Geheimnisvolle Heimat
Zwischen den Jahren, zwischen den Welten - vom Zauber der Rauhnächte

Zauberhafte Natur - der Charme der Raunächte
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  • Zauberhafte Natur - der Charme der Raunächte
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Südpfalz. Die zwölf Tage zwischen den Weihnachten und dem Drei-Königs-Tag am 6. Januar bezeichnet man als Rauhnächte. Es ist eine mystische Zeit, eine Phase der Besinnung, des Innehaltens aber auch der Rückschau und des Fokussierens auf das Kommende. Die Natur ist an ihrem absoluten Ruhepunkt angekommen und auch die Menschen nehmen sich das immer mehr zum Vorbild. Es ranken sich viele Bräuche, Sagen und Mythen um diese magische Zeit. Je nach Ort und Region sind diese - ebenso wie die Schreibweise der Rauhnächte - ganz verschieden. Deshalb kann  die "Geheimnisvolle Heimat" hier nur einige wenige der alten Geschichten anreißen.

Wenn Dimensionen verschmelzen

Die Rauhnächte - manchmal auch Raunächte oder Rauchnächte, zwölf Nächte, Glöckelnächte, Innernächte oder Unternächte genannt - faszinieren die Menschen schon seit Jahrtausenden. Begründet liegt das - so sagen Historiker - im Unterschied zwischen  Mond- und Sonnenkalender. Zwischen beiden Zählweisen für ein Jahr liegt eine Differenz von zwölf Tagen (Epagomene). Man sagt, in dieser "kalenderlosen" Zeit seien die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt  und daher die Grenzen zu anderen Welten geöffnet. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden und verwendet haben, verbindet man diese Zeit deshalb häufig mit Ritualen und Bräuchen, auch Geisteraustreibungen, Dämonenbeschwörung, Kommunikation mit Tieren oder wahrsagerische Kulte wurden in der Zeit der Rauhnächte durchgeführt.

Woher kommt der Name? 

Es gibt zwei gängige Erklärungen für den Ursprung des Wortes "Rauhnächte": Eine führt den Namen auf das mittelhochdeutsche Wort rûch (haarig) und bezieht sich dabei auf die Sage, nach der ausschließlich mit Fell bekleidete Dämonen in diesen Nächten ihr Unwesen treiben.
Eine andere Erklärung geht auf den Brauch des "Räucherns" zurück: Tatsächlich wurden schon im späten Mittelalter um Weihnachten herum die Ställe der Nutztiere mit Weihrauch gesegnet - im Hinblick auf ein für die Landwirtschaft ertragreiches neues Jahr. Auch um sich vor den Dämonen und Geistern zu schützen, die in den Rauhnächten ihr Unwesen treiben, wurden Häuser gerne mit Kräutern wie Salbei oder Lavendel "ausgeräuchert".

Geister und Dämonen

Zur Mitte der Rauhnächte - an Silvester - soll der Legende nach das "Wilde Heer" - auch die "Wilde Jagd" genannt - aufbrechen. Dabei handelt es sich um eine Schar Geister und Dämonen, die in einem wilden Umzug durch die Landen ziehen, da in der "kalenderlosen" und damit "rechtlosen" Zeit der Rauhnächte die Tore zum Geisterreich weit offen stehen und die Seelen der Verstorbenen sowie deren Geister und auch Dämonen Ausgang haben. 
Vielerorts ist es deshalb verpönt, zwischen den Jahren Wäsche auf die Leine zu  hängen. Man fürchtete, die "Wilde Jagd" könne sich darin verfangen, damit zöge man den Unmut der Geister und Dämonen im neuen Jahr auf sich und seinen Haushalt. Mancherorts glaubt man auch, die Dämonen würden die Wäsche rauben und sie im neuen Jahr als "Leichentuch" für den Besitzer benutzen.
Weil in der Zeit der Rauhnächte aufgrund der Nähe zu den Geistern und Dämonen auch das Orakeln und Wahrsagen zur Tradition gehörte, kennen wir heute noch den Silvesterbrauch des Bleigießens und andere "Party-Orakel", die uns Einblicke in den Verlauf des kommenden Jahres geben sollen.

Naturerfahrung

Heute nutzen spirituell interessierte Menschen diese besondere  Zeit zwischen den Jahren, um die winterliche Stille der Natur zu erleben. Immer häufiger lebt altes Brauchtum, wie das "Räuchern" wieder auf, suchen doch viele gerade während der Rauhnächte einen entschleunigenden Ausgleich zum hektischen Alltag.

Rauhnächte erleben

Im Bienwald bei Kandel finden geführte Wanderungen statt, bei denen man mehr über das Brauchtum der Rauhnächte in der Region erfahren kann. Alle Infos dazu gibt es hier:

Die Rauhnächte – Mythen, Brauchtum, Rituale

Mehr geheimnisvolle Heimat

Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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