Große Pflanzaktion
300 Bäume für den Donnersberg

Marc Wagner, Initiator der Aktion sowie Vorsitzender von Vikings Muay Thai, Ernst-Ludwig Huy - Bürgermeister Dannenfels, Tristan Werner - Vizepräsident Sportbund Pfalz, Martin Teuber - Revierförster und Landrat Rainer Guth (von links)   | Foto: Claudia Bardon
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  • Marc Wagner, Initiator der Aktion sowie Vorsitzender von Vikings Muay Thai, Ernst-Ludwig Huy - Bürgermeister Dannenfels, Tristan Werner - Vizepräsident Sportbund Pfalz, Martin Teuber - Revierförster und Landrat Rainer Guth (von links)
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Von Claudia Bardon/Donnersberg. Der Klimawandel hinterlässt mittlerweile auch in unserer Region deutliche Spuren. Wahrlich leiden die Waldbestände. Umso wichtiger ist es, dass wir gegenwirken und unsere Natur schützen und erhalten.

300 Bäume auf dem Donnersberg war das Ziel der großen Spendenaktion, die im August von dem Verein Vikings Muay Thai sowie der Kreisjugendfeuerwehr Donnersbergkreis und dem Forstamt Donnersberg ins Leben gerufen wurde.
Damit auch genug Geld für 300 Bäume zusammen kam, wurden im September am ortsansässigen Edeka-Markt in Kirchheimbolanden Brat- und Currywürste, Pommes, Waffeln, Milchshakes und kühle Getränke verkauft.

300 Bäume für den Donnersberg am 27. November umgesetzt

Der erste Schnee ist über Nacht gefallen, es ist kalt, aber der Boden zum Glück nicht gefroren, sondern feucht und somit ein ideales Klima, damit 300 Baumpflänzchen am Donnersberg oberhalb Dannenfels ihre ersten Wurzeln schlagen dürfen.

50 Helferinnen und Helfer

50 Helferinnen und Helfer der Vikings, der Kreisjugendfeuerwehr, aber auch viele freiwillige Helfer schafften es vergangenen Samstag innerhalb von zwei Stunden, diese 300 Pflanzen unter Aufsicht von Revierförster Martin Teuber in sogenannte „Klumpen“ einzupflanzen.
„Wir haben zwei Baumarten eingepflanzt. Zum einen Eichen und Edelkastanien. Beide Arten passen zu Dannenfels und sind Arten, die mit Trockenheit relativ gut klar kommen. Klar benötigen sie auch Wasser, aber weniger als andere. In Zeiten des Klimawandels wollen wir mehr solcher Pflanzen setzen, deshalb pflanzen wir in sogenannte Klumpen. Damit wollen wir es schaffen, dass wir eine Mindestanzahl an Baumarten hier drin haben und den Rest dazwischen der natürlichen Naturverjüngung überlassen. Die würde zwar so auch kommen, aber dann hätten wir keine Eichen und keine Kastanien, sondern nur Fichten. Wir wissen, dass die Fichte keine Zukunft hat und es macht keinen Sinn nur auf Naturverjüngung zu setzen. Die Pflanzen stehen geschützt, wurden in Wuchshüllen gestellt. Vorteil ist, dass wir sie wieder finden und auch die Pflanzen dadurch geschützt werden. Das Klima in den Hüllen ist für eine Jungpflanze sehr angenehm. Auch, wenn Brombeeren oder andere Pflanzen wachsen würden, werden wir sie wieder finden“, so Revierförster Martin Teuber und fügt an, dass er die Pflanzaktion ganz toll findet und sich die Vereine sogar bereit erklärt haben, die Pflege in den nächsten Jahren zu übernehmen. „Ich werde alle Freiwilligen in Sachen Pflege anleiten und ihnen zeigen, wie das geht. Zweimal im Jahr muss man hin und schauen, ob die Pflanze noch am Leben ist. Ist sie dies nicht, dann kann die Wuchshülle weg. Es wird nicht jede Pflanze überleben, das ist normal, aber wenn wir ein Anwuchserfolg von 80 bis 90 Prozent haben, dann ist das prima. Es hängt alles vom Frühjahr ab. Haben wir ein nasses Frühjahr, dann ist es ein guter Start für die Pflanzen. Heute haben wir eine sehr gute Bodenfeuchte, die ideal zur Anpflanzung ist“, erklärt Martin Teuber weiter und beschreibt, warum genau der Hang oberhalb Dannenfels für die Pflanzaktion ideal ist.
„Wir haben uns für den Hang bei Dannenfels entschieden, da hier überall Fichten standen, die im letzten Jahr alle kaputt gegangen sind, und geerntet werden mussten. Klar würde hier die Verjüngung einsetzen, aber wir haben keine Eichen und keine Kastanien und wenn sich hier alleine nur Fichten ansiedeln, dann werden diese in naher Zukunft wieder kaputt gehen. Wir wollen punktuell helfen, dass die Mischung stimmt und unterstützend ist.“

Die Klumpen

In einem Klumpen befinden sich circa 20 Jungpflanzen, diese stehen in einem Abstand von einem bis 1,50 Meter und werden durch die Wuchshüllen gestützt, wie auch geschützt. Die Pflanzen brauchen einen Konkurrenzdruck. In einem Klumpen sollen auch keine anderen Baumarten sein. Würden sich andere Bäume dazwischen ansammeln, müssten diese entfernt werden.

