Dritter Bildungsweg:
DFG-gefördertes Forschungsprojekt untersucht Bildungsbiographien Studierender der Kindheitspädagogik

Dritter Bildungsweg: PHKA-Forschungsprojekt untersucht Bildungsbiographien Studierender der Kindheitspädagogik.
 | Foto: Fabry/Pädagogische Hochschule Karlsruhe
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Bislang gibt es nur wenige biographisch ausgerichtete Studien, die den dritten Bildungsweg in den Blick nehmen. Der Erziehungswissenschaftler PD Dr. André Epp (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) untersucht nun erstmals empirisch die Übergangs- und Professionalisierungsprozesse von Studierenden der Kindheitspädagogik im biographischen Verlauf. Gefördert wird das kürzlich gestartete Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Wie sehen die Bildungsbiographien von Studierenden der Kindheitspädagogik aus, die ihr Studium nicht – wie die meisten – direkt nach dem Abitur aufgenommen haben? Wie gestalten sie die nicht immer einfachen Übergänge ihres Bildungsaufstiegs? Wie vollziehen sich Professionalisierungs­prozesse? Und welche Muster und Strukturen lassen sich erkennen?

Diese Fragen stehen im Fokus des kürzlich gestarteten empirischen Forschungsprojekts „Individualisierte Übergänge und Professionali­sierungsprozesse nicht-traditioneller Studierender der Kindheitspädagogik im biographischen Verlauf“. Realisiert wird das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 370000 Euro geförderte, zunächst auf drei Jahre angelegte Vorhaben an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA). Die Leitung hat PD Dr. André Epp, Erziehungswissenschaftler am PHKA-Institut für bildungs­wissenschaftliche Forschungsmethoden.

Wie überwinden Studierende Hürden und Barrieren?

„Bislang gibt es nicht viele biographisch ausgerichtete Studien, die den dritten Bildungsweg in den Blick nehmen. Und vor allem keine, die spezifisch an einem Studienfach ausgerichtet ist“, erläutert Epp. Genau solche Studien seien aber notwendig, um zu vertieften Erkenntnissen zu gelangen. Und weil nicht-traditionelle Studierende, also Studentinnen und Studenten, die vor dem Studium erst eine Ausbildung gemacht oder gearbeitet haben, über­durchschnittlich häufig pädagogisch ausgerichtete Studiengänge wählen, rekonstruiert und analysiert Epp im Rahmen seines Forschungsprojekts erstmalig Bildungsbiographien von Studierenden der Kindheitspädagogik. Dieser Studiengang qualifiziert für die professionelle Arbeit im Bereich Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern bis zwölf Jahren.

Sein Augenmerk richtet Epp dabei vor allem darauf, wie die Studierenden Hürden und Barrieren überwinden, sich das Verhältnis zum jeweiligen Herkunftsmilieu entwickelt und mit Differenzen umgegangen wird. Dabei geht es auch um die Rolle von Elternhaus und Lehrkräften sowie um das Vertrauen der Studierenden in ihre eigene Leistungsfähigkeit.

Biographisch-narrative Einzelinterviews

Zielgruppe von André Epp sind Studierende der Kindheitspädagogik im ganzen Bundesgebiet. Mit ihnen wird der Erziehungswissenschaftler biographisch-narrative Einzelinterviews führen. „Dieses Erhebungsinstrument hat den Vorteil, dass die Interviewten ihre ‚eigene Geschichte‘ hervorbringen können“, sagt Epp. Die Interviews können bis zu drei Stunden dauern. Anschließend werden die Audioaufnahmen verschriftlicht und anonymisiert. „So entstehen Erzähltexte, die den Prozess der Entwicklung und Wandlung einer biographischen Identität kontinuierlich darstellen“, erläutert der Wissenschaftler, der im Rahmen früherer Forschungsprojekte – beispielsweise zu Bildungsbiographien von Lehrkräften und Lehramtsstudierenden – schon mehrere hundert Interviews geführt hat.

Interviewpartner:innen gesucht

Hilfreich bei der Suche nach Interviewpartner:innen sind für Epp seine bundesweiten Kontakte zu anderen Wissenschaftler:innen. Sie leiten Epps Interviewanfragen an die eigenen Studierenden weiter. André Epp ist Vorstandsmitglied der Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.

Studierende der Kindheitspädagogik können sich aber auch direkt per Mail an andre.epp(at)ph-karlsruhe.de wenden, wenn sie sich im Rahmen des Forschungsprojekts interviewen lassen möchten. Gesucht werden Studierende, die nicht unmittelbar nach dem Abitur ihr Studium aufgenommen haben, sondern erst eine Berufsausbildung gemacht oder Berufserfahrung erworben haben.

Zur Person

PD Dr. André Epp ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildungswissenschaftliche Forschungsmethoden der PHKA. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Bildung, Erziehung, Sozialisation, Methodologien und wissenschaftstheoretische Fundierungen qualitativer Forschung, Professions- und biographische Lehrer:innenbildungsforschung sowie Übergänge im Bildungssystem und soziale Ungleichheit. E-Mail: andre.epp(at)ph-karlsruhe.de. Weitere Informationen zu André Epp und seiner Forschung stehen zur Verfügung auf https://www.ph-karlsruhe.de.

Über die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PHKA)

Als bildungswissenschaftliche Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht forscht und lehrt die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PHKA) zu schulischen und außerschulischen Bildungsprozessen. Ihr unverwechselbares Profil prägen der Fokus auf Bildung in der demokratischen Gesellschaft, Bildungsprozesse in der digitalen Welt sowie MINT in einer Kultur der Nachhaltigkeit. Rund 220 in der Wissenschaft Tätige betreuen rund 3.400 Studierende. Das Studienangebot umfasst Lehramtsstudiengänge für die Primarstufe und die Sekundarstufe I sowie Bachelor- und Masterstudiengänge für andere Bildungsfelder. Die berufsbegleitenden Weiterbildungsangebote zeichnen sich durch ihre besondere Nähe zu Forschung und Praxis aus. www.ph-karlsruhe.de

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Autor:

Regina Thelen aus Karlsruhe

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