Karoline Herfurth ehrt Dr. Christine Bergmann
Deutscher Kinderschutzpreis in Berlin verliehen

Dr. Christine Bergmann, Karoline Herfurth | Foto: CHLietzmann

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde am Abend des 26. März in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin der Deutsche Kinderschutzpreis an Frau Dr. Christine Bergmann verliehen.­

Mit dieser Auszeichnung würdigt die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen die herausragenden Verdienste von Dr. Christine Bergmann im Kinderschutz, von ihrer politischen Arbeit als Bundesfamilienministerin bis hin zu ihrem unermüdlichen Einsatz für die Rechte von Betroffenen sexualisierter Gewalt.

Die renommierte Schauspielerin und Regisseurin Karoline Herfurth überreichte den Preis. In ihrer Laudatio betonte sie die Bedeutung von Christine Bergmanns Engagement für die Gesellschaft: „Christine Bergmann hat sich Zeit ihres Lebens für den Schutz von Kindern eingesetzt. Sie hat gezeigt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und dass wir als Gesellschaft wachsen, wenn wir den Schutz der Schwächsten an die erste Stelle setzen.“

Ein bewegender Abend mit starken Botschaften, eröffnet von Pascal Blenke, der mit seiner eindrucksvollen persönlichen Geschichte und dem daraus entstandenen Song „Mein Versteck“ einen nachdenklichen Einstieg bot. Anschließend begrüßte Jerome Braun, Geschäftsführer der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel, die Gäste und erklärte die besondere Bedeutung der heutigen Ehrung: „Als wir vor vier Jahren in Karlsruhe die Idee hatten, den Deutschen Kinderschutzpreis gemeinsam mit anderen Organisationen ins Leben zu rufen, haben wir das mit dem Anspruch getan, wertzuschätzen, was im Kinderschutz Vorbildhaftes geleistet wird. Heute verleihen wir den Preis bereits zum fünften Mal, an eine Preisträgerin, die sich in einzigartiger Weise für den Kinderschutz verdient gemacht hat.“

Dr. Christine Bergmann wurde für ihr jahrzehntelanges Engagement im Kinderschutz und für die Rechte von Betroffenen geehrt. Ihr herausragendes Vermächtnis würdigte die Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, mit den Worten: „Christine Bergmann hat sich in ihrer gesamten politischen Laufbahn für den Schutz von Kindern vor jeder Form von Gewalt eingesetzt. Ihr verdanken wir, dass Betroffene von sexueller Gewalt heute in der Gesellschaft gehört werden und sie mit ihren Erfahrungen und ihrer Expertise in politische Prozesse einbezogen werden. Dieser so wichtige politische und gesellschaftliche Perspektivwandel ist maßgeblich das Resultat des Engagements und des Gespürs für das politisch Machbare von Christine Bergmann.“

Bereits als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzte Christine Bergmann wegweisende Maßnahmen um, darunter das Gewaltschutzgesetz und das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.

Als erste Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs gab sie Betroffenen eine Stimme und kämpfte für Aufklärung und politische Veränderungen. Viele ihrer damaligen Forderungen haben heute Bestand, darunter die am 31. Januar 2025 beschlossene Stärkung des UBSKM-Amtes, das die Mitsprache von Betroffenen in politischen Prozessen weiter ausbaut.

Im Anschluss an die Preisverleihung fand der „Zukunftsblick Kinderschutz“ statt – eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde, moderiert von Schauspieler Steffen Groth, in der zentrale Herausforderungen für den Kinderschutz in Deutschland thematisiert wurden.

Bei dem Blick auf die politischen Prioritäten im Kinderschutz war ein wesentlicher Aspekt, der notwendige Perspektivwechsel, weg von Kinderschutz und Kinderrechten als „nice-to-have“ hin zu einem ernsthaftem „must-have“, wenn wir uns als Gesellschaft gut entwickeln wollen und unsere verfassungsrechtlich geschützten Werte, auch die nächsten 76 Jahre Bestand haben sollen. Es braucht keine Symbolpolitik, sondern eine kindzentrierte und damit zukunftsfähige Politik, über Legislaturperioden hinaus.

Die Expert:innen der Runde, Julia von Weiler, Dr. Astrid Helling-Bakki, Prof. Dr. Dr. Klaus M. Beier, Pascal Blenke und die UBSKM Kerstin Claus stellten dabei bspw. auf eine kindzentrierte Haltung in Bezug auf den Schutz vor digitalen Gefahren für Kinder und Jugendliche sowie die überlasteten Jugendämter und deren fehlende Ressourcen ab.

Karoline Herfurth richtete einen eindringlichen Appell an die Politik: „Gerade jetzt, wo sich die Politik in Deutschland neu sortiert und viele -vermeintlich wichtigere- Themen auf der Agenda stehen, darf es keine Zweifel daran geben, was über allem stehen muss: die Zukunft unserer Kinder und damit die Zukunft unserer Gesellschaft als Ganzes.“ Ihr weiteres Fazit des Abends: „Lassen Sie uns weiter dafür kämpfen, dass die Politik den Blick auf die Belange von Kindern richtet, einen Blick, den die Anwesenden und insbesondere die Preisträgerin des Deutschen Kinderschutzpreis Frau Dr. Christine Bergmann haben. Lassen Sie uns als Gesellschaft für eine Zukunft kämpfen, in der kein Kind in Angst leben muss und sich gut entwickeln kann. Und lassen Sie uns gemeinsam das fortsetzen, wofür Christine Bergmann ein großes Vorbild ist.“

Christine Bergmann bedankt sich bei der Jury des Deutschen Kinderschutzpreises: „Vielen Dank für diesen Preis, über den ich mich sehr freue. Ich nehme ihn entgegen stellvertretend für die vielen engagierten Mitstreiter:innen. Es ist ein besonderer Preis. Bei meinem Blick auf die Zukunft des Kinderschutzes steht ganz oben auf der Liste der notwendigen Maßnahmen die Aufnahme der Kinderrechte in die Verfassung, das ist längst überfällig“, sagt die Preisträgerin.

In großer Anerkennung sagen die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel, Innocence in Danger e.V., World Childhood Foundation Deutschland, Deutscher Präventionstag, Athleten Deutschland e.V., ACT - against child abuse, Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention, Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin und die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie, danke an Christine Bergmann für ihren außergewöhnlichen Einsatz für den Kinderschutz in Deutschland.

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Autor:

Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel aus Karlsruhe

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