassen kleiner machen und wir als Ehrenamtler die schwachen rausnehmen, diese extra fördern und die Hausaufgaben mit ihnen machen könnten, dann wäre es viel sinnvoller. Dafür ist das Ehrenamt geeignet. Natürlich muss jeder für sich wissen, in welchem Fach er fit ist. Die Kids brauchen oft einen Anstoß zum Lernen und teilweise fehlt die Lust, aber wenn man ihnen zeigt, dass es Spaß machen kann und die Unterstützung da ist und sich erste Erfolge einstellen und die Noten besser werden, dann ist dies doch der richtige Weg“, so Ehrenamtlerin Christina Hurtz für Englisch und Deutsch, ehemalige Assistenz einer Geschäftsführung.

Ehrenamtler kann jeder werden

„Unterrichtet habe ich schon immer, sei es früher als Reitlehrerin oder bei meinen Kindern in den USA in der deutschen Abiturklasse als Nativspeaker. Seit wir wieder in Deutschland sind, habe ich mir etwas Neues gesucht und so bin ich hier gelandet“, fügt Christina Hurtz an.
Man muss kein Lehrer sein, man sollte sich aber mit dem Unterrichtsstoff auskennen. Die Hauptsache ist, dass man sich auf die Kinder einlässt und ihnen vermitteln kann, dass Bildung das Tor zur Welt ist. Auch wenn die Motivation fehlt, können die Ehrenamtler diese häufig wieder wecken und den Kindern etwas beibringen.
„Ich habe ein tolles Beispiel eines Schülers. Er erzählte mir, dass er Feuerwehrmann werden will. Englisch brauche er seiner Meinung nach nicht, aber da fragte ich ihn, was er macht, wenn er als Feuerwehrmann ins Ausland versetzt wird oder auf internationalen Wettkämpfen vertreten ist und er dann kein Englisch sprechen kann. Und da fiel der Groschen. Man sollte wissen, wie man es den Kindern vermittelt. Allgemeinbildung ist ein ganz wichtiges Gut und wenn wir das als Ehrenamtler widerspiegeln können und den Kindern beibringen, dass Lernen Spaß macht und sie nicht alleine sind, ist das schon die halbe Miete“, ergänzt Hurtz.

Bedarf ist da - Ehrenamtler dringend gesucht

Ehrenamtler sind hauptsächlich nachmittags in der Georg-von-Neumayer Realschule plus in Kirchheimbolanden im Einsatz. Gerade bei den Ganztagsklassen in der Klassenstufe 5, 6 und 7 ist die Unterstützung am meisten gefordert.
„Man muss nicht fachlich fit sein. Wenn man ein gutes Leseverständnis und ein gutes Allgemeinwissen hat, muss man nicht studiert haben. Gerade in der fünften Klasse ist der Bedarf zum Beispiel sehr groß, dass man mit den Kindern liest, das Einmaleins durchmacht. Wenn ein Ehrenamtler in einer kleinen Gruppe neben den Kindern sitzt und zusammen mit ihnen die Hausaufgaben bespricht, ist ihnen schon viel geholfen. Manchmal ist es so, dass die Kinder einfach die Fragestellung nicht verstehen und es dann schon ausreichend ist, wenn man diese gemeinsam nochmals erklärt“, erklärt Sophia Herrmann.
Wer kommunikativ ist und mit Kindern arbeiten möchte, gute Deutschkenntnisse besitzt, Lese- und Textverständnis mitbringt, dem steht der Weg in ein Ehrenamt nichts im Wege. „Im Grunde bräuchten wir in jeder Klasse einen Ehrenamtler. Und bei 25 Klassen ist das ein sehr hoher Bedarf. Aktuell haben wir insgesamt vier ehrenamtliche Helfer, denn seit letzter Woche ist Christa Risser neu in unserem Ehrenamtsteam, was uns natürlich sehr freut. Wir sind immer froh, wenn wir Hilfe bekommen, und sind auch weiterhin auf der Suche“, so Sophia Herrmann abschließend. clh

Zur Sache: Das geht uns alle an!
„Das geht uns alle an!“ ist eine Initiative des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter. Die im Verband organisierten Blätter nutzen ihre hohe Reichweite, um über aktuelle gesellschaftlich, politisch oder wirtschaftlich relevante Themen zu berichten, die viele Menschen bundesweit umtreiben. Auch die SÜWE mit ihren Wochenblättern, Stadtanzeigern und dem Trifelskurier möchte das Thema Ehrenamt aufgreifen und über die Situation in der Pfalz und im Badischen berichten. Weitere Artikel zum Thema gibt es unter www.wochenblatt-reporter.de/ehrenamt

Autor:

Claudia Bardon aus Wochenblatt Kirchheimbolanden

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