Frustration über Situation auf Hofgut bei Karlsruhe am Rhein
Knielinger Museumsverein protestiert

Schon länger gärt es zwischen dem Pächter des Hofguts am Rhein und dem Museumsverein. Die Folge: Museumsfeste fielen aus. foto: HT
  • Schon länger gärt es zwischen dem Pächter des Hofguts am Rhein und dem Museumsverein. Die Folge: Museumsfeste fielen aus. foto: HT
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Karlsruhe. Es ist ein Zwist, der schon länger währt und dem Knielinger Museum allmählich den Boden unter den Füßen wegzieht. Bereits seit rund vier Jahren liegen sich Andreas Schmid, Pächter des „Hofguts Maxau“, und das auf dem Areal am Rheinufer befindliche Museum über Kreuz.

Das Verhältnis gilt als zerrüttet, die Kommunikation erfolgt über Anwälte, Schlichtungsversuche gab es reichlich. Sowohl Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, der frühere Bürgermeister Michael Obert, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup oder Baubürgermeister Daniel Fluhrer waren involviert. Ohne Erfolg. Die Folge: Veranstaltungen des Museumsvereins, der sich für eine lebendige Tradition in Sachen regionaler Landwirtschaft einsetzt, die Kinder hier hautnah erleben können, entfielen.

„Für uns ist das frustrierend“, so Ute Müllerschön, Vorsitzende des „Fördervereins Knielinger Museum“: „Denn wenn ein Fest öfter ausfällt, gerät es in Vergessenheit. Außerdem ist es das finanzielle Rückgrat unseres Vereins.“ Ein Stück weit ist die Vorsitzende auch von der Stadt enttäuscht: „Wir bekommen keine wirkliche Hilfe. Dabei ist die Stadt Verpächterin des Hofguts, müsste in so einem Fall doch eingreifen“, meint Müllerschön, die vor Schmid zusammen mit ihrem Mann das Hofgut, das sowohl zum „Landschaftspark Rhein“ als auch zum badisch-elsässischen „PAMINA-Park“ zählt, bewirtschaftete.

Allein gelassen?
Die Stadt habe mit beiden Parteien einen Pachtvertrag, während der Verein gegenüber dem aktuellen Pächter keinerlei vertragliche Verpflichtung habe. Als ehrenamtlich agierender Verein fühle man sich in der Sache jedoch etwas allein gelassen: Seit rund 27 Jahren besteht der Verein auf dem Hofgut und sieht sich nun akut in seiner Existenz bedroht. Die Aktiven benötigen rund 0,2 ha Ackerfläche auf dem Areal für das Einsäen, Anpflanzen und Ernten von Ackerfrüchten mit historischen Traktoren. Doch das werde dem Verein von Schmid verwehrt, sogar das Durchqueren sei zeitweise verboten.

Agrarwissenschaftler Schmid betreibt auch die Gastronomie im Hofgut. Mittlerweile ist in relativ kurzer Zeit bereits die dritte Küchenbrigade dort tätig – auf einem Areal, das ursprünglich als Vorzeigegebiet für die Karlsruher Sommerfrische geplant war.
Bei der jüngsten Vorstandssitzung der Museums-Aktiven war gar Thema, vor der Gemeinderatssitzung am 19. November auf dem Karlsruher Marktplatz für ihr Anliegen zu demonstrieren. Doch der Verein kam davon ab, „um eine einvernehmliche Lösung zu ermöglichen.“

In einem Brief an die Gemeinderäte – der dem „Wochenblatt“ vorliegt – kritisieren Müllerschön und ihr Stellvertreter Tilmann Zahn die aktuelle Situation und hegen die Vermutung, dass die Stadt dem Konflikt bewusst aus dem Wege gehe. „Das erzeugt Fassungslosigkeit und Resignation“, heißt es weiter. Zumal Bürgermeisterin Luczak-Schwarz die Traditionspflege des Vereins vor nicht allzu langer Zeit noch als „wichtigen Bestandteil des Leuchtturmprojekts Rheinpark“ bezeichnet habe. ht

Infos: Das Knielinger Museum im Hofgut Maxau liegt auf der badischen Rheinseite in unmittelbarer Nähe der Rheinbrücken, www.knielinger-museum.de

Autor:

Jo Wagner

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