Karlsruhe stellt Abfall- und Stadtreinigung neu auf: Das ändert sich ab 2027
- Wenn Tonnen rausgestellt und Abfuhren geplant werden, entscheidet die Entsorgungslogistik über einen reibungslosen Ablauf.
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Karlsruhe. Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Jahren in Karlsruhe so heiß diskutiert, wie die Müllabfuhr. Wie die Stadt ihren Müll künftig organisiert, hat jetzt eine neue Leitlinie. Der Gemeinderat hat das Abfallwirtschaftskonzept 2026 beschlossen. Das Konzept gibt den Rahmen für die Entwicklung der Entsorgungslogistik in Karlsruhe vor. Das Team Sauberes Karlsruhe (TSK) hat es erarbeitet. Das TSK ist als öffentlich-rechtlicher Entsorger für die Stadt Karlsruhe zuständig und kümmert sich unter anderem um Abfallentsorgung, Straßenreinigung und Winterdienst.
Mehr Service-Optionen bei Restmüll, Papier und Bio ab 2027
Ab 2027 führt Karlsruhe eine Wahlmöglichkeit zwischen Teil- und Vollservice für Restmüll, Papier und Pappe sowie Bioabfall ein. Zwischen Januar und April dieses Jahres konnten Eigentümerinnen und Eigentümer entscheiden, wie die Behälter künftig geleert werden.
Die Stadt will damit mehr Transparenz und Flexibilität schaffen. Wer im bisherigen Teilservicegebiet mehr Unterstützung möchte, kann künftig den Vollservice wählen. Wer im bisherigen Vollservicegebiet die Abfallbehälter selbst bereitstellt, soll bei Wahl des Teilservice von angepassten Gebühren profitieren. Gleichzeitig will das Team Sauberes Karlsruhe Touren effizienter planen und Mitarbeitende entlasten.
Fehlwürfe minimieren
Bei der Trennung setzt Karlsruhe weiter auf bessere Qualität. Als Beispiel nennt das Konzept die Bioabfälle. Dort liegt der Anteil an Fehlwürfen nach deutlicher Qualitätsverbesserung bei 1,09 Prozent und damit unter der Grenze von drei Prozent aus der Bioabfallverordnung. Das Team Sauberes Karlsruhe will das Ergebnis durch regelmäßige Aufklärung und Kontrollen des Trennverhaltens langfristig sichern.
Auch bei der Wertstofftonne plant Karlsruhe ab 2027 ein einheitlicheres System. Grundlage ist eine neue Abstimmungsvereinbarung mit den dualen Systemen, die der Gemeinderat im Februar einstimmig beschlossen hat. Die Wertstofftonne soll grundsätzlich im Vollservice geleert werden, sofern die Standplatzbedingungen erfüllt sind. Karlsruhe will damit komplizierte Abstimmungen vermeiden und den Servicestandard für die Bürgerinnen und Bürger langfristig sichern.
Umwelt- und klimafreundlicher Fuhrpark
Beim städtischen Fuhrpark setzt das Team Sauberes Karlsruhe auf alternative Antriebe. Der Eigenbetrieb ist für den gesamten Fuhrpark der Stadtverwaltung zuständig und stellt mit Abfallsammel- und Winterdienstfahrzeugen einen Großteil der insgesamt 615 städtischen Fahrzeuge. Ziel ist eine CO2-neutrale Abfallsammlung und Reinigung des öffentlichen Raumes.
Für die Stadtsauberkeit sieht das Konzept zwei Stufen vor. Erstens will Karlsruhe das Müllaufkommen im öffentlichen Raum senken, unter anderem durch eine Überprüfung und bedarfsgerechte Anpassung der öffentlichen Abfallbehälter im Stadtgebiet. Zweitens will die Stadt Verunreinigungen schneller beseitigen und dafür Touren und Abläufe optimieren.
Das Abfallwirtschaftskonzept setzt außerdem auf Digitalisierung, Prozessoptimierung, Kennzahlensteuerung und Investitionen. Genannt werden digitale Instrumente von sensorgestützter Sammlung über Online-Dienstleistungen bis hin zu datenbasierter Tourenplanung. Das Konzept steht nach Angaben der Stadt ab sofort online zum Download bereit unter team-sauberes-karlsruhe.de. Es wird bei wesentlichen Änderungen fortgeschrieben. Als rechtliche Grundlagen nennt die Stadt das Kreislaufwirtschaftsgesetz und das Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetz.
Zum Download
Wer tiefer einsteigen will, findet weitere Informationen beim TSK
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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