"Energy4u": Transformation gemeinsam gestalten
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Steigende Energiekosten, neue gesetzliche Vorgaben und der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit stellen den Mittelstand aktuell vor große Herausforderungen. Welche Lösungen bereits heute verfügbar sind, zeigte „Energy4u“ im „Green Energy Lab Reallabor“ in Pfinztal. Rund um die Themen Energieeffizienz, Betriebsoptimierung, Wärmeversorgung, Ladeinfrastruktur, Energiespeicher und innovative Technologien kamen Unternehmer, Wissenschaft, Politik und regionale Partner zusammen, um konkrete Lösungen für den Mittelstand zu diskutieren.
Veranstalter war das EnergieForum der Stadt Karlsruhe, das seit 20 Jahren den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik rund um innovative Energietechnologien fördert, zusammen mit der Hochschule Karlsruhe und dem „Green Energy Lab Reallabor“, dem Innovationszentrum von „Rothweiler Feinwerkmechanik“. Ob Austausch oder praxisnahe Impulse: Zum Auftakt betonten Karlsruhes Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach und Andrea Bühler vom EnergieForum Karlsruhe die Bedeutung und Wichtigkeit gemeinsamer Strategien für einen resilienten Mittelstand und die enge Zusammenarbeit regionaler Akteure.
Von der Gebäudehülle bis zum intelligenten Energiemanagement
Den Schwerpunkt der ersten Fachsession bildete die Frage, wie Unternehmen ihren Energieverbrauch wirtschaftlich optimieren können. Laura Geyer von der „Energieberatung Geyer“ zeigte auf, wie sich bereits am Schornstein der energetische Sanierungsbedarf eines Gebäudes erkennen lässt; hier sei eine Praxisbetrachtung nötig! Benjamin Kirchgässner von „e0 Energiekonzepte“ erläuterte – mit Blick auf Planungssicherheit, Vorgaben, Immobilienwert und Fördermöglichkeiten – den Mehrwert individueller Sanierungsfahrpläne für Wohngebäude als Grundlage langfristiger Investitionen. Grundlagenermittlung, Systembeschreibung, Simulation, Auswertung und Empfehlung: Wie datenbasierte Analysen Investitionsentscheidungen verbessern können, erklärte Gunnar Böttger von „SES Ingenieure GmbH“ anhand der Multiparameteranalyse. Es brauche praxisnahe Beispiele statt theoretischer Konzepte: Dr. Jan Bröcking von „Energowise“ demonstrierte am Praxisbeispiel des „Green Energy Lab Reallabors“, wie KMU mithilfe von Lastganganalysen und intelligentem Energiemanagement ihre Energieverbräuche optimieren und wirtschaftliche Potenziale erschließen können. Dies ermögliche eine Skalierbarkeit der Konzepte.
Innovative Technologien für die Energiewende
Am Nachmittag standen aktuelle Entwicklungen rund um Photovoltaik, Energiespeicherung und Ladeinfrastruktur im Fokus. Sascha Eckerter von der Hochschule Karlsruhe stellte neueste Forschungsergebnisse zur Ertragsoptimierung von Photovoltaikanlagen vor und zeigte, wie sich mittels Innovation Verschattungseinflüsse minimieren lassen. Einen Blick auf innovative und verlässliche Speichertechnologien warf Dr. Jens Willenbockel von „powerloop tech GmbH“ mit den neuesten Natrium-Metall-Chlorid-Batterien, die Strom in Salz speichern. Joshua Krämer von „STZ Energieberatung“ präsentierte moderne Lösungen für Energieberatung und Energiemonitoring in Industrie- und Gewerbegebäuden, griff dabei Daten des „Green Energy Lab Reallabors“ auf. Vieles sei schon bei der Planung vermeidbar, betonte Dr. Bröcking zum Abschluss – und zeigte auf, wie Unternehmen Ladeinfrastruktur intelligent in ein ganzheitliches Energiemanagement integrieren und so Elektromobilität mit einer wirtschaftlichen Energieversorgung verbinden können. Lastmanagement optimiere das Laden, Energiemanagement optimiere das Zusammenspiel des Standorts.
Innovation braucht Austausch
Neben den Fachvorträgen bot „Energy4u“zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken; Unternehmer, Forschungseinrichtungen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft nutzten die Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, Kooperationen anzustoßen und neue Impulse für die Transformation des Mittelstands mitzunehmen.
Die Veranstaltung machte deutlich: Die Energie- und Wärmewende gelingt nur im Zusammenspiel von Innovation, Forschung und Praxis. Mit ihrem Mix aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, konkreten Anwendungsbeispielen und regionalem Netzwerk zeigte „Energy4u“, wie Unternehmen die Transformation aktiv gestalten und zugleich ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Gerade für den Mittelstand biete der kontinuierliche Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis „entscheidende Impulse, um Transformation aktiv zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, so Bühler. Das „Green Energy Lab Reallabor“ erwies sich dabei als passender Ort, an dem innovative Technologien nicht nur vorgestellt, sondern auch praxisnah erlebbar wurden.
Autor:Dirk Rothweiler aus Karlsruhe |
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