Mehr wärmeliebende Heuschrecken: Folgen des Klimawandels
- Beeindruckender Größenunterschied: Während die Dornschrecke (rechts) hierzulande häufig vorkommt, werden Wanderheuschrecken (links) eher in Terrarien gehalten.
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Karlsruhe. Wärmeliebende Heuschrecken breiten sich in Deutschland zunehmend aus. Fachleute beobachten, dass einige Arten durch steigende Temperaturen häufiger werden. Andere heimische Arten geraten dagegen unter Druck.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung nach Angaben des Heuschrecken-Experten Martin Husemann vom Naturkundemuseum Karlsruhe. „Die Vierpunktige Sichelschrecke, die früher super selten war, kommt inzwischen in jedem Busch vor“, sagte der Wissenschaftler.
Mit der Erwärmung profitieren vor allem Arten, die warme und trockene Bedingungen mögen. Dazu zählen unter anderem:
- die Vierpunktige Sichelschrecke
- die Lauchschrecke
- die Europäische Gottesanbeterin als einzige Fangschrecke in Deutschland
Auch weitere Arten könnten künftig häufiger auftreten. Husemann nennt etwa Wanderheuschrecken als mögliches Beispiel für neue Zuwanderer infolge der Erderwärmung. Eine akute Gefahr durch solche invasiven Tiere sieht der Fachmann derzeit jedoch nicht.
Klimawandel setzt anderen Arten zu
Während wärmeliebende Arten profitieren, verlieren andere Insekten ihren Lebensraum. Laut Bundesamt für Naturschutz leidet etwa der Sumpfgrashüpfer unter zunehmenden sommerlichen Dürreperioden. Auch Entwässerungssysteme in Feuchtgebieten verschärfen das Problem.
Zusätzlichen Druck erzeugen Eingriffe in die Landschaft. Intensivere Landwirtschaft, Drainagen oder Aufforstung verändern laut Deutscher Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie wichtige Lebensräume.
Davon betroffen ist auch der Warzenbeißer. Die in ganz Deutschland verbreitete Heuschreckenart wurde zum Insekt des Jahres gewählt. Ihr Lebensraum wird jedoch vielerorts kleiner.
In Karlsruhe treffen sich Fachleute der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie von Freitag, 17. April, an zur Jahrestagung im Naturkundemuseum, um genau solche Entwicklungen zu diskutieren. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |