Nach dem Umbau des Durlacher Tors verschwindet die Straße
Karlsruher Bertholdstraße wird aus dem Stadtplan ausgetragen

Auf der Bertholdstraße  liegt aktuell Bau-Material: Die Straße verschwindet, 
nur ein Radweg soll künftig hier noch verlaufen.
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  • Auf der Bertholdstraße liegt aktuell Bau-Material: Die Straße verschwindet,
    nur ein Radweg soll künftig hier noch verlaufen.
  • Foto: jow
  • hochgeladen von Jo Wagner

Karlsruhe. Die Baumaßnahmen am Durlacher Tor sind gewissermaßen schon auf der Zielgeraden. Die neu verlegten Gleise haben ihren Anschluss ans Netz, so dass die ersten Bahnen auf ihren endgültigen Trassen verkehren können: Aus der Kaiserstraße nach Osten geradeaus in die Durlacher Allee (und umgekehrt) – und bald auch aus der Kaiserstraße im Linksknick Richtung Karl-Wilhelm-Platz und Haid-und-Neu-Straße (und umgekehrt).

Gleichzeitig arbeiten die Straßenbauer: Stück für Stück werden abschnittsweise neue Straßenteilstücke in Betrieb genommen – damit zum Jahresende das „neue“ Durlacher Tor „einsatzbereit“ ist. Dann fällt die Bertholdstraße weg, wird laut Planung ersatzlos gestrichen, obwohl es hier zwei „Anwohner“ gibt: die Heinrich-Meidinger-Schule und die Bernharduskirche. Deshalb gibt’s die Straße auch im Postleitzahlenverzeichnis.

Blick in die Geschichte
Ursprünglich verlief die Bertholdstraße, 1890 nach den Herzögen von Zähringen benannt, am Bernhardusplatz und Durlacher Tor vorbei zur Karl-Wilhelm-Straße – doch nach dem Umbau des stark frequentierten Verkehrsknotens ist sie „überflüssig“. Gewissermaßen geht die Straße mit dem Umbau des Platzes jetzt Tag für Tag ihrer Abschaffung entgegen: „Wenn eine Straße aufgrund von Baumaßnahmen in Zukunft nicht mehr gebraucht wird, wird sie entwidmet und durch einen Beschluss des Gemeinderats aufgehoben“, erläutert Helga Riedel vom Presse- und Informationsamt der Stadt Karlsruhe den Vorgang. Nicht der erste Fall übrigens in Karlsruhe: In jüngster Vergangenheit wurden beispielsweise 1991 die Straße „An der Zeig“ in Mühlburg und 1992 die Bachgasse in Grünwettersbach aufgehoben.

Irgendwann ist die Bertholdstraße "verschwunden"
Es ist ein bürokratischer Akt, bis eine Straße verschwindet: Der Gemeinderat befindet, dann wird die Aufhebung einer Straße in der Stadtzeitung und auf der Homepage der Stadt Karlsruhe veröffentlicht – und schließlich erfolgt der Austrag aus den städtischen Karten und Plänen nach einem entsprechenden Fortführungsnachweis durch das Liegenschaftsamt. Und irgendwann ist die Straße dann auch in Navigationsgeräten und bei „Google Maps“ verschwunden.

Geplant ist eine begrünte Verlängerung des Kirchplatzes (Bernhardusplatz) von der kleinen Anhöhe an der Kirche hinab Richtung Betriebsgebäude der Verkehrsbetriebe – hier sollen dann auch die öffentliche Toiletten hinkommen. Ob der Name „Berthold“ ganz verschwindet, ist zwar noch offen, doch nach Aufhebung der Straße wird der Name „Berthold“ wohl vorerst nicht mehr präsent sein. Im Plan (das „Wochenblatt“ berichtete) ist vorgesehen, dass künftig ein Radweg hier verläuft, doch „Berthold-Radweg“ wird er wohl kaum heißen. (jow)

Infos: Bertholdstraße beim "Stadtwiki Karlsruhe"

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