Karlsruhe will zum Standort für digitale Souveränität werden
- Viele Menschen nutzen KI und digitale Anwendungen im Alltag und bei der Arbeit.
- Foto: Dennis Dorwarth Photographie
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Karlsruhe. Karlsruhe will seine Stärken in IT-Sicherheit, Datenschutz und digitaler Bildung bündeln und sich als Kompetenzstandort für digitale Souveränität in Europa positionieren. Dafür haben Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Kultur am Freitag, 9. Oktober, ein gemeinsames Manifest im Medientheater des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien unterzeichnet.
Das Papier trägt den Titel Karlsruhe – Der Kompetenzstandort der Digitalen Souveränität. Wie die Initiative karlsruhe.digital mitteilt, beschreibt es in zwölf Handlungsfeldern, wie mehr digitale Selbstbestimmung gelingen kann. Dazu zählen unter anderem IT-Sicherheit, Datenhoheit, offene Standards, transparente und überprüfbare Systeme sowie digitale Bildung und Transfer.
Die Initiative reagiert damit auf wachsende Abhängigkeiten von einzelnen Plattformen und Anbietern, auf intransparente KI-Systeme und auf geopolitische Unsicherheiten. Aus Sicht der Beteiligten geht es darum, dass Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Gesellschaft in der digitalen Welt handlungsfähig bleiben.
13 Beispiele aus Karlsruhe vorgestellt
Im Anschluss an die Vorstellung des Manifests haben die Beteiligten 13 Beiträge aus dem Karlsruher Ökosystem präsentiert. Sie kamen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune.
Vorgestellt wurden unter anderem Ansätze zu souveränem Payment bei dmTECH, zu Datenportabilität und Anbieterwechsel bei audriga, zu offenen Standards und souveränen Softwarearchitekturen bei inovex sowie zum Weg der Stadt Karlsruhe zu mehr digitaler Souveränität am Beispiel der Smart City. Weitere Themen waren vertrauenswürdige digitale Systeme und digitale Souveränität in der kommunalen Mobilität bei raumobil.
Bürgermeisterin und Vorsitzende der Initiative karlsruhe.digital Gabriele Luczak-Schwarz sagt: „Karlsruhe bringt außergewöhnlich gute Voraussetzungen mit, um digitale Souveränität aktiv mitzugestalten: Wir sind Stadt des Rechts, ein Hotspot für Digitalthemen und ein Standort exzellenter IT-Sicherheitsforschung. Vor allem aber arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur bei uns auf kurzen Wegen zusammen. Diese Stärken wollen wir gemeinsam nutzen, um Karlsruhe als Kompetenzstandort der Digitalen Souveränität weiterzuentwickeln und damit unseren Beitrag zu einem digital souveränen Europa zu leisten“.
Luczak-Schwarz ergänzt: „Karlsruhe kann dabei seine umfassenden Kompetenzen einbringen und zeigen, wie digitale Selbstbestimmung vor Ort funktioniert.“
Martin Hubschneider, geschäftsführender Vorstand des CyberForum e.V., Vorstand der CAS Software AG, ebenfalls Vorsitzender der Initiative karlsruhe.digital und Mitglied der Expertengruppe Digitale Souveränität, erklärt: „Digitale Souveränität entscheidet über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Wer auf Datenhoheit, Sicherheit und faire Wechselmöglichkeiten setzt, bleibt krisenfest und handlungsfähig. Unser Manifest versteht digitale Souveränität daher auch als Wachstumsmotor für den Standort Karlsruhe und Impuls für ein digitales Wirtschaftswunder in Europa“.
Jan Wiesenberger, Vorstand des FZI Forschungszentrum Informatik und ebenfalls Mitglied der Expertengruppe Digitale Souveränität, betont: „Karlsruhe bringt in gleich mehreren Feldern ein breites Kompetenzprofil ein“.
Nach Angaben der Initiative versteht sich das Manifest als Startpunkt für weitere gemeinsame Arbeit. In den kommenden Monaten sollen daraus Kooperationen, Projekte und Veranstaltungen im Karlsruher Souveränitätsökosystem entstehen. Interessierte können sich über den Channel in der Karlsruhe.App informieren. Weitere Informationen gibt es unter https://souveraen.karlsruhe.digital.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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