Aktuelle Zeit

Das regenreiche Jahr war im Gegensatz zu den zu trockenen Jahren davor ein hervorragendes Jahr, aber in der Summe jedoch ein eher Jahr mit normalen Niederschlägen, wie vor der Trockenheit.
Der Wald hat diesen Regen dringend benötigt. Allerdings hilft dieser Regen den Fichten am Donnersberg nicht mehr, sie sterben an der Massenpopulation der Borkenkäfer ab. „Das gleiche Problem haben wir mit der Tanne. Sie ist zwar deutlich trockenresistenter als die Fichte, aber auch sie wurde von speziellen Tannenborkenkäfern massenhaft gefressen. Das tut mir noch mehr weh - wenn die Tanne kaputt geht, als wenn die Fichten weggehen. Es dürfen auch gerne Douglasien, Tannen und Fichten gepflanzt werden. Wir brauchen auch dieses Holz in den nächsten 30 bis 80 Jahren“, ergänzt Revierförster Martin Teuber.
Dass es Menschen gibt ,die den Wald erhalten möchten, geht auch Ortsbürgermeister von Dannenfels Ernst-Ludwig Huy sehr nah. „Es ist eine Herzensangelegenheit unseren Wald zu erhalten. In diesem Jahr ist es schon die zweite Pflanzaktion hier bei Dannenfels. Die erste Pflanzaktion haben wir unter dem Hirtenfelsen und Adlerbogen gestartet. Dort waren freiwillige Helfer aus dem Ort und den Vereinen beteiligt. Es ist unglaublich toll, dass sich auch ein externer Verein dafür engagiert und dafür bedanke ich mich herzlich bei Marc Wagner und dem gesamten Team. Was ganz wichtig ist: Dass sie sich auch bereit erklärt haben, die Pflege zur übernehmen. Gerade im Frühjahr beginnt das Wachstum der Gräser und Brombeerhecken, die schädlich für jede Jungpflanze sind und darauf muss geachtet werden. Nur so schaffen wir es, dass ein sehr hoher Prozentsatz überlebt. Nachhaltigkeit spielt hier eine große Rolle. Danke an alle, die sich engagieren und mitwirken unseren Wald zu erhalten.“

Aus tiefstem Herzen für die Region und die Natur

Landrat Rainer Guth, der sich selbst als „Förster im Herzen“ bezeichnet, packt bei der Pflanzaktion selbst mit an. „Ich finde es klasse, dass Bürger und Bürgerinnen aus der Region und den Ortschaften am Wahrzeichen im Donnersbergkreis, dem Donnersberg, Hand anlegen und damit auch die soziale Verbindung zum Wald selbst wächst. Es ist wichtig, dass man sich bewusst wird, wie wichtig der Wald für die Gesellschaft ist, nicht nur für den Tourismus, sondern auch für das Klima und dass jeder diesen auch in sein Herz aufnimmt. Nur so kann man den Wald in eine Zukunft führen. Eine solche Aktion kann keine Eintagsfliege sein. Wir müssen in nächster Zeit noch viel pflanzen und in die Richtung klimaresistenter Baumarten gehen. Und wenn wir es da schaffen, junge Leute und auch Kinder dafür zu begeistern, sowie Bürgerinnen und Bürger quer durch die Gesellschaft, dann wächst das alles auf einem guten gesellschaftlichen Boden. Und deshalb bin ich selbstverständlich dabei, zumal ich im Herzen Förster bin.“
Für die Zukunft planen die Vikings und die Jugendfeuerwehr noch weitere Projekte, um den Wald zu erhalten. „Unsere Ideen sprudeln schon in die Zukunft. Jetzt aber kümmern wir uns erst einmal um unsere 300 Pflanzen für die wir alle gerne die Patenschaft für die nächsten Jahre übernehmen. Sollten wir ein zu trockenes Jahr bekommen, hat sich die Jugendfeuerwehr schon bereit erklärt mit einem Löschfahrzeug die neuen Pflanzen zu bewässern. Die komplette Zusammenarbeit auch mit dem Forstamt ist einfach perfekt“, so Marc Wagner, Vorstand der Vikings, abschließend. clh

Zur Sache:
Die Redaktion des Wochenblatts im Donnersbergkreis war im vergangenen Jahr schon mit Revierförster Martin Teuber auf dem Donnersberg unterwegs.
„Hotspot Donnersbergmassiv“ – Das Wochenblatt unterwegs mit Revierförster Martin Teuber
„Es ist ein Teufelskreis“
Weitere Informationen zum Klimawandel auf dem Donnersberg gibt es auch online auf unserem Mitmachportal unter:

„Es ist ein Teufelskreis“

Das geht uns alle an (BVDA):
Nachhaltigkeit liegt uns am Herzen. Unsere Wochenblätter werden auf Recycling-Papier gedruckt. Hierfür musste kein Baum sterben. Gegenüber Frischfaserpapier werden bei der Herstellung von Recyclingpapier zudem bis zu 60 Prozent Energie, bis zu 70 Prozent Wasser sowie CO2-Emissionen und Abfall eingespart.
Der Nachhaltigkeitsgedanke ist auch der Grund für eine Kooperation der Wochenblätter mit der Natur- und Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF), der jetzt zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) die Kampagne „#together4forests“ startet.
Wenn Ihnen ein nachhaltiger Umgang mit unserer Umwelt genauso am Herzen liegt wie uns, geben Sie bitte diese Zeitung nach dem Lesen ins Altpapier.

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Autor:

C B aus Wochenblatt Kirchheimbolanden

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