"De gnitze Griffel": Sieger des badischen Mundartwettbewerbs stehen fest

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Karlsruhe. Alle zwei Jahre schreibt der Arbeitskreis Heimatpflege (AKH) im Regierungsbezirk Karlsruhe den literarischen Mundartwettbewerb „de gnitze Griffel“ aus. Die Auszeichnungen für Texte oder Lieder in den heimischen Dialekten sind mit bis zu 1.000 Euro dotiert. In diesem Jahr wurden über 80 Einsendungen in Kurpfälzisch, Alemannisch, Schwäbisch und Südfränkisch anonymisiert von einer Fachjury bewertet. Die Siegerinnen und Sieger stehen nun fest, werden am Samstag, 11. Oktober, durch Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder in Weinheim ausgezeichnet. 

Erste Preise
Die Hauptpreise gehen in diesem Jahr nach Karlsruhe, Reilingen (Rhein-Neckar-Kreis) und Schefflenz (Neckar-Odenwald-Kreis): In der Sparte Prosa erhält Karlheinz Grether aus Karlsruhe-Neureut den ersten Preis für seine „Kloine Friehlings-Novelle“. Diese zeichnet ein dichtes Stimmungsbild aus Naturempfindungen und Erinnerungen an einen geliebten Menschen. Der erste Preis in der Sparte Lyrik geht an Carmen Laier aus Schefflenz für das Gedicht „Guck nei“, eine lakonische Bestandsaufnahme über den Umgang mit einem dementen Familienmitglied. Eine Würdigung der großen Kurpfälzer Sängerin Joy Fleming gelang Charly Weibel aus Relingen in seinem selbstkomponierten und –getexteten Lied „Glockespiel“. Hierfür wird er ebenfalls mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

Zweite und dritte Preise
Den zweiten Preis in der Sparte Prosa erhält Ulrike Vogel aus Waldbronn für die frech-skurrile Story „Karl May in Karlsruh“. In der Sparte Lyrik geht der zweite Preis an Michael Köhler aus Ettlingen für das in Vers und Reim kunstvoll-erotische Gedicht „Schadde_amourelle“. Hans Möckel aus Karlsruhe wird für den Blues „Waschalag“ in der Sparte Lied mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Die dritten Preise werden in jeder Sparte jeweils doppelt vergeben: In der Sparte Prosa geht die Auszeichnung an Petra Rheinschmidt-Bender aus Gernsbach („Das Kaninchen isst immer alleine“) und an Rainer Iben aus Ettlingen („Piepserei“). Die beiden Karlsruherinnen Iris Treiber und Veronica Kerber werden für ihre Gedichte „D’Angschd“ und „Karlsruhe Hbf“ ausgezeichnet. Berhard Lorenz aus Neckarbischofsheim („Die Fraue vunn Bade“) und Heiko Maier aus Waghäusel („Was wärä mir“) erhalten für ihre Lieder ebenfalls den dritten Preis.

Weitere sieben Einsendungen erhalten besonderes Lob der Jury
Mit einem undotierten Lob der Jury werden außerdem weitere Einsendungen beim „Gnitzen Griffel“ gewürdigt: Ulrich Wellhöfer aus Mannheim konnte mit seinen Texten „Familieufstellung“ und „Postapokalyptische Naturkunde“ überzeugen. Ein weiteres Lob ging an Irmtraud Bernert aus Linkenheim-Hochstetten für die Geschichte „Gebabbelt wie e Buch“. In der Sparte Lyrik kamen Andreas Kohm aus Edenkoben für „Blade Runner-Ballad von Hôajed un Hoâmed“, Brigitte Köck aus Bruchsal für „Trauer um Dich“ sowie Thomas Heitlinger aus Stutensee für „desdo“ in die engere Auswahl. Die Lieder von Günter Auch aus Kraichtal („Erinnarunga“) und Kevin Vogel aus Waghäusel („Dä alde Monn än dä Schul“) waren ebenfalls besonders lobenswert.

Themen und Bewertung
In den Sparten Prosa und Lyrik wurden beim „Gnitzen Griffel“ 2025 am häufigsten Anekdoten aus der Heimat oder von Reisen eingeschickt. Viele Einsendungen setzten sich darüber hinaus mit den Themen Familie, Alter und Trauer auseinander. Die Betrachtung der Natur oder von Politik und Gesellschaft spielte ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die wichtigsten Kriterien bei der Bewertung sind die literarische Originalität bei Thema und Stil, ein kreativer, dramaturgisch überraschender Aufbau sowie authentische Mundart. Die nächste Runde des Mundartwettbewerbs für alle, die zwischen Bühl und Wertheim leben oder geboren wurden, wird in 2027 ausgeschrieben.

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Jo Wagner

